Die Zukunft kann erfunden werden

Inkrementelle Innovationen von Verlagen sind schön und gut, entscheidend aber sind die radikalen Neuerungen, bei denen Innovationen bei Technologie und Geschäftsmodellen zusammenkommen. Mit dieser Einschätzung hat Marcello Vena, Digital-Chef bei RCS Libri, an die Verleger beim Publishers’ Forum 2014 (Klopotek) appelliert, aus ihren Zukunftslaboren heraus mutiger zu agieren.
Vena hat einmal mehr (wie schon beim Trendtag in der Buchakademie im Winter 2013) gezeigt, wo der zweitgrößte Buchverlag Italiens (nach Mondadori) derzeit experimentiert: vom E-Book-Verleih in italienischen Schnellzügen („Ebooksaboard“) bis hin zu „Co-Publishing“, der Vermählung von traditionellem und neuen Formen des Selfpublishings (z.B. in Form des Autorenwettbewerbs „YouCrime“ oder der Talentschmiede „BigJump“ in Kooperation mit Amazon). Bei RCS Libri versuche man, möglichst pro Quartal ein neues Projekt an den Start zu schieben. 

Der Digital-Manager zeichnete das Bild eines Verlags, der nicht primär Hersteller und Verkäufer von Produkten, sondern Full-Service-Dienstleister sei, der Autoren und Leser zusammenführe. Und am besten dabei radikale Innovationen vorantreibe

Vena, der sich als Innovator bezeichnet und viel Erfahrungen in anderen Branchen (u.a. Luftfahrt, Biotechnologie, Automobil) mit bringt, beschrieb in Berlin (s. nachfolgendes Video) die wesentlichen Innovationsbringer:
  • Tempo: Man dürfe nicht warten, bis das alte Geschäftsmodell nicht mehr trägt, sondern vorher neue Ufer erschließen. Manko: Es gebe für die radikalen Innovationen keine Benchmarks – eben, weil man der Erste sei.
  • Skalierbarkeit: Schmal starten (das Risiko des Scheiterns müsse von vornherein einkalkuliert werden), aber nicht klein bleiben, sei die Devise.
  • Fitness: Das Unternehmen müsse fit für neue Herausforderungen sein, es müsse Mitarbeiter mit der richtigen Einstellung gegenüber Neuerungen aufbauen, „360-Grad-Innovatoren“.
  • Relevanz: „Vergessen Sie nicht die Relevanz, der Leser kommt zuerst, es sollte keine Innovation zum Zwecke der Innovation geben.“
Venas Fazit: „Die Zukunft kann nicht vorhergesagt, sie kann aber erfunden werden“. („future cannot be predicted, but can be invented“)

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