Abwehr-Prämie gegen Headhunter

Die Kontroversen zwischen den Arbeitnehmervertretern und der Führungsspitze bei Weltbild setzen sich auch im Rahmen der Insolvenz weiter fort: Dass der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz die Führungskräfte trotz Insolvenz übertariflich bezahlt, sorgt für Unmut in der Belegschaft.
Hintergrund: Die Gehälter der Beschäftigten sind derzeit durch das Insolvenzgeld gesichert. Dieses wird für drei Monate von der Bundesagentur für Arbeit in Höhe des aktuellen Nettogehalts ausbezahlt – allerdings nur bis zu einer Obergrenze von 5950 Euro. Wer mehr verdient, müsste nach dem Insolvenzrecht auf die Differenz verzichten.
Nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen Zeitung haben einige Führungskräfte Druck auf den Insolvenzverwalter ausgeübt, der schließlich nachgab und jetzt die Differenz zum Gehalt in Höhe von insgesamt 1,23 Mio Euro aus der Insolvenzmasse finanziert. Der Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, Patrick Hacker, bestätigte, dass für außertarifliche Fachkräfte besondere Vereinbarungen getroffen wurden. „Ziel ist es, wichtige, außertariflich bezahlte Fachkräfte zu halten – insbesondere aus dem IT-Bereich“, erklärt Hacker. Hintergrund sei, dass Headhunter und Konkurrenten nach der Insolvenz-Nachricht in großem Stil unverzichtbare Fachkräfte abwerben wollten.
Der Betriebsrat hat gegen die Maßnahme schriftlich Protest eingelegt. Es sei keine „keine besondere Schutzbedürftigkeit derer erkennen, die monatlich mehr als 5.950 Euro verdienen“, heißt es in dem Schreiben, aus dem der Verdi-Weltbild-Blog zitiert. Hier werde offenbar mit zweierlei Maß gemessen: Denn die freien Mitarbeiter aus der Werbeabteilung (die wie reguläre Gläubiger behandelt werden) seien seit November nicht mehr bezahlt worden. 
Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Weltbild-Dossier.

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