Auf Druck des Buchhandels?

Der Konditionenstreit zwischen Hachette und Amazon hat in der Branche hohe Wellen geschlagen. Der bei Amazon als Selfpublisher erfolgreiche Autor Hugh Howey verteidigt in einem Blogbeitrag die Haltung des Onliners – und wundert sich, warum immer nur Amazon an den Pranger gestellt wird. 
Laut „Publishers Weeklygeht es beim Dissens u.a. um eine neue Erlös-Verteilung beim E-Book-Verkauf. Howey geht davon aus, dass Amazon E-Books unter dem Einkaufspreis anbieten will, um andere Händler auszuspielen, dabei aber dem Verlag und Autor den regulären Preis bezahlen will. Die Verlage dagegen wollten die Preise für E-Books so hoch wie möglich halten. Dies geschähe auf Druck des Buchhandels, der damit drohe, die Bücher jener Verlage nicht mehr zu listen, deren E-Books zu günstig feilgeboten würden. 
Howey findet vor allem die große Medienresonanz auf das Thema „faszinierend“. Als sich sein Verlag Simon & Schuster im vergangenen Jahr nicht mit Barnes & Noble über einen Werbekostenzuschuss einigen konnte, war sein Titel „Wool“ während der Lesetour in 99% der B&N-Filialen nicht verfügbar – doch in den Medien wurde dieser Streit nicht weiter thematisiert. Ganz anders liege da der Fall, sobald Amazon im Fokus stehe. 
Unterdessen weiß Books-A-Million den Clinch für sich zu nutzen: „Books-A-Million verkauft stolz Hachette-Bücher“, schreibt der Filialist in einem Banner seiner Internetseite und gewährt 40% Rabatt auf alle Titel des Verlags. 

Kommentare

3 Kommentare zu "Auf Druck des Buchhandels?"

  1. Na ja, die Verlage blockieren über den stationären Buchhandel (=heimliche Allianz) ja auch Amazon-Titel. Da schlägt das „Imperium“ halt zurück, wenn dann nicht wenigstens die „Aufwandsentschädigung“ für die „schwächere Fremdware“ im Durchlauf stimmt. Ausgleichende Gerechtigkeit also – oder wie F. Piech zu sagen pflegte: „Wirtschaft ist Krieg!“ 😉

    PS: Howey sieht das aus seiner trivialen Autorensicht – naiv ist da eher H. Ehling. Auch wenn es in Zukunft nur noch „einen großen Fluß“ gäbe, wäre da immer noch die geballte Macht der Autoren; sofern sich die nur einig wären. Ein gutes Beispiel sind die Hollywood-Drehbuchautoren. Wenn die streiken fallen die Oskars aus!

  2. Holger Ehling | 14. Mai 2014 um 23:58 | Antworten

    Interessante Variante eines Lesetipps – ohne Link zum Originaltext…
    Hier ist der Link: http://www.hughhowey.com/amazo
    In dem Text zeigt sich der gute Howey als reichlich naiver Kurzdenker. Aber das wusste man auch schon vorher.

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