Mit Mietmodellen Reichweite und Sichtbarkeit erhöhen

Der Selfpublishing-Dienstleister Books on Demand (BoD) bietet seinen Autoren das Vermieten von E-Books an. Ab dem 1. August haben BoD-Autoren die Möglichkeit, ihre Bücher für die von Holtzbrinck und Random House gegründete E-Book-Flatrate Skoobe freizugeben. Die Skoobe-Kooperation sei nur der Anfang, heißt es vom Unternehmen: Mit weiteren Abo-Anbietern sei man bereits in fortgeschrittenen Gesprächen.

Im Interview mit buchreport.de erläutert BoD-Geschäftsführer Florian Geuppert Hintergründe und Motive. 

Welche Aussichten hat das Abo-Modell in der Branche? 
Vor allem die digitalaffinen und jüngeren Zielgruppen sind es gewohnt, ihre Inhalte über Smartphones und Tablets zu konsumieren. Deshalb wird die Bedeutung einer E-Book-Flatrate für einzelne Zielgruppen sehr groß werden. Wie schnell diese Entwicklung vollzogen wird, hängt in erster Linie vom Angebot ab, also von der Bereitschaft von Autoren und Verlagen, ihre Titel zur Verfügung zu stellen. 
Lohnt sich das für Autoren?
Es lohnt sich für die Selfpublisher, weil das Entdecken neuer Bücher und Autoren durch den E-Book-Verleih viel leichter gemacht wird. Es können Erlöse generiert werden, die über einen direkten Verkauf nicht zustande gekommen wären, weil der unbekannte Autor anderenfalls gar nicht entdeckt worden wäre. Hinzu kommt: Wenn ein Autor es schafft, neue Leser zu erreichen, werden auch die Printabsätze gefördert. Wir empfehlen unseren Autoren in jedem Fall, sich dem Mietmodell zu öffnen und das Thema mutig anzugehen. Inwieweit sich der Verleih unterm Strich für die Autoren finanziell lohnt, wird sich zeigen. Wir sind davon überzeugt, dass es sehr attraktiv ist. Die Entscheidung steht aber jedem Autor bei BoD frei.
Was ist das Besondere am Mietmodell?
Skoobe und andere Flatrate-Anbieter stellen ein sehr niedrigschwelliges Angebot zur Verfügung: Mögliche Leser können viel einfacher gewonnen werden, weil sie schon bezahlt haben und dann auch mal in Bücher reinschnuppern, die sie sonst vielleicht nicht kaufen würden. Das ist eine große Chance für unbekannte Autoren.
Skoobe argumentiert vor allem mit der Qualität seines Titelkatalogs, um sich von Amazon abzuheben. Ist die Aufnahme von Selfpublishern da ein Widerspruch? 
Nein, letztlich entscheidet der Leser über die Qualität. In allen Shops und Plattformen gibt es Bewertungen, Rezensionen und Rankings, die klarmachen, wie gut ein Text der Leserschaft gefällt. Über die Qualität der Bücher entscheidet also der Leser. 
Wie geht es weiter? 
Als Self-Publishing-Dienstleister mit dem breitesten Vertrieb ist es unser Anspruch, auf allen für unsere Autoren relevanten Plattformen präsent zu sein. Skoobe ist als deutscher Marktführer im E-Book-Verleih ein logischer erster Schritt. Wir stehen mit mehreren nationalen und internationalen Anbietern in der Abstimmung. Das wird in Kürze spruchreif.
Wollen Sie auch mit Amazon für „Kindle Unlimited“ kooperieren? 
Natürlich bietet auch Amazon eine interessante Plattform. Sobald „Kindle Unlimited“ in Deutschland bzw. in unseren europäischen Auslandsmärkten Frankreich und Skandinavien starten wird, werden wir für unsere Autoren eine Kooperation prüfen. 
Viele Verlage diskutieren mit Blick auf die Flächenreduktion und den Boom des Online-Handels über das „Discoverability“-Problem. Wie schaffen es Selfpublisher, aus der Masse an Titeln hervorzustechen? 
Dadurch dass sie nicht in der Fläche präsent sind und selbst für das Marketing sorgen, standen Selfpublisher immer schon vor der Herausforderung, aus der Masse hervorzustechen, um ihre Leser zu erreichen. Grundlage für eine gute Discoverability ist es, vollständige und hochwertige Metadaten über alle Datenbanken bereitzustellen. Wenn man dies mit dem E-Book-Verleih kombiniert, ist dies eine Chance für Selfpublishing-Autoren über einen weiteren Kanal mit guten Metadaten die Sichtbarkeit ihrer Titel zu verbessern und neue Leser zu gewinnen.
Alle aktuellen Online-Meldungen und Interviews zum Thema finden Sie gebündelt im buchreport-Dossier unter buchreport.de/analysen/e_book_abos.htm. Alles zum Thema Selfpublishing finden Sie unter buchreport.de/analysen/selfpublishing.htm. 

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