Burda hat kein Interesse an Weltbild

Seit Tagen kursieren die Gerüchte in der Branche, dass Burda bei der insolventen Verlagsgruppe Weltbild einsteigt. Jetzt hat der Medienkonzern klargestellt: kein Interesse.
Die Gerüchte erschienen nicht unrealistisch: Bis 2012 gab eine Zusammenarbeit beider Unternehmen unter dem Dach der Burda Weltbild Beteiligungs-GmbH (die vor zwei Jahren liquidiert wurde). Hinzu kommt, dass Paul-Bernhard Kallen, der Vorstandsvorsitzende der Hubert Burda Media Holding, im Aufsichtsrat von Weltbild sitzt. Auf Anfrage von buchreport.de erklärte Burda jedoch eindeutig, dass die Gerüchte unzutreffend seien.
Welche Unternehmen als mögliche Investoren in Augsburg  angeklopft haben, diese Frage bleibt also vorerst offen. Ursprünglich sollte die Belegschaft auf einer Betriebsversammlung am Freitag (14.3.2014) über den Stand bei der Investorensuche und die Pläne zum Personalabbau informiert werden. Doch die Betriebsversammlung wurde inzwischen auf den 20. März verschoben. Als Gründe nennt die Gewerkschaft, dass man immer noch über die Zahl der Entlassungen mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz verhandele; offen sei, wie diese sozial abgefedert werden können. Auch zur finanziellen Beteiligung der Kirche gebe es noch offene Fragen.
Anfang der Woche hatte die örtliche Zeitung „Augsburger Allgemeine“ vermeldet, dass jeder Dritte der 2200 Arbeitsplätze beim insolventen Medienkonzern bedroht sei. Diese Zahl bestätigt der Sprecher von Insolvenzverwalter Geiwitz zwar nicht, wohl aber „nötige Einschnitte“, über die mit Betriebsrat und Gewerkschaft verhandelt wird.  
Unsicherheit herrscht auch weiterhin bei der früheren Konzernschwester Hugendubel. Am Donnerstag (13.3.2014) fand in München erneut eine Betriebsversammlung statt, bei der sich die Geschwister Hugendubel nicht blicken ließen. Laut Verdi ist die Stimmung in der Belegschaft gemischt: Zwar sei man erleichtert, selbst nicht von der Weltbild-Insolvenz betroffen zu sein. Andererseits sei es unklar, wie es mit dem Filialisten weitergehe, insbesondere über die weitere Finanzierung machten sich die Mitarbeiter Sorgen – gibt es tatsächlich einen neuen Investor an Bord des Filialisten?

Mit deutlichen Worten hat Verdi gegenüber buchreport.de das Verhalten der Geschäftsführung gegenüber dem Betriebsrat kritisiert, der seit Monaten nicht genügend über den Stand der Dinge informiert werde. Dies sei ein eindeutiger Verstoß gegen die Betriebsverfassung.  

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