Vermessung des Digitalriesen

Wie hart trifft der Konditionenstreit mit Amazon die Lagardère-Tochter Hachette? Wie stark ist der Onliner in den USA und Großbritannien? – Die französische Verlagsgruppe hat Zahlen präsentiert, die zeigen, was aktuell für Hachette auf dem Spiel steht.
In einer Präsentation für Investoren, über die zuerst Publishing Perspectives  berichtet hat, zeigt Hachette, dass Amazon bei den eigenen E-Books einen Marktanteil von 78% in Großbritannien  und 60% in den USA hat. Die außerdem aufgeführten Marktanteile der Wettbewerber illustrieren den großen Abstand von Amazon:
  • In Großbritannien folgen Apple mit 12% und Kobo mit 5%, „Andere“ wie Google, Nook und Overdrive liegen bei 5%.
  • In den USA liegt Barnes & Noble/Nook mit 19% auf Platz 2, Apple folgt mit  13%, während Kobo und Google sich mit kleineren Anbietern den restlichen Kuchen (8%) aufteilen .
In der Präsentation heißt es, dass Verlage es nun mit gigantischen Technologiekonzernen zu tun hätten, die über  eine beträchtliche Verhandlungsmacht verfügten, dies sei eine andere Ausgangslage im Vergleich zum Verhältnis mit traditionellen Händlern.
Weitere Zahlen und Einschätzungen aus der Hachette-Präsentation:
  • In den USA werde sich die E-Book-Penetration bis 2017 bei 25 bis 35% einpendeln, in Großbritannien bei 35%. Für Frankreich erwartet Hachette 10 bis 15%.
  • Hachette geht von einer Fortsetzung der Konsolidierungsentwicklung aus, nach der Fusion von Random House und Penguin sowie der Übernahme von Harlequin durch HarperCollins. „Verlage benötigen eine bestimmte Größe und Muskeln, um im Verhältnis zu den Autoren die Kontrolle über Preissetzung und Vertrieb zu behalten.“
  • Hachette will die eigenen Geschäfte in den USA und Großbritannien „neu ausbalancieren“, dazu sollen gezielt weltweite Rechte an Bestsellern gekauft werden, insbesondere mit Blick auf den US-Markt. Hintergrund: Früher seien die Bestsellerautoren von Hachette UK nicht von Konzernschwestern, sondern Wettbewerbern in den USA veröffentlicht worden.

Kommentare

3 Kommentare zu "Vermessung des Digitalriesen"

  1. Wie gut, dass Amazon bei mir längst nicht mehr so einen großen Umsatzanteil hat.

  2. Olaf Knechten | 13. Juni 2014 um 1:28 | Antworten

    Ja, der Satz ist mir auch sauer aufgestoßen.

  3. Nika Lubitsch | 12. Juni 2014 um 10:39 | Antworten

    Besonders gefällt mir dieser Satz: „Verlage benötigen eine bestimmte Größe und Muskeln, um im Verhältnis zu den Autoren die Kontrolle über Preissetzung und Vertrieb zu behalten.“

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