Ausgezeichneter Facebook-Kritiker

Es ist das erste Mal, dass ein Informatiker und Digital-Pionier den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält: Die Jury lobt Jaron Lanier (Foto: Charlie Rose) dafür, dass er sich für das Bewahren der humanen Werte in der digitalen Welt einsetze.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es:

„Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2014 an Jaron Lanier und ehrt mit dem amerikanischen Informatiker, Musiker und Schriftsteller einen Pionier der digitalen Welt, der erkannt hat, welche Risiken diese für die freie Lebensgestaltung eines jeden Menschen birgt.

Eindringlich weist Jaron Lanier auf die Gefahren hin, die unserer offenen Gesellschaft drohen, wenn ihr die Macht der Gestaltung entzogen wird und wenn Menschen, trotz eines Gewinns an Vielfalt und Freiheit, auf digitale Kategorien reduziert werden. Sein jüngstes Werk „Wem gehört die Zukunft“ wird somit zu einem Appell, wachsam gegenüber Unfreiheit, Missbrauch und Überwachung zu sein und der digitalen Welt Strukturen vorzugeben, die die Rechte des Individuums beachten und die demokratische Teilhabe aller fördern.
Mit der Forderung, dem schöpferischen Beitrag des Einzelnen im Internet einen nachhaltigen und ökonomischen Wert zu sichern, setzt Jaron Lanier sich für das Bewahren der humanen Werte ein, die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens, auch in der digitalen Welt, sind.“
Dass der am 3. Mai 1960 in New York City geborene Lanier auf seiner Opens external link in new windowWebseite schreibt: „Jaron has no social media accounts at all and all purported ones are fake“, ist sein Programm. Lanier kritisiert die großen Internetfirmen à la Facebook & Co.. Die Nutzer würden „entmündigt, sie haben keine Macht. Indem sie die Dienste nutzen, werden sie zur Datenmasse und verlieren die Kontrolle. Die großen Firmen verdienen wahnsinnig viel Geld, der Einzelne geht leer aus“, erklärte Lanier kürzlich in einem „Zeit“-Interview.  Ausführlich beschäftigt sich Lanier mit dem Thema in seinem jüngsten Buch „Wem gehört die Zukunft?“ (2013, dt. 2014 im Verlag Hoffmann und Campe) .
Lanier gilt laut Börsenverein als Vater des Begriffs der „virtuellen Realität“, Initiator für die Entwicklung von internet-basierten Computernetzwerken und virtuellen Kameras sowie 3D-Grafiken für Kinofilme, er habe außerdem die ersten Avatare entwickelt. Heute betreue er als führender Wissenschaftler ein Projekt mehrerer Universitäten zur Erforschung des „Internets 2“ und arbeite als Forscher für Microsoft Research.
Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 12. Oktober 2014, in der Paulskirche statt. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Hier sieht man Lanier mit Flöte und im Interview:

Kommentare

1 Kommentar zu "Ausgezeichneter Facebook-Kritiker"

  1. Hätte man da nicht besser recherchieren können? Haben die den vielleicht mit irgendjemandem verwechselt? Einige Klarstellungen von Florian Cramer im Merkur:

    http://www.merkur-blog.de/2014

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