Reichlich Alternativen

In diesen Jubel können die meisten Buchhändler nicht einstimmen: Der Einzelhandel hat im 1. Halbjahr 2014 nach Schätzungen des HDE 2% mehr umgesetzt als im Vorjahr. Die Rahmenbedingungen seien „derzeit einfach gut“, freut sich der Händlerverband, hohe Erwerbs- und rückläufige Sparquote fördern den Konsum.
Insgesamt stößt der Handel aber auch in der HDE-Analyse an die Decke: Die Haushalte seien nun mal gut ausgestattet und es gebe zudem reichlich Alternativen, das Geld auszugeben. Das gilt vor allem dann, wenn besondere Kaufreize ausbleiben und in einem auf Neuheiten ausgerichteten Geschäft wie dem Buchhandel die besonderen Attraktionen ausbleiben. Im 1. Halbjahr fehlten kräftige belletristische Zugpferde.
  • Anders als der gesamte Einzelhandel muss der stationäre Buchhandel in diesem Jahr bisher signifikante Einbußen hinnehmen:
  • Im 1. Halbjahr haben die Buchhändler im Kerngeschäft mit Büchern und Medien im Durchschnitt 3% weniger umgesetzt als 2013.
  • Den Juni schloss der Buchhandel mit einem dicken Minus von 8% ab, wobei allerdings kalendarische Effekte (weniger Verkaufstage) und Schulbuchverschiebungen das Minus verstärkten.
  • Anders als im Vorjahr geht die Branche mit einem Rückstand ins deutlich umsatzstärkere 2. Halbjahr, das für über 60% des Jahresgeschäfts steht.
Mehr zum Thema im buchreport.express 28/2014 (hier zu bestellen)

Kommentare

1 Kommentar zu "Reichlich Alternativen"

  1. Da wo der Buchhändler noch Freiräume in seiner Buchhandlung hat, kann er auch gestalten. Zunächst wäre auch eine bessere Freundlichkeit und eine gute Bedienung ein Pluspunkt und ein Service der jeweiligen Buchhandlung.
    Bei allen Zahlen, die hier zu sehen sind, muss der Buchhandel und vor allem der stationäre Buchhandel wieder mehr Flagge zeigen.
    Es darf eben nicht sein, dass, z. B. in Großstädten, wie München, einzelne Buchhandlungen sozusagen wegen hoher Mieten und der immer mehr um sich greifende Verkauf über das Internet gezwungen sind, zu schliessen.
    Man sollte da etwas gegensteuern können. Das Internet ist nun mal keine Buchhandlung, wo sich eben doch noch der Buchhändler um seine Kunden bemüht.
    Ein anderer Freiraum in der Buchhandlung ist dazu noch die Gestaltung der Schaufenster. Auch da gibt es Möglichkeiten, die oft noch ausgeschöpft werden müssen.
    Nur sollte eben die Buchbranche nicht noch mehr in ein Jammern verfallen, sondern vielmehr in diesem kommenden zweiten Halbjahr ihre Segel besser setzen.

    Der Buchhandel hat noch diverse Nischen und diese sind eben zunächst in den kleineren Buchhandlungen zu finden.
    Nur sollten, z. B. die Buchhandlungen gemeinsam in einer Stadt, diverse Aktionen in der Werbung für ein bestimmtes Buch starten.
    Und wichtig ist dieses miteinander und nicht ein gegeneinander.
    Darauf kommt es auch in der Zukunft an.
    Auch der Börsenverein sollte sich mehr um den Buchhandel vor Ort kümmern. Nur eine Konzentration auf Verbandsarbeit kann nicht das erste Ziel sein.
    Und der Börsenverein sollte auch keine einsamen Entscheidungen treffen.

    H. Kraft

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