Sie haben keine Kontrolle mehr

Spätestens seit dem sich abzeichnenden Boom von E-Books sind Vergleiche zwischen Musik- und Buchbranche en vogue. Und dann doch immer wieder neu einleuchtend und anregend: Tim Renner, früherer Popmusikmanager und ab Ende April 2014 Berlins neuer Kulturstaatssekretär, hat bei einer Veranstaltung des Dortmunder E-Book-Dienstleisters Readbox der Buchbranche geraten, sich vom Wunsch einer „Kontrolle des Wandels“ zu verabschieden und dem Leser endlich „Angebote auf Augenhöhe“ zu machen.

Vor rund 80 Gästen beim „Readbox Kundentag“ erinnerte Renner daran, dass der Umsatz der Musikbranche zwischen 2001 und 2011 halbiert worden sei, weil die Branche zu spät auf die Bedürfnisse der Kunden reagiert habe. Die Musikbranche habe es als erste getroffen, weil die jungen Kunden die ersten gewesen seien, die ins Internet gegangen seien – wo die Labels den Verlagen viele Jahre keine guten Angebote gemacht habe.
Dies habe sich zwar inzwischen verändert, aber nicht genügend: Die Musikbranche verkaufe hierzulande noch zu 75% physische Tonträger, damit sei Deutschland im Vergleich zu Skandinavien ein „digitales Entwicklungsland“, wie es das Musikmagazin „Billboard“ beschrieben habe. In Deutschland gebe es eine auffällige Fokussierung auf physische Datenträger, eine „merkwürdige physische Sentimentalität“, die dazu führe, dass sich die Musikbranche im internationalen Vergleich am schwersten vom 50%-Umsatzverlust erhole. Dies könne nur durch einen zusätzlichen digitalen Umsatz gelingen.
Verglichen mit der Musikbranche habe es die Buchbranche schwerer, weil sie ihr Geschäftsmodell über 500 Jahre entwickelt habe und es ihr entsprechend schwer falle, sich neu zu orientieren. „Dass es das Buch 500 Jahre lang gibt, ist kein gutes Argument“, so Renner. „Ochsenkarren waren tausende Jahre alt, bevor das Auto kam.“
Konkret seien E-Books aus Nutzersicht zu teuer. Der Kopierschutz schrecke ab – ein Fehler, den die Musikindustrie auch begangen habe. Und es sei aus Nutzersicht nicht einleuchtend, warum  der Leser nur ein „geschlossenes Bundle“ statt einzelner Kapitel kaufen könne – „warum ist nicht das realisiert worden, was physisch in jedem Copyshop schon möglich ist?“ Auch in der Buchbranche werde der Trend hin zu Flatrates gehen à la Spotify, einer Plattform, mit der entgegen vieler Kritiker schon heute Geld verdient werde und an der die Musikbranche mit 20% beteiligt sei.
„Sie können die Digitalisierung nicht zurückdrängen, Sie müssen akzeptieren, dass sie keine Kontrolle mehr haben“, mahnte Renner. Die Buchbranche müsse endlich „Angebote auf Augenhöhe“ machen, erst danach könne sie wie die Musikindustrie wieder Wachstum aufnehmen. 

Kommentare

16 Kommentare zu "Sie haben keine Kontrolle mehr"

  1. DIE Buchbranche gibt es gar nicht. Es gibt etliche Buchverlage, die digitaler sind, als Herr Renner je war oder sein wird. Den exakt gleichen Vortrag habe ich von ihm vor 10 Jahren auch schon gehört. Offenbar erzählt da einer von seinem alten Arbeitsplatz in der Musikbranche, wo er es nicht geschafft hat, die digitale Transformation zu gestalten. Als Märchenonkel hat das vielleicht noch den Charme des Stammtisches. Als Wegweiser für die Buchbranche ist es untauglich.

  2. Herrje, wird hier wieder ein Durcheinander in den Köpfen sichtbar. Wenn ich die Kommentare lese, gehen die Digitalisten von folgenden argumentativen Voraussetzungen aus:

    1. Buch = Schallplatte
    2. E-Book = CD
    3. Verlage = Alle sehr, sehr reich
    4. Alle Autoren = Wie alle Musiker stets sehr reich, immer berühmt, sollen ruhig mal was verschenken
    5. Goethe = Tommy Jaud
    6. Mozart = Dieter Bohlen
    7. E = U
    8. Wer das Gegenteil behauptet, ist ein realitätsfremder Dummkopf (um es freundlich zu sagen)
    9. Kultur = Ich weiß, was mir gefällt
    10. Plattenfirmen und Verlage = Wichtigtuer, die niemand braucht, weil sie eh nichts begreifen und alle verarschen wollen
    11. Analog ist böse, digital ist gut
    12. Nur wer ein Digitalist ist, weiß, wo es künftig lang geht
    13. Ich muss nicht wissen, wovon die Rede ist, ich mische mich so wütend wie möglich ein, wie man es im Leben auch sonst macht

    Das ist wirklich, wirklich seeeeehr ermüdend. Kommt irgendjemanden mal der Anflug eines Selbstzweifels, dass er vielleicht doch nicht alle Fakten kennt?

  3. Thomas Montasser | 11. April 2014 um 11:26 | Antworten

    Lieber Tim Renner,

    was bin ich dankbar, dass Sie jetzt Kulturstaatsminister geworden sind! Endlich mal ein Visionär in dem Amt. Obwohl: Die Berliner Politik hat ja seit jeher brillante Vordenker hervorgebracht. Landowsky im Finanzsektor. Sarrazin in höherer Soziopathie. Und nun Sie im Literaturbetrieb. Ach, Sie stammen gar nicht aus dem Buchbusiness? Egal, Sie können das auch so. Jedenfalls wissen nach Ihrer Suada nicht mehr nur Sie, dass jedes gute Buch aus Tracks besteht. Das wissen jetzt auch wir ollen Nulpen, die wir uns seit Jahr und Tag mit der Bücherbranche beschäftigen. Und diese Tracks wollen einzeln digital vermarktet werden. Auch das haben wir von Ihnen gelernt. Es ist nämlich nicht so, dass wir irgendwelche positiven Schlüsse daraus ziehen dürfen, dass wir trotz Internet und eBook immer noch am Leben sind. Vielmehr zeigt das bloß, was wir für ahnungslose Loser sind. Beweis: Die Musikindustrie ist beinahe krepiert. Ich würde auch sagen, dass wir von Ihrer Branche also einiges lernen können. Sie wissen ganz offensichtlich, wie man‘s macht. Anders als wir, die wir dem Leser immer noch nicht auf Augenhöhe begegnen. Was Sie leider nicht ganz klar gemacht haben: Wo liegt die eigentlich, diese Augenhöhe? Müssen wir uns da irgendwohin emporschwingen? Oder sollen wir uns erniedrigen? Oder reicht es, wenn wir einfach die Durchschnittsgröße einer deutschen Leserin von sagen wir mal 173 cm in Eurocent umrechnen?

    Sie sehen schon, wir haben noch lange nicht ausgelernt und brauchen dringend weitere Anleitung von Ihnen. Etwa wie wir zukünftig nicht einzelne Tracks, sondern vielleicht sogar einzelne Sätze, Wörter oder Buchstaben optimal vermarkten können. Das will der Leser vielleicht auch, wir waren bisher nur zu dumm, das zu kapieren. So ein einzelner Buchstabe ergibt ja unter Umständen sogar mehr Sinn als Track 7 von 28 eines großen Romans. Ach ja, solche Tracks gibt es übrigens. Da waren dann wohl Sie es, der nicht ganz auf der Höhe der Zeit war: Gucken Sie einfach mal bei Amazon & Co., wie viele Romane bereits kapitelweise zum Download angeboten werden. Vielleicht haben wir Ihre Vision auch nur vorweggenommen. Sie sind und bleiben unser Vordenker!

    Weiterhin so tolle Ideen und allerbeste Grüße

    Ihr Thomas Montasser

    – Literaturagent –

    • Thorsten Mücke | 16. April 2014 um 9:42 | Antworten

      Herr Montasser, der Zynismus in Ihrem Kommentar ist nicht angebracht. Die Lage ist zu ernst, um unsachlich zu diskutieren. Was soll es, mit Giftpfeilen auf jemanden zu schießen, der doch von der Sache her gar keine falschen Aussagen trifft? Herr Renner streitet auch nicht ab, bei Universal Music selbst Fehler gemacht zu haben, im Gegenteil. Er bietet nun an, seine Lehren daraus weiterzugeben. Jeder, der im, wie Sie sagen, »Buch-Business« arbeitet und sich ernsthaft mit seinen Lesern und Kunden auseinandersetzt, prüft unter anderem auch die von Herrn Renner genannten Thesen für seine Produkte. Und tut gut daran. Mit besten Grüßen, Thorsten Mücke (Verlagsmitarbeiter)

  4. Amélie von Tharach | 11. April 2014 um 9:55 | Antworten

    Ein schöner Artikel, vielleicht etwas zu oberflächlich und fleischlos im voll-coolen Literatur-Bashing. Auch ich bin infiziert, und muss mich dem freudig anschließen, weil sich die ach so elitäre Buchbranche immer noch als Hüterin des heiligen Literatur-Grals sieht, und sich anheischig macht, die unmündigen Leser vor „schlechtem“, also „verdammenswertem“ Geschreibe zu schützen, und die unmündigen, weil dummen Kunden (muss ja jetzt „Kundinnen und Kunden“ heißen) beraten möchte („beraten“ ist eine Neusprech-Umschreibung für „verkaufen“ – oder hat jemals jemand davon gehört, dass eine Buchhändlerin, oder ein Buchhändler deutlich gesagt hat: „Dieses Buch verkaufe ich Ihnen nicht, das ist Schundliteratur.“)

    Immer wieder lese und höre ich die dumpfen Klagelieder der schwer
    unter Standesdünkeln ächzenden Gefangenen: “Das Buch ist ein Kulturgut, das Buch ist ein Kulturträger …“ Ein Buch soll ein Kulturträger sein? Ich bekomm einen Lachanfall.

    Es gab mal den alten Sponti-Spruch „(euch) macht kaputt, was
    euch kaputt macht.“ Das scheint mir das Problem und gleichzeitig die Lösung zu sein. Der „elitäre“ Anspruch einer Branche macht die Branche kaputt, und Blut lockt bekanntlich Haie an. Die „unmündige“ Buchbranche muss runter vom Elfenbeinturm des imaginären Kulturgutgedankens, die Verantwortlichen (die Lieferanten) müssen die Köpfe frei bekommen (in der Zeit, in der Gutenberg das gedruckte Buch erfunden hat, hat man Köpfe abgeschlagen, oder aufgebohrt, damit frische Luft reinkommt. Leider ist dieser schöne Brauch in Vergessenheit geraten), und den Mut aufbringen, sich ins Getümmel der mündigen Leserinnen und Leser zu stürzen.

    Da lese ich soeben, dass Amazon den Comic-Marktführer geschnappt hat. Gibt es eigentlich Buchhandlungen, die Comics verkaufen? Vermutlich nicht oder nur Exoten … Und die Amazonen sind weiter auf Einkaufstour, und die Branche jammert und klagt, und ich kauf jetzt bei Amazon …

    • Ja, gibt es: Buchhändlerinnen, die sagen, dass ein Buch Schund ist und es deshalb auch gar nicht erst im Laden haben.
      Ja, es gibt Comicbuchhandlungen und sogar „normale“ Buchhandlungen, die Comics im Sortiment haben.
      Liebe Frau Tarrach, hinter welchem Mond müssen Sie denn Ihr Dasein fristen?
      Ist das da, wo sich der Spielsalon an die Fastfoodbude, an den Nailshop an die Muckibude und dann die Shishabar reiht.

      Viel Spass beim Kaufen beim Steuerverweigerer und auch viel Spass in den verödenden Strassen.

  5. Wie dem Text zu entnehmen ist: ,Tim Renner – früher Popmusik-
    manager und dann ab Ende April 2014 Berlins neuer Kulturstaatssekretär – `.
    Dies ist doch ein optimaler Aufstieg und bei dieser Veranstaltung ist Tim Renner doch gleich so richtig in Fahrt gekommen.
    Ja, die Digitalisierung ist eben jetzt da. Aber es muss auch noch ein Nebeneinander mit anderen Medien möglich sein.
    Ich denke da trotzdem an das Buch in einer haptischen Form (das bedeutet eben, das Buch noch mit einem festen Einband in den Händen halten).
    Man kann jetzt auch, nicht, wie Renner sagt, dass das Buch 500 Jahre alt ist. Er muss dann schon hinzufügen, dass er das Buch in gedruckter Form meint, also welches es seit Gutenberg gibt, der das Gießinstrument mt den beweglichen Lettern erfand. Bücher gab es doch schon lange vor Gutemberg, so z. B. die alten Schriftrollen der Babylonier und alten Griechen. Und auch China ist zu nennen, welches weit zurück das Papier erfand.
    Man kann auch jetzt nicht den Musikhandel mit der Buchbranche zwingend vergleichen. Da gibt es doch auf diesem Markt eine ganz andere Situation. Ich glaube, dass doch der gesamte Markt in einer Art Verunsicherung und auch Erwartung steckt. Es ist aber ein Unding, das Buch einfach nur in eine Art Ecke stellen zu wollen und es wird dann abqualifiziert. Es wäre auch fatal, in den Medien nur eine Vorgabe zu machen, die praktisch nur aus einer endlosen Digitalisierung in der Buch- und Musikbranche bestehen würde. Man kann auch nicht den Käufer und den Leser mit Angeboten sozusagen überfahren wollen. Er soll trotzdem sich in Ruhe noch ein Bild von Büchern und andern Dingen machen können. Auch bei der Digitalisierung wird sicher auch einmal ein Sättigungsgrad kommen oder erreicht werden. Deshalb ist auch in der Nachlese nach solchen Veranstaltungen doch auch festzustellen: ,Wo ist das rechte Maß heute?´ Sind wir schon so in eine Abhängigkeit gekommen, dass wir uns einreden müssen: ,Ja, wir brauchen dies alles, sonst können wir nicht mehr leben und wir sind dann nicht mehr vorne dran`. Ich plädiere, dass trotz aller Voraussagen und auch Wünsche der einzelne Mensch sich selber ganz unabhängig entscheiden sollte, was er nun für seinen Alltag im Leben benötigt oder nicht braucht. Der Mensch wird doch langsam in der medialen Welt manipuliert. Aber ich möchte hier jetzt weiter keine Auslegungen mehr anführen. Nur sollte eben nicht nur allein des Marktes und vom Umsatz her alles so berechnend veranschlagt werden. Es macht einmal mehr Sinn, auch bei vielen Planungen doch auch Ziele und Grenzen zu sehen und danach einmal verantwortungsvoll zu handeln. Dies gilt jetzt für den Buchhandel und die Musikbranche. Ein immer noch mehr an Wachstum wird es nicht mehr geben. Ein Sättigungsgrad müsste den Machern auf vielen Gebieten eigentlich langsam bewusst sein.
    H. Kraft

  6. Ganz offensichtlich hat der Allmächtige die Buchbranche dazu verdonnert, sämtliche Fehler der Musikbranche nochmals minutiös nachzubegehen (z. B. DRM). Da hat sich Tim einfach den falschen Gegner ausgesucht. Was sind 50% Umsatzeinbrüche angesichts der Ewigkeit? – Wobei sich im Rückblick die relativ oligopole Musikbranche noch relativ leicht tat mit den Anpassungen an die Situation.

    Gleichzeitig glaube ich nicht so recht an Spotify. Mag ja sein, dass die großen Musikkonzerne damit verdienen, die Musiker aber nicht. Die ihrerseits aber immerhin noch die Möglichkeit haben, Geld mit Konzerten und Merchandising zu verdienen – eine Möglichkeit, die den Autoren nicht offen steht.

    • Und: Das Spotify für Bücher gibt’s ja eigentlich schon, und es nennt sich scribd.com. Gerade auch deutsche Verlage sind dort bestens vertreten, zum Beispiel die Spiegelbestenlisten. Bisschen blöd vielleicht, dass die (im Gegensatz zu Spotify) mit den meisten Verlagen keine Verträge haben und denen entsprechend GAR NICHTS von ihren millionenschweren Erlösen weiterreichen.

      Nun ja, gut, dass wir mal darüber gesprochen haben.

  7. Buchmarktknowledge | 10. April 2014 um 19:05 | Antworten

    Auf Augenhöhe heißt: Weg mit dem Kopierschutz, der ist umständlich im Handling (nicht nur bei älteren Readern) und vor allem nicht mehr zeitgemäß. Weg mit den unterschiedlichen Formaten, – keiner soll mehr sein eigenes, technisches Süppchen kochen und Märkte abriegeln. Auf Augenhöhe heißt: Flatrates wie in der Musikbranche (Simfy, Spotify, Napster..), denn wir wollen lesen, nicht besitzen. Auf Augenhöhe heißt: Wer ein gedrucktes Buch kauft, soll gratis den Ebook-Download dazu erhalten, denn wir entscheiden, ob wir Seiten blättern oder in der U-Bahn mit dem Smartphone lesen – im gleichen Buch.

  8. Susanne Vieser | 10. April 2014 um 17:43 | Antworten

    An Red Bucks: Das ist genau das, was Renner wahrscheinlich meint: In den Verlagen herrscht offensichtlich eine Haltung, dass Leser doof seien (niedrige Augenhöhe), weil, ja klar, sie lesen zuhauf Unterhaltungsliteratur und nichts Intellektuelles. Ganz offensichtlich fehlt Ihnen die Wertschätzung für diejenigen, die lesen und den Verlegern samt Mitarbeitern die Existenz ermöglichen. Und in Ihr bildungsbourgeoises Bild passt dann auch die Aussage, dass Musik-CD im Gegensatz zum Buch eigentlich keine Kulturträger sind.

    Achja, die wahre Intellektualität sammelt natürlich nur in Verlagen – und deshalb sind Bücher was ganz Anderes als simple Popsongs. Aber genau wegen dieser Arroganz werden sich Verlage ähnlich der Musikindustrie noch wundern, wenn Leser sich abwenden und lieber direkt mit den Autoren in Kontakt treten und auf Selfpublisher unterstützen. Die freuen sich nämlich, wenn ihre Werke gekauft werden und wenn sie mit Lesern in Kontakt treten können.

    Ja sicher „Angebote auf Augenhöhe“ ist ein Buzzausdruck – aber statt sich darüber aufzuregen, könnte man die Kritik ja mal annehmen und sich fragen, wo Verlage kunden- und leserfreundlicher werden könnten, serviceorientierter und – ja auch das – offener gegenüber dem vielleicht schlichten Bedürfnis nach Unterhaltung!

  9. Michael Dreusicke | 10. April 2014 um 15:08 | Antworten

    @Red Bug Books
    Ein Buch ist ein „Kulturträger“, Musik (sei es mit oder ohne Datenträger) aber nicht?
    Die Unterscheidung zwischen „E“ und „U“ in der Musik bedeutet die Trennung zwischen Hochwertigem und Schund?
    Gab’s diese Ignoranz irgendwo im Sonderangebot?

  10. Ich mag keine Schlagworte. Was sollen „Angebote auf Augenhöhe“ denn sein? Die Augenhöhe sehr vieler Leser ist verdammt niedrig. Und anders als im Musikbereich, gibt es den – vielleicht lästigen – Anspruch, dass das Buch ein Kulturträger sein soll. Die Musikbranche hat diesen Anspruch nie gehabt, da wurde schnell in E und U getrennt. Vielleicht sollte man DAS auch mit Literatur machen, damit am Ende nicht nur noch Schund übrig bleibt, bei all dem Ausschau halten nach Augenhöhe – bzw. Bikinizone.

    • Herr lass Hirn regnen | 10. April 2014 um 15:32 | Antworten

      Der “ Anspruch, dass das Buch ein Kulturträger sein soll“? Wer hat denn diesen Anspruch? Der Leser, mithin der Kunde? Wohl kaum! (Vielleicht abgesehen von einer bildungsbürgerlichen Minderheit.) Dieser Kommentar ist ein wunderbares beispiel für die Arroganz der ganzen Bücherszene. An dieser Arroganz werden die Verlage ersticken.

      • Sortimentsbuchhändlerin | 11. April 2014 um 12:30 | Antworten

        Das Buch gilt quasi gesetzlich als Kulturträger. Ob die Inhalte der meisten Bücher dies rechtfertigen, sei mal dahingestellt.
        Wenn aber plötzlich offiziell feststehen würde und die Verlage dies auch laut verkündigen würden, dass nämlich das Buch an sich KEIN Kulturgut sei, dann ließen sich die 7% MWST nicht mehr rechtfertigen, die bei Büchern zugrunde liegen.
        Denn die Legitimation für die 7%, statt der sonst üblichen 19% (z.B. auf Musik CDs oder DVDs, auch höchst anspruchsvolle und künstlerische) ist eben der Auftrag, Bildung und Kultur preisstabil (Ladenpreisbindung) und subventioniert (7% MWST)unters Volk zu verbreiten. Daher hat der Buchhandel, sowohl der herstellende als auch der vertreibende/verbreitende, eben diese Sonderstellung.
        Ob das noch zeitgemäß etc. ist, ist eine andere Frage, die an anderer Stelle zu beantworten ist.
        Logisch wäre jedoch, wenn Bücher und Hörbücher ebenfalls den 19% MWST unterliegen würden, würde der LP (Ladenpreis) sicherlich kräftig steigen.

  11. Der immer gleiche Sermon, aber vielleicht kommt es ja doch früher oder später in den Köpfen an.

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