Lizenzhandel ist keine Einbahnstraße mehr

© Frankfurter Buchmesse

Deutschland ist einer der Schlüsselmärkte im internationalen Rechtehandel. Wenn deutsche Verlage beim Einkauf von Lizenzen auf die Bremse treten, läuten vor allem bei amerikanischen und britischen Literaturagenten die Alarmglocken, weil sie um ihre Zahlen fürchten. Doch die deutschen Verlage und Literaturagenten spielen nicht mehr nur als Einkäufer eine wichtige Rolle, auch umgekehrt ist der Markt in Bewegung. Die Lizenzeinbahnstraße wir für den Gegenverkehr geöffnet.

Wie sich der Rechtehandel des vergangenen Jahres in der Lizenzumfrage des Börsenvereins tatsächlich in Zahlen darstellt, wird erst in einigen Monaten nachzulesen sein. Die Zeichen stehen gut, dass das Verkaufsbarometer nach oben ausschlägt und die Schwäche von 2012 wettmacht, als laut „Buch und Buchhandel in Zahlen“ 6855 Lizenzverkäufe für die deutschen Verlage ein Minus von 14,3% bedeuteten. Doch einen erfahrenen Rechtehändler bringen diese Zahlen nicht aus der Ruhe, weil starke Schwankungen im Lizenzhandel Alltag sind.
Der Lizenzmarkt bewegt sich
Gefragt nach der aktuellen Entwicklung des Lizenzgeschäfts, lassen sich die Antworten der Rechtehändler und Literaturagenten, mit denen buchreport zum Jahreswechsel gesprochen hat, auf vier Worte reduzieren: „Es tut sich etwas.“ Und zwar nicht nur in den Ländern, mit denen deutsche Verlage ohnehin seit Jahren enge geschäftliche Beziehungen pflegen, wie etwa China, Polen, Spanien oder Südkorea, sondern auch in den beiden Märkten, die sich bislang als übersetzungsresistent erwiesen haben: Großbritannien und die USA.
Bei der Ursachenforschung für die positive Entwicklung des Lizenzgeschäfts sind sich die Rechtehändler einig: Kein Weg geht in der englischsprachigen Welt mehr an Amazon Crossing vorbei. Das auf Übersetzungen spezialisierte Imprint von Amazon Publishing hat in kurzer Zeit viel dazu beigetragen, deutschsprachigen Autoren in den USA mehr Beachtung zu verschaffen. 
Dem deutschen Markt schenken die Amerikaner besondere Aufmerksamkeit: Zehn der ins Englische übersetzten Titel, das sind 40%, gehen auf das Konto des Verlags, der dank Amazon.de immer genau weiß, wer und was sich hierzulande gut verkauft. Bei den Agenten rennen die Amerikaner offene Türen ein. Joachim Jessen von der Agentur Schlück: „Es hilft, dass Amazon Crossing großzügiger geworden ist und jetzt auch Vorschüsse zahlt, manchmal sogar nicht zu knapp.“
Die ausführliche Analyse zum Lizenzmarkt lesen Sie im buchreport.magazin Februar 2014 (hier zu bestellen). 

Kommentare

1 Kommentar zu "Lizenzhandel ist keine Einbahnstraße mehr"

  1. Das hört sich doch sehr nach Pfeifen im Walde an: Nehmen wir die Verkäufe nach China aus der Statistik, dann zeigt sich, dass die Zahlen seit Jahren rückläufig sind, und das besonders in den früheren Kernmärkten in Ost- und Mitteleuropa (die Schließung der Deutschen Buchinformationszentren in Warschau und Bukarest waren dabei nicht hilfreich). Ohne die massiven Kinder- und Jugendbuchankäufe in Mexiko, Brasilien und anderen Ländern Lateinamerikas wären auch die Verkäufe ins spanisch- bzw. portugiesischsprachige Ausland seit Jahren notleidend. Und wenn die Verkäufe in die USA zu 40 Prozent bei einem einzigen Abnehmer landen, zeigt dies eine grundlegende strukturelle Schwäche, die eigentlich die Alarmglocken schrillen lassen sollten. Dass im übrigen 10 Titel ausreichen, um auf 40 Prozent zu kommen, zeigt ebenfalls, dass die Bilanz äußerst bescheiden ausfällt.

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