Auch die Buchmesse muss neue Wege gehen

Trotz des Weltbild-Schocks – die Aussteller reisen nach Einschätzung von Oliver Zille (Foto: Leipziger Buchmesse) mit Optimismus nach Leipzig. Entsprechend stabil sei auch die Leipziger Buchmesse, erklärt der Messechef im Interview. Gleichwohl müsse die Messe weiterhin experimentieren.

Zille ist seit 1988 bei der Leipziger Messe. 1991 kam er zur Leipziger Buchmesse, die er seit 2004 als Direktor führt.

Der Weltbild-Schock steckt den Verlagen noch in den Knochen. Wie startet die Branche in den Bücherfrühling?
Die Aussteller kommen mit Optimismus nach Leipzig und die Krise eines Großen ist nicht die Krise der ganzen Branche. Wir konstatieren eigentlich eine gute Stimmung bei den Verlagen. Und dementsprechend ist auch die Buchmesse sehr stabil.
Obwohl viele Verlage Etats umschichten oder auf die Kostenbremse treten?
Mit Gräfe und Unzer hat sich in diesem Jahr ein großer Verlag von der Buchmesse verabschiedet und das bedauern wir natürlich. Man verfolgt dort ein anderes Marketing-Konzept, geht jetzt wohl verstärkt ins Fernsehen und konzentriert das Geld 2014 auf den neuen Markenauftritt. Sonst gibt es aber keine größeren Abgänge. Im Gegenteil, wir haben wieder mehr Aussteller. Grundsätzlich ist die Zahl der kleineren unabhängigen Verlage weiter wachsend. Aber auch die Großen halten uns – bis auf die genannte Ausnahme – weiter die Treue.
Das Wachstum entsteht aber vor allem durch die Neupositionierung im Manga-Bereich … 
Die Leipziger Buchmesse findet in diesem Jahr erstmals im Verbund mit der neuen Manga-Convention statt. Dafür haben wir eine Halle mit 15 500 qm hinzugenommen, sodass wir auf eine Gesamtfläche von 84 500 qm kommen. Diese Neupositionierung wird aber der ganzen Buchmesse zugutekommen. 2013 war es in den Hallen sehr trubelig, dicht gedrängt und nicht immer angenehm. Jetzt gibt es deutlich mehr Platz für die Akteure. Und für die Besucher.
Benötigt auch eine Buchmesse mehr Mut zum Experiment?
Auch die Buchmesse muss neue Wege gehen und das passiert auch. In diesem Jahr hat die Konferenz „Der Weg zum Kunden – Zukunftsstrategien für die Branche“ Premiere, die wir in Zusammenarbeit mit der Akademie des Deutschen Buchhandels anbieten. Wenn das Format für Führungskräfte einschlägt, wird es Fortsetzungen geben. Das gilt auch für den „Deutschen Lehrertag“, der erstmals in Leipzig stattfindet. 
Für „Leipzig liest“ werden 3200 Veranstaltungen gemeldet. Braucht man den jährlichen Rekord für die Pressemappe?
Darum geht es nicht. „Leipzig liest“ ist ein wichtiger Impulsgeber für den ganzen Buchmarkt. Wir sind im Gegensatz zu Frankfurt eine Lesermesse, darin liegt unsere Besonderheit. Das Lesefest ist ein wichtiger Bestandteil und braucht ein starkes Programm, damit es wirken kann.

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