Nach dem Sex-Rausch

 

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe (re.), neben Gesellschafterin Liz Mohn und dem Autor Sascha Lobo bei einer Bertelsmann-Party, ©Bertelsmann.

Der Mega-Erfolg der Erotiktrilogie „Shades of Grey“ aus dem Jahr 2012 lässt sich schwer wiederholen, entsprechend nüchtern fällt die Bilanz von Random House-Mutter Bertelsmann für das vergangene Jahr aus. Thomas Rabe will den Medienkonzern jetzt durch Zukäufe und Sparmaßnahmen im Kerngeschäft auf ein größeres Wachstum trimmen.

Erst am 26. März präsentiert der Bertelsmann-Konzern seinen vollständigen Jahresbericht, die „FAZ“ (19.3.) hat vorab einen Einblick in das Zahlenwerk erhascht. Demnach hat Bertelsmann – wie bei der Vorlage der vorläufigen Jahreszahlen angekündigt – den Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2013 zwar um rund 2% auf 16,4 Mrd Euro gesteigert. Doch bei einem genauen Blick in die Zahlen sei zu sehen, dass der Konzern auf vergleichbarer Basis gegenüber dem Vorjahr Umsatz verloren habe.

Der Umsatzknick wird nach Informationen der „FAZ“ durch die Übernahme des britischen Penguin Verlags kompensiert, die  Bertelsmann einen zusätzlichen Umsatz von mehr als einer halben Milliarde Euro beschert habe. Ein weiterer dreistelliger Millionenumsatz sei aus der vollständigen Übernahme des Musikverlags BMG zugeflossen. 

Nicht nur das Buchgeschäft, auch die anderen Konzernsparten haben laut „FAZ“ im vergangenen Jahr geschwächelt – dies gelte für das Zeitschriftengeschäft Gruner + Jahr, für den Bertelsmann Club, das Druckgeschäft bei Prinovis und Beprinters und die Produktion von CDs und DVDs (Sonopress). Auch der Umsatz von Arvato habe stagniert.
Insgesamt habe Bertelsmann aber den Gewinn von 612 Mio Euro (2012) auf 800 Mio Euro (2013) gesteigert. Doch zu diesem Anstieg hätten auch außerordentliche Faktoren beigetragen. Operativ verharrte der Gewinn mit 1,7 Mrd Euro auf Vorjahresniveau. 

Wie Bertelsman wieder wachsen will

Angesichts der ernüchternden Bilanz will Konzernchef Thomas Rabe, wie berichtet, offenbar an den Kostenschrauben drehen und den Einkauf, die IT sowie das Finanz- und Personalwesen der fünf Konzernsparten teilweise zusammenlegen. Um den Konzern trotz stagnierender Kerngeschäfte wieder auf Wachstumskurs zu bringen, setzt Rabe offenbar vor allem auf Zukäufe. 
So etwa in Brasilien, wo der Konzern einen Education-Technologie-Fond in Höhe von 30 Mio Euro aufgesetzt hat, um sich an innovativen Bildungsunternehmen in dem südamerikanischen Land zu beteiligen. Oberster Lateinamerika-Beauftragter ist der CEO für Club- und Direktmarketinggeschäfte Fernando Carro.
Doch auch ein anderes Unternehmen hat in Brasilien bereits seine Fähnchen gesetzt: Amazon hat sich mit dem brasilianischen Bildungsministerium zusammengetan und konvertiert im Auftrag der Regierung Lehrbücher, um sie über seine Kindle-Geräte an hunderttausende Lehrer zu verteilen.

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