Kapitalgeber und Gläubiger bilden Joint Venture

Das Engagement der Private-Equity-Firma Paragon bei Weltbild war schon am Wochenende durchgesickert, jetzt nennen beide Parteien Details. Demnach wird Weltbild mit sämtlichen Betriebsteilen (inklusive Filialgeschäft und Auslandsgesellschaften in Österreich und der Schweiz) nicht verkauft, sondern in eine neue Gesellschaft überführt, an der der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und die Gläubigerbanken beteiligt bleiben. Ein entsprechender Vorvertrag wurde unterzeichnet. 
Als 51%-Mehrheitsgesellschafter wird Paragon in der neuen Weltbild-Struktur die Fäden in der Hand halten. Der Deal soll noch in diesem Monat über die Bühne gehen.
Die Transaktion ist insofern unüblich, als Insolvenzverwalter in der Regel nach dem Komplettverkauf oder der Zerschlagung der Unternehmen von Bord gehen. In diesem Fall bleibt Geiwitz offenbar zumindest in den Anfangsjahren der neuen Gesellschaft mit den Gläubigerbanken investiert. Auch für Paragon ist das Joint-Venture-Modell ein Novum. 
Gemeinsam wollen Paragon und Geiwitz die Sanierung des Konzerns so voranbringen und Weltbild wieder auf einen stabilen Kurs zurückführen, heißt es. „Wenn ein Unternehmen einen gesunden Kern hat, muss der Erhalt und die Sanierung oberste Priorität haben“, so Geiwitz. Bei Weltbild sei dies gegeben. „Ich freue mich deshalb vor allem für die Weltbild- Mitarbeiter.“
Die zukünftigen Partner seien von den Erfolgsaussichten für Weltbild überzeugt, gleichwohl sei die Sanierung „kein leichter Weg, sondern eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für alle Beteiligten“. 
Ein starkes Unternehmen Weltbild tue der Wettbewerbssituation in Deutschland gut. Die konstante Nachfrage loyaler Kunden in den letzten Monaten werde vom Unternehmen als positives Signal für eine erfolgreiche Fortführung gewertet. Um diesen guten Kern herum werde Weltbild neu ausgerichtet, um insbesondere Wachstumschancen im Onlinegeschäft zu nutzen.

Geiwitz erklärte bei der Betriebsversammlung, dass die gute Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft letztlich dazu geführt habe, dass Weltbild nicht zerschlagen werde.

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