Wolfgang Tischer: Bachmann im Bild

Wolfgang Tischer: Bachmann im Bild

Wolfgang Tischer (literaturcafé.de) verfolgt auch in diesem Jahr die Lesungen beim Bachmannpreis. Zur Eröffnung gab’s reichlich Regen und einen Krankheitsfall. Dann zeichnete sich ab: Es gibt keinen deutlich herausragenden Favoriten. Und was ist mit der Jury los? Am Ende machte Tex Rubinowitz das Rennen – keine Überraschung.

Tex Rubinowitz hat – wie vorausgesagt – den mit 25.000 Euro dotierten Bachmannpreis 2014 gewonnen. Die weiteren Preise bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gingen an Michael Fehr (Kelag-Preis), Senthuran Varatharajah (3sat-Preis) und Katharina Gericke (Ernst-Willner-Preis). Der Publikumspreis ging an Gertraud Klemm. Selbst die Shortlist-Vorhersage per Twitter traf zu 100% zu.

In dieser letzten Podcast-Folge gibt es ein Interview mit Jurorin Daniela Strigl, die nicht nur den Gewinner eingeladen hatte, sondern auch bei der Publikumsabstimmung zur besten Jurorin 2014 gekürt wurde. Zudem würdigt sie Burkhard Spinnen, der nach 14 Jahren von seinem Amt als Jury-Vorsitzender zurücktrat.

Vor der Preisverleihung sah man Burkhard Spinnen noch kontemplativ im Garten des ORF-Theaters auf einem Liegestuhl. Dann kündigte er in seiner abschließenden Rede nach der Verleihung kurz und schmerzlos seinen Rücktritt an. Nach 14 Jahren sei es Zeit für Veränderungen. Spinnen: „Was wir hier machen, beruht auf Abwechslung, Rotation und Vielfalt. Niemand darf zur Institution werden.“

Burkhard Spinnen hat den Zeitpunkt für seinen Rücktritt gut gewählt. Als Vorsitzender der Jury hat er sich immer für den Preis eingesetzt und ihn vor allem durch die Krise des letzten Jahres gebracht. Die Kontinuität der Jurybesetzung war hierfür sicherlich wichtig. Auch 2014 sorgte Spinnen für Beständigkeit, um den Vorsitz nun abzugeben. Somit hat sich auch der Wunsch nach einer Jury-Veränderung erfüllt, und man darf schon jetzt gespannt sein, wie die Jury 2015 besetzt sein wird und ob es zu weiteren Wechseln kommt.

Michael Fehr hatte nach dem ersten Wahlgang die meisten Stimmen, doch aufgrund des etwas komplizierten Wahlverfahrens zog Tex Rubinowitz an Fehr vorbei.

Dass Michael Fehr sozusagen auf dem 2. Platz landete und den mit 10.000 Euro dotierten Kelag-Preis gewann, mag eine gute Entscheidung gewesen sein. Denn vielleicht hätte man ansonsten in den Feuilletons zu sehr darüber spekuliert, welchen Anteil Fehrs Vortrag spielte, anstatt sich auf Autor und Text zu konzentrieren.

Zudem konnte sich Michael Fehr als einziger Gewinner noch über einen zweiten Preis freuen: Er gewann den „Federwelt Preis der Automatischen Literaturkritik“, der in diesem Jahr dank der vielen Preisspender tatsächlich mit 5000 Euro dotiert war.

Videopodcast 5

Videopodcast 4

Bachmann-Samstag. Alle 13 Autorinnen und Autoren haben ihre Texte vorgetragen. Doch in diesem Jahr gibt es keinen deutlich herausragenden Favoriten. Spricht man mit den Zuhörern vor Ort, ist sich keiner in der Prognose sicher. Auch Wolfgang Tischer tut sich damit in dieser Podcast-Folge schwer. Drängender die Frage: Was ist mit der Jury los?

Michael Fehr hat seinen Text gestern vorgetragen. Aufgrund einer Sehbehinderung entstehen seine Texte nicht auf dem Papier, sondern aus Farben. Wie man sich das vorstellen muss, das erläuterte der Schweizer Autor im Interview.

Videopodcast 3

Seit Jahren bloggt und twittert Doris Brockmann über den Bachmannpreis. Sie schreibt in ihrem eigenen Blog und analysierte im Vorfeld auch 2014 für das literaturcafe.de die Porträtvideos der Autorinnen und Autoren.

2014 ist Doris Brockmann zum ersten Mal persönlich nach Klagenfurt gereist. Zusammen mit Wolfgang Tischer bewertet Sie die beiden ersten Lesetage und die ersten 10 Texte.


 

Videopodcast 2

Der erste Lesetag 2014 in Klagenfurt. Fünf Texte, die allesamt nicht sonderlich bemerkenswert waren. Daher erfreuen wir Sie in dieser Podcastfolge stattdessen mit Bildern vom Sonnenuntergang am Wörthersee.

 

Videopodcast 1

Der Bachmannpreis 2014 wurde am Abend des 2. Juli 2014 eröffnet – mit reichlich Regen. Ab dem 3. Juli bis zum 5. Juli 2014 lesen diesmal nur 13 statt 14 Autorinnen und Autoren.

Denn eine Autorin – Karen Köhler – kann krankheitsbedingt leider nicht nach Klagenfurt kommen. Was passiert in so einem Fall? Warum ist keine Live-Schaltung zum Wohnsitz der Autorin möglich oder warum gibt es keinen Ersatzkandidat?

All das und die weiteren Hintergründe erläutert in der ersten Podcast-Folge der Juror Hubert Winkels, der die Autorin nach Klagenfurt eingeladen hat.

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