Plus und Minus einer reifen Branche

Wie schlagen sich die Umbrüche in der Buchbranche in den Kennzahlen nieder? Addiert man die Umsätze der der „100 größten Buchverlage““, die buchreport aktuell zum 25. Mal erhoben hat, zeigt sich auf den ersten Blick das Bild einer reifen Branche ohne Wachstumsimpulse: Die Top 100 setzen seit Jahren mit geringen Schwankungen insgesamt um 5,9 Mrd Euro um. 2013 waren es jetzt mit 5,82 Mrd, gut 1% weniger als im Jahr zuvor.

Von einem gewohnt stabilen Geschäftsverlauf kann aber tatsächlich für viele der großen Verlage keine Rede sein:

  • 44 der 100 größten Verlage weisen signifikante Umsatzveränderungen von 5% und mehr aus, nach oben wie unten. 
  • Mehr als ein Viertel verarbeitete 2013 sogar zweistellige Umsatzausschläge in beide Richtungen – 16 mit einem Minuszeichen, 10 in Form veritabler Wachstumssprünge.

Dahinter stehen neben wechselnden Bestsellerkonjunkturen bei Publikumsverlagen sowie Umsatzeinbußen im Anzeigengeschäft von Fachzeitschriftenverlagen auch Desinvestitionen und Zukäufe:

  • Verlage fokussieren sich auf ein enger definiertes Kerngeschäft und trennen sich im Rahmen einer Redimensionierung von anderen Aktivitäten.
  • Von den Portfoliobereinigungen profitieren im Gegenzug Verlage, die die Gelegenheit für Arrondierungen nutzen.
  • Veränderungstreiber bleibt die Digitalisierung, die derzeit ganz intensiv die Bildungsverlage neue Wege suchen lässt und den Publikumsverlagen ein mittlerweile lebhaftes E-Book-Geschäft vermittelt.

Anders als in der Außenwahrnehmung der Branche, die vom populären Angebot der Belletristik, Sachbuch und Kinderbüchern in starkem Maße geprägt ist, dominieren das Ranking der größten Verlage Unternehmen mit den Ausrichtungen Fachinformation und Bildung.

An der Spitze der Rangliste steht unverändert die international aktive Wissenschafts- und Fachinformationsgruppe Springer Science + Business Media, vor der Bildungsverlagsgruppe Klett. Einziger Belletristik- und Sachbuchverlag in der Fach- und Bildungsphalanx der Top 15 ist die Verlagsgruppe Random House, die trotz Umsatzrückgang mit Rang 3 sogar einen Platz gutgemacht hat und an der Schulbuchgruppe Cornelsen vorbeigezogen ist, die sich von zahlreichen anderen Themensegmenten (Kinderbuch, Wissenschaft, Nachhilfeangebote) getrennt hat.

Für die Top 3 gibt es hier Detailinformationen. Das komplette Ranking umfasst 35 Seiten im buchreport.magazin 4/2014 und kann hier bestellt werden.

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