Was macht Sie optimistisch, Herr Sigismund?

Uwe Sigismund wurde im Mai neu in den AkS-Sprecherkreis gewählt. Der Inhaber des Bendorfer Buchladens spricht über verbandspolitisches Engagement.

Was treibt Sie, branchenpolitisch aktiv zu werden?

Einerseits ist die Zeit in der Buchbranche derzeit sehr spannend, andererseits bin ich jung und muss noch einige Jahre arbeiten. Das motiviert besonders, die Zukunft selbst mitzugestalten.

Ihre Ziele bei der verbandspolitischen Arbeit?

Wir müssen den unabhängigen Buchhandel nicht nur in unserem eigenen Interesse weiter stärken. Ich merke, dass der unabhängige Buchhandel und sein Erhalt auch bei den Verlagen einen hohen Stellenwert hat.

Was ist für kleinere, unabhängige Buchhandlungen die größte Herausforderung? 

Wir müssen dem Kunden viel stärker klarmachen, dass wir auch zum nächsten Tag Bücher liefern können und die Buchpreisbindung mehr ins Bewusstsein rufen. Dann haben wir automatisch gute Chancen gegenüber Amazon. Bei der „Vorsicht-Buch!“-Kampagne passiert gerade etwas in dieser Richtung, indem der Übernachtservice hervorgehoben wird.

Wie stark ist der Einfluss des AkS?

Auf den Berliner Buchtagen habe ich gerade direkt erleben können, dass viele das Gespräch mit dem AkS als Vertreter des Sortiments suchen. Wir werden in der Branche gehört und sind in den wichtigen Gremien präsent.

Sie sind 32 und auch Ihr Team ist jung: Was lässt Sie optimistisch in die Buchhandelszukunft schauen?

Ich bin im Sommer seit neun Jahren selbstständig und wir hatten bisher in jedem Jahr Zuwächse. Ganz generell: Ich hatte bereits damals in der Buchhändlerschule in Frankfurt den Eindruck gewonnen: In der Buchbranche ist viel Kompetenz versammelt, es gibt viele Leute, die Ahnung haben. Wenn wir diese geballte Kompetenz nutzen, glaube ich, dass der stationäre Buchhandel eine Chance hat. Das gilt übertragen auch auf die eigene Buchhandlung. Wir sind jung, kommen aus verschiedenen Betrieben und wissen sehr gut Bescheid. Deswegen ist uns um die Zukunft auch nicht bange.

Wo ist die jugendliche Frische ein Pluspunkt?

Bei der Digitalisierung. Gerade beim E-Book-Geschäft merken wir, dass wir internetaffin sind und uns intensiver damit beschäftigen.

Und wie viel Energie können Sie in die AkS-Arbeit stecken, wenn die eigene Buchhandlung eigentlich alle Aufmerksamkeit fordert?

Über den Zeitaufwand habe ich vorher mit AkS-Kollegin Iris Hunscheid gesprochen. Ja, da kommt einiges zusammen. Weil ich mich aber bereits seit Längerem für viele Themen interessiere, muss ich mich nicht komplett einarbeiten.

Die Fragen stellte Christina Reinke

Zur Person: Uwe Sigismund
hat in der Buchhandlung Kehrein in Neuwied gelernt und übernahm im August 2005 den Bendorfer Buchladen. Auf der Tagung des Arbeitskreises unabhängiger Sortimente (AkS) wurde er kürzlich in den Sprecherkreis gewählt.
Foto: Privat

aus: buchreport.magazin 7/2014

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