Mein Gott Jeff

Ein Großteil der Amazon-Berichterstattung handelt seit Jahren von der Dominanz des Onliners – und Versuchen, diese einzuschränken. Aktuell wird Firmenchef Jeff Bezos (Foto: BBC) in Großbritannien als allmächtig bezeichnet. In den USA richtet sich der Fokus auf einen wunden Punkt des Onliners.
Der „Bookseller“ fasst eine BBC-Doku („Amazon’s Retail Revolution“) zusammen, die den Einfluss Amazons auf der Insel untersucht und zu dem Ergebnis kommt, dass Amazon die Hälfte des britischen E-Commerce kontrolliert. Und entsprechend tief im Denken der Briten verankert ist: „Wenn ich etwas wissen möchte, dann google ich das. Wenn ich etwas kaufen möchte, dann amazon ich es“, zitiert die BBC einen Amazon-Kunden.

Auch in der Buchbranche sei Amazon ein mächtiger Akteur. Michael Bhaskar, Digital-Chef beim Verlag Profile Books, wird dahingehend zitiert, dass Jeff Bezos für Verleger wie ein Gott sei: „Amazon ist ohne Zweifel der wichtigste Akteur in der Buchwelt von heute. Das gilt sowohl für gedruckte als auch digitale Bücher. Die sind die zentrale Plattform, um die sich die gesamte Verlagswelt herum orientiert. Verleger denken über Jeff Bezos, wie sie möglicherweise über Gott denken – als sehr distanzierte, unerreichbare Gestalt, die übermächtig und allwissend ist.“

Charlie Redmayne, CEO bei HarperCollins in Großbritannien, zeigt sich dagegen kämpferisch: „Die sind nicht im Geschäft, weil sie Verleger unterstützen wollen, sondern um Amazon so erfolgreich wie möglich zu machen. Einige der Dinge, die sie machen, laufen konträr zu dem, was wir uns wünschen. Also kämpft man dagegen, und das tun wir bei HaperCollins – versucht es doch auch!“
In den USA haben Wissenschaftler der Ohio State University nach einem Bericht von Bloomberg die Auswirkung der Erhebung von Umsatzsteuern auf den Umsatz von Amazon untersucht. Hintergrund: In einigen US-Bundesstaaten wird die Umsatzsteuer bei Onlineverkäufen erhoben, in anderen nicht. Ergebnis der Studie (hier als PDF): Verbraucher reduzieren ihre Amazon-Ausgaben um durchschnittlich 10%, bei den Vielkäufern liegt die Kaufbremse sogar bei 24%. Davon profitieren jedoch nur geringfügig stationäre Einzelhändler – statt den Warenkorb bei Amazon selbst zu packen, wichen die Kunden besonders häufig auf andere Internetshops oder Händler auf dem Amazon Marketplace aus, bei denen keine Amazon-Tax erhoben werde.

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