Kommunikation mit den Codern

Verlage und potenzielle Partner aus dem Technologiesektor finden nicht immer von selbst zusammen. Das Mainzer Institut für Buchwissenschaft ist Teil einer europaweiten Initiative (hier mehr Infos), die dabei helfen soll. Professor Christoph Bläsi erklärt Hintergründe und Ziele.
Werden bald in den Verlagen genauso viele Coder wie Lektoren arbeiten?
Es verschiebt sich auf jeden Fall etwas in diese Richtung. Bei vielen innovativen Produkten aus der Buchwelt kommt ein großer Teil des Know-hows nicht nur von der Content-, sondern auch von der IT-Seite. Wirklich gut wird ein Produkt nur, wenn beide Seiten „smart“ sind – und es beiden Mitarbeitergruppen gelingt, eine gemeinsame Sprache zu finden. Natürlich muss nicht jeder Verlagsmitarbeiter programmieren können. Aber eine gewisse Vorstellung davon, was mit IT geht und was nicht und wie man einem IT-Kollegen eine Idee bestmöglich schildert, ist durchaus gefragt.

Welche Rolle spielt nun das Netzwerk TISP als Vermittler zwischen den Branchen?

Die meisten Verlage haben erkannt, dass IT-Know-how sowohl auf Produkt- als auch auf Prozessseite enorm wichtig ist, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Wir wollen ihnen nun letzte Berührungsängste nehmen und europaweit Kontakte zu kleineren und mittleren Technologieunternehmen ermöglichen. Umgekehrt haben kleinere IT-Unternehmen die Buchbranche meist nicht auf dem Radar. Unser Ziel ist, ihnen zu vermitteln, dass es im Bereich Publishing interessante Ansatzpunkte für IT-Lösungen gibt.

Wie bringen Sie beide Seiten zusammen?

Zunächst erfolgt dies in erster Linie über geeignete Veranstaltungen auf Messen und Events beider Branchen. Mittlerweile ist uns darüber hinaus klar geworden, dass wir TISP auch ins Virtuelle tragen müssen.

Wo profitieren die Verlage konkret?

Die Produktseite steht mit Themen wie dem E-Book natürlich stark im Mittelpunkt. Aber auch digitalisierte Prozesse, z.B. im Wissensmanagement oder Marketing, die vom Medium weitgehend unabhängig sind, sind für uns wichtig. Wir beschränken uns außerdem nicht auf rein technologische Lösungen, sondern berücksichtigen auch die Frage nach den passenden Geschäfts- und Erlösmodellen. Dabei gilt es zu bedenken: Es gibt nicht die eine Lösung für alle, individuelle Entscheidungen sind stark von der Strategie und der Finanzkraft des betroffenen Unternehmens abhängig.
Haben Sie Publikumsverlage dabei ähnlich stark im Blick wie Fachverlage?
Wir denken auch an Publikumsverlage, aber da ist ein bisschen Wunschdenken dabei. Viele der fokussierten Technologien vermitteln sich Fachverlagen einfach leichter. Es gibt aber Prozessbereiche wie Social-Media-Marketing, in denen IT-Fragen für fast alle Publikumsverlage ebenso interessant sind.
Zur Person: Christoph Bläsi

ist Professor für Buchwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Das Institut ist am EU-geförderten Projekt Technology and Innovation for Smart Publishing (TISP, hier mehr zum Projekt) beteiligt, dessen 25 Mitglieder Verlage zu einer engeren Zusammenarbeit mit dem Technologiesektor und Bewerbungen für EU-Förderprogramme ermutigen.

Kommentare

1 Kommentar zu "Kommunikation mit den Codern"

  1. Vedat Demirdöven | 6. Februar 2014 um 11:16 | Antworten

    Ein hoch interessanter und erfolgversprechender Ansatz die beide Seiten Content (meist Print getriggert) auf der einen Seite und IT als Berater, Produktentwickler zusammen zuführen und für den Anwender/Leser neue attraktive Produkte zu publizieren und Know-How in den Verlagen aufzubauen.

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