Angriff der Edel-Selfpublisher

In die ohnehin schon umkämpfte Riege der deutschen Selfpublishing-Dienstleister stößt hierzulande ein weiteres Unternehmen: Blurb (der englische Begriff für „Klappentext“) nennt man auch ist ein Print-on-Demand-Veteran aus den USA, der aktuell mit einer größeren Übernahme für Schlagzeilen sorgt.

Am Montag dieser Woche hat Blurb die Übernahme von MagCloud angekündigt. MagCloud ist eine Selfpublishing-Plattform für Magazine, Verkäufer ist HP (Hewlett-Packard). Blurb übernimmt Technologie und das operative Geschäft sowie eine Datenbank mit rund 10.000 Kunden.
Und auch in Deutschland will Blurb die Aktivitäten ausbauen, „innerhalb von wenigen Tagen ein Buch schon ab 2,25 Euro“ und „Mindestauflage: Ein einziges Buch!“ lauten die Claims. Warum Blurb? „Weil von dem Augenblick an, in dem Sie diese Zeilen lesen, bis zu dem Moment, in dem Sie Ihr selbst gestaltetes Buch in den Händen halten, jeder Schritt des Weges wohl durchdacht und von Buchgestaltungsexperten optimiert wurde“, heißt es auf der komplett lokalisierten Webseite.
Die wesentlichen Koordinaten zu Blurb:
  • Blurb wurde schon 2006 in San Francisco gegründet und hat sich auf Bücher mit anspruchsvollem Layout konzentriert, darunter Fotografiebände (Firmengründerin Eileen Gittins ist selbst Fotografin). 
  • Ursprünglich lag der Fokus auf Print-on-Demand-Büchern, seit 2011 bietet Blurb aber auch eine E-Book-Auskopplung an. 
  • Im März 2012 dockte Blurb bei Adobe an, Bücher können seitdem direkt aus dem Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop Lightroom heraus gestaltet werden. 
  • Neben San Francisco ist Blurb mit einem Büro in London vertreten, gedruckt wird in den USA, den Niederlanden und Australien.
  • Laut Fortune beschäftigt Blurb 115 Mitarbeiter und verfüge über 22 Mio Dollar Wagniskapital. Der Umsatz wird von Fortune auf 100 Mio Dollar taxiert – und die Firma sei profitabel.
  • Im April 2014 stellte Blurb eine Kooperation zum Vertrieb der eigenen Titel über Amazon vor (laut Fortune kassiert Amazon dabei für sich selbst nur einen Anteil von 15%, was zeige, dass Amazon großes Interesse habe, an den riesigen Autorenpool von Blurb heranzukommen).
  • Nach eigenen Angaben wurden 2010 knapp 1,4 Mio Bücher in mehr als 70 Ländern ausgeliefert. Blurb hat nach eigenen Angaben 2 Mio Autoren unter Vertrag, die seit 2008 etwa 8 Mio Ttel produziert hätten. 

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