Rückkehr ins Rampenlicht

Vor nicht einmal einer Woche präsentierte Christian Wulff (Foto: Phoenix) in Berlin „Ganz oben Ganz unten“, Memoiren, in denen der Ex-Bundespräsident seine Sicht der Affäre schildert. Und das mit Erfolg: Auf der kommenden SPIEGEL-Bestsellerliste (ab Mittwoch-Nachmittag auf buchreport.de, am kommenden Montag im SPIEGEL) rangiert der Titel von C.H.Beck auf dem Spitzenplatz der Sachbücher. 

Den Auftritt im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz habe Wulff vor allem genutzt, um mit seinen Kritikern abzurechnen, „nicht um über sein Buch zu diskutieren“, kommentierte der SPIEGEL. Aus Sicht des Marketings war die Buchvorstellung jedoch, wie die Bestseller-Platzierung zeigt, eine Punktlandung.

Die Medienaufmerksamkeit war gewaltig – genau einen Tag vor Erscheinen des Buches am Mittwoch vergangener Woche. Die „Bild“-Zeitung, die mit ihren Ermittlungen und dem Abdruck einer Mailbox-Nachricht eine maßgebliche Rolle in der Wulff-Affäre spielte, brachte das Thema auf ihrer Titelseite, mit einem Foto, das Wulff mit erhobener Faust zeigt sowie einem Zitat als Schlagzeile: „Ich wäre auch heute der Richtige im Amt!“

Auf den üblichen Werbewirbel im Vorfeld mit Vorabdruck in einem Exklusivmedium sowie auf Leseexemplare für Journalisten hatte Wulff verzichtet. Von einem „Schnellschuss“ des renommierten Verlags kann man nicht sprechen, anders als bei der Publikation von Wulffs Ex-Gattin Bettina Wulff, die sieben Monate nach der Rücktrittserklärung im Februar 2012 „Jenseits des Protokolls“ bei Riva veröffentlichte. Das Buch stieg ebenfalls prompt auf Platz 1 der Bestsellerliste ein, hatte aber einen relativ kurzen Atem und verschwand nach vier Wochen wieder aus den Top 10.

Kommentare

2 Kommentare zu "Rückkehr ins Rampenlicht"

  1. Grundgesetz Artikel 1

    (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

    (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

    (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

  2. Über die Affäre Wulff gibt es neben „Ganz oben – ganz Unten“ noch die Bücher der BILD-Redakteure Martin Heidemanns und Nikolaus Harbusch „Affäre Wulff“, von Michael Götschenberg „Der Böse Wulff“
    und die Studie der Otto-Brenner-Stiftung über Wulff und Bild „Ziemlich beste Partner“.
    Legt man diese nebeneinander, bleibt unzweifelhaft die Tatsache, dass der Springer-Verlag ganz entscheidend für den Sturz von Christian Wulff war. Auch die Antwort, warum sich die Meinung zu Wulff in der BILD-Redaktion um 180 Grad drehte, scheint klar – Wulff wurde als Bundespräsident zu politisch, während die BILD das Präsidentenpaar als „Royals“ verkaufen wollte – im wahrsten Sinne des Wortes.

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