Neue Startrampe für den Tolino

Statt einer filigranen Produkt-Navigation inszeniert der neue Club-Shop drei Zugänge zum Angebot: Auswählen, Stöbern und Suchen.

Im stationären Geschäft tritt der Club seit vergangenem Jahr immer fester auf die Bremse. Beim Internet-Vertrieb gibt die Bertelsmann-Tochter dagegen Gas. Ein neuer Shop soll das Onlinegeschäft ausweiten. Größte Herausforderung: Im E-Book-Geschäft endlich Akzente setzen.

Seit vergangener Woche ist der neue Shop des Bertelsmann Clubs online, der den Einkauf im Netz personalisieren und die Einzelhandels-Tugenden Empfehlung und Auswahl nachbilden soll. Wesentliche Merkmale des Shops:
  • Im Shop navigieren soll der Nutzer über drei Zugangsformen, die im Seitenkopf gezeigt werden: „Auswählen“ (Übersicht über komplettes Sortiment), „Stöbern“ (Bestsellerlisten, Sonderaktionen, Angebote) und „Suche“. Der Shop verzichtet also auf eine so filigrane wie den Kunden möglicherweise ob der Komplexität abschreckende Produkt-Navigation, die permanent eingeblendet wird.
  • Die Individualisierung soll über einen im Seitenfuß angeordneten „Infoassistenten“ erfolgen, der personalisierte Kaufempfehlungen abgeben soll.
  • Das Tolino-Angebot soll deutlicher als zuvor hervorgehoben werden, Kunden können laut Bertelsmann ihre digitale Bibliothek bequemer bearbeiten.
  • Für Relaunch und Vermarktung hat der Club die Firmen Novomind, Nionex, Interactive Tools und Quisma an Bord geholt.
E-Commerce hat 25% Umsatzanteil

Dirk Suda, Co-Geschäftsführer der Direct Group Germany und verantwortlich für Marketing, IT und Unternehmensentwicklung, taxiert den Umsatzanteil des Onlinegeschäfts auf 25%. „Jetzt ist es Zeit, den Shop noch attraktiver zu machen – damit entwickeln wir diesen wachsenden Kanal weiter“, so Sudas Ansage.

Die zentrale Herausforderung für den Club bleibt die Weiterentwicklung des eigenen Tolino-Geschäfts. Denn dem Miterfinder der Anti-Kindle-Allianz (hier mehr) ist es bislang nicht gelungen, auf dem E-Book-Markt entscheidend Akzente zu setzen. Laut GfK dümpelt der Marktanteil des Clubs zwischen dem 3. Quartal 2012 (also vor der Tolino-Einführung) und dem 3. Quartal 2013 (zwei Quartale nach Tolino-Start) bei 1%. Damit liegen die Gütersloher weit abgeschlagen hinter den Digitalchampions Amazon (43%), thalia.de (14%), weltbild.de (14%) und Apple/iTunes (7%), während zumindest buecher.de (4%) und ebook.de (Libri, 3%) in Sichtweite liegen. 
Der Ausbau des Marktanteils wird allerdings umso schwieriger, je schneller der Club das Filialgeschäft zurückbaut. Wie berichtet, sollen 2014 in Deutschland 41 Filialen schließen, am Ende blieben dann nur noch knapp 60 Standorte. Beim Tolino-Partner Thalia/buch.de wurden im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 80% der Tolino-Reader in den Thalia-Filialen verkauft – besonders bei der typischen Buchhandels-Klientel erfolgt der Erstkontakt mit dem digitalen Lesen offenbar im bekannten Laden-Ambiente.  

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