Ein Viertel weniger

Karstadt steht womöglich vor einem weiteren Rückbau: Aufsichtsratschef Stephan Fanderl hat deutliche Einschnitte bei dem Warenhauskonzern angekündigt.
Die über 17.000 Mitarbeiter des Essener Warenhauskonzerns müssen sich auf einen weiteren Rückbau des Filialnetzes einstellen. Es gebe zwar noch keine konkreten Schließungsbeschlüsse, sagte Fanderl der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, aber das Unternehmen mache sich seit einiger Zeit berechtigte Sorgen um die Profitabilität von mehr als 20 Häusern – das ist ein Viertel der bundesweit 83 Karstadt-Häuser.
Es werde schmerzhafte Einschnitte geben müssen, um dem gesunden Kern eine Zukunft zu geben, sagte Fanderl der „FAZ“. Mit Einschnitten sei auch in der Essener Hauptverwaltung und in der Logistik zu rechnen. Mit Blick auf das wichtige Weihnachtsgeschäft versicherte der Karstadt-Oberaufseher, dass Karstadt über genug Liquidität verfüge, man sei handlungsfähig. Mit einem Warenkreditversicherer des Unternehmens habe man eine Verlängerung des Vertrages um ein Jahr erreichen können. 
Fanderl hatte bereits früher erklärt, dass die klassischen Warenhäuser auch in diesem Jahr keinen Gewinn erwirtschaften werden.
Bei Karstadt geht es seit Wochen turbulent zu. Die Geschäftsführerin Eva-Lotta Sjöstedt verließ das Unternehmen nach wenigen Monaten im Amt. Investor Nicolas Berggruen verhandelt angeblich mit der Finanzgruppe Signa des Unternehmers René Benko (die bereits 75% der Anteile an den Premium- und Sport-Warenhäusern von Karstadt besitzt) über einen Verkauf des gesamten Unternehmens. Laut „Focus“ ist der Österreicher aber nicht interessiert, Benko schrecke die schlechte wirtschaftliche Entwicklung von Karstadt ab.

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