Warum Bestsellerautorin Cornelia Funke Apps liebt

Auch die Homepage von Cornelia Funke ist, ähnlich wie die von Joanne K. Rowling, animiert und verspielt.

Viele Publikumsverlage haben in den vergangenen Jahren ihre Experimente mit Apps stark zurückgefahren – zu teuer in der Entwicklung, zu groß die Konkurrenz durch niedrigpreisige Apps in den Stores. Zu den Fans von Apps mit Bücherinhalten gehört Cornelia Funke (Foto © Dressler/ Jörg Schwalfenberg), die mit Begeisterung an digitalen Formaten arbeitet.

In der „Zeit“ (15.5.2014) berichtet die Bestsellerautorin von den Hintergründen ihrer „Reckless“-App (heißt im iTunes-Store „Mirrorworld“, unten Screenshots). Um Bücher visuell zu interpretieren, seien Apps besser als (unterkomplexe) Verfilmungen. Die „Reckless“-App sei „eine Art Reiseführer durch die Spiegelwelt“, inklusive Illustrationen, Fotografie, Musik und Film. 
Autoren hätten die neuen digitalen Möglichkeiten des Erzählens „noch überhaupt nicht begriffen“: „Wir können Wort und Bild ganz eng miteinander verzahnen. Mich reizt diese Arbeit so ungemein, eben weil ich beides bin, Schreiberin und Illustratorin. Da kann ich digital Unglaubliches erschaffen, und zwar ohne meine Verleger mit utopischen Druckkosten zu ruinieren. Wenn ich mir vorstelle, was ich zu Herr der Diebe machen könnte: eine Stadtkarte Venedigs, wo das Buch spielt, auf der die Leser Orte finden und durch Klicks erforschen können; dazu Fotos, Illustrationen, geschichtliche Hintergründe, vielleicht eine Lektion Italienisch. Was das für Möglichkeiten sind!“
Statt die App mit einem ihrer Verlage zu entwickeln, habe sie mit den Mirada-Studios in Los Angeles kooperiert. Auch zu „Drachenreiter“ und „Tintenwelt“ solle es „atmende Bücher“ (so nennt Funke Apps) geben, für die sie mit dem Getty Research Institute in Los Angeles zusammenarbeite. Das digitale Format mache selbst aufwendigste Illustrationstechnik für die Käufer erschwinglich. „Würde man das, was wir planen, auf Papier produzieren, müsste es 100 Euro kosten. Bei Apps hat man nur einmal Produktionskosten.“
Wie sich Apps allerdings unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten einsetzen lassen, dazu sagt Funke im Interview nichts.

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