Kein Abschied von Multichannel

Das eigene Filialgeschäft hat der Club Bertelsmann in den vergangenen Jahren radikal gekürzt. Die Hoffnungen liegen im Onlinegeschäft, das die Bertelsmann-Tochter ausbauen will. Im Interview zeigt Dirk Suda die Perspektive zum Relaunch des Club-Onlinegeschäfts.
Suda ist bei der DirectGroup Deutschland verantwortlich für die Bereiche Marketing, Kooperationen, New Member Marketing, IT & Operations und Customer Service. 
Wie beschreiben Sie den neuen Shop mit fünf Adjektiven?
aufgeräumt, bequem, einfach, kundenfreundlich, aktuell
Was hebt Sie vom E-Commerce-Wettbewerb ab?
Wir sind mit dem neuen Shop konzentriert auf das, was der Club am besten kann: Empfehlung und Preisvorteil. Das bildet die neue Site derclub.de aus meiner Sicht hervorragend ab. Und auf dem Stöbertisch als großes Hauptelement werden wir in den kommenden Wochen noch weitere Funktionen einrichten, die eine noch bessere Personalisierung ermöglichen. Das ist schon klasse, und da kommt noch mehr. 
Bei Weltbild wurde zuletzt eine Online-First-Strategie versucht, bei der Filialen und Katalog nur noch Satelliten waren. Ist das auch Ihre Marschroute, der Abschied von Multichannel?
Wo wir gerade beim Stöbertisch waren: Der ist ein typisches Filial-Mittel, das wir in die Online-Welt gebracht haben – es gibt also durchaus Verknüpfungen. Wie Sie auf den Abschied von Multichannel kommen, weiß ich nicht. Wir haben neben Filiale und Online auch ein starkes Katalog-Geschäft. Die Kanäle greifen sehr nützlich ineinander und wir wissen ziemlich genau, was und warum wir an welcher Stelle für welchen Kanal tun. Unser Marketing ist seit Jahrzehnten kanalunabhängig, so dass die Kunden egal wo sie auf uns treffen, dieselben Themen und Aktionen sehen.
Thalia hat 2013 80% der Tolinos in den Geschäften verkauft. Wie gelingt das Geschäft bei Ihnen angesichts des radikalen Rückbaus der Filialen?
Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung unserer Tolino-Absätze, sowohl beim Gerät, als auch bei den eBook-Käufen. Bei unserem Gesamtumsatz verschiebt sich natürlich das Gewicht von den Filialen Richtung Online und Katalog, daher jetzt auch mehr Platz für den Tolino im neuen Webshop. Ansonsten stellen wir wie unsere Kooperationspartner in der Tolino-Initiative fest, dass die Kunden die persönliche Beratung vor Ort schätzen. Was wir aber auch zunehmend feststellen: viele Kunden sehen den Erfolg des Tolino und das Gerät auch über Katalog und online.
Der E-Book-Marktanteil des Clubs ist weiterhin (laut GfK) sehr gering. Woran liegt’s? Was muss passieren, damit der Club in der Allianz nicht zum Juniorpartner degradiert wird?
In der Tolino-Initiative hat jeder seine Rolle, darüber machen wir uns keine Gedanken. Dass wir nicht der größte Buchhändler sind, war allen von Anfang an klar. Aber Größe ist eben nicht alles.
Was wird vom Club in 3 Jahren bleiben?
Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren Kernkompetenzen Empfehlung und Preis unsere Kunden erreichen. Mit dem neuen Shop zeigen wir, dass das auch in Zukunft so bleiben wird.

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