Selfpublisher bilden keine Ausnahme

Die von Selfpublisher Hugh Howey veröffentlichte E-Book-Analyse („Selfpublisher verdienen mehr“) hat große Wellen geschlagen. Michael Cader von „Publishers Lunch“ antwortet jetzt mit einer eigenen Marktanalyse – und kommt zu einem gänzlich anderen Schluss als Howey. Zusammengefasst:  
Wie der E-Book-Markt wachsen und schrumpfen konnte

Nach den Zahlen der Assocication of American Publishers sind die Umsätze mit E-Books – analog zur Entwicklung im Gesamtmarkt – auf Verlagsseite von Januar bis Oktober 2013 um 4% gesunken. Auf den ersten Blick widerspricht das den Erfolgsmeldungen von beispielsweise HarperCollins und Simon & Schuster, die große Umsatzsprünge mit E-Books verzeichnen. Cader erklärt dies damit, dass Scholastic und Random House mit ihren Bestsellern „Die Tribute von Panem“ und „Shades of Grey“ 2012 einen großen Teil des E-Book-Kuchens für sich beansprucht haben. Im vergangenen Jahr haben sich die Anteile dann – mangels großer Bestsellererfolge bei Scholastic und Random House – unter den Verlagen verteilt, so dass einige ein hohes Plus verzeichnen konnten, während Scholastic und Random House vermutlich nicht an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen konnten.

Zudem werden in den Einzelmeldungen der Verlage die internationalen E-Book-Umsätze berücksichtigt. Da große E-Book-Händler im vergangenen Jahr deutlich expandiert haben, ist davon auszugehen, dass das Wachstum also häufig in fremden Märkten stattgefunden hat  und nicht in den USA, so Cader.

Selfpublisher reißen das Ruder nicht rum

In diese Richtung weisen auch die Daten von Smashwords: Der Selfpulishing-Dienstleister hat für 2013 ein Umsatzplus von 30% gemeldet, was Cader aber vor allem auf eine Expansion in andere Kanäle und Märkte sowie eine deutliche Titelsteigerung zurückführt. Insgesamt hat Smashwords im vergangenen Jahr 20 Mio Dollar umgesetzt – also im Schnitt 80 Dollar pro Titel. Das zeigt: Auch im Selfpublishing-Sektor verteilt sich der Erfolg auf einige wenige Autoren. Eine Tatsache, die Howey nicht berücksichtigt habe, kritisiert Cader. 
Rechnet man die Entwicklung von Smashwords auf den Gesamtmarkt hoch und berücksichtigt dabei, dass das Unternehmen nicht an Amazon liefert, so würde der Gesamtumsatz im Selfpublishing-Sektor bei etwa 180 Mio Dollar liegen, schätzt Cader. Damit liege der Selfpublishing-Umsatzanteil am gesamten E-Book-Markt bei 11%, der Titelanteil bei schätzungsweise 20%. 
Addiert man den so geschätzten Umsatz der Selfpublisher zum E-Book-Gesamtmarkt hinzu, so hätte der Markt zwar etwas mehr umgesetzt als bisher geschätzt. Auf die Gesamtentwicklung des Marktes wäre der Einfluss aber nach wie vor gering, so Cader: Statt einem Minus von 4% würde der E-Book-Markt dann ein Minus von 1% verzeichnen. Sein Fazit: Es könne nicht die Rede davon sein, dass die Selfpublisher das Ruder rumreißen würden und der E-Book-Markt eigentlich gewachsen sei, wenn sie nur in den Zahlen berücksichtigt würden – dazu sei ihr Einfluss auf den Gesamtmarkt noch immer zu gering.

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