Unfug, Beschiss und Niedergang

Gut geschriebene Polemiken zu Branchenthemen sind selten. Umso stärker fällt ein Text des Buchgestalters Friedrich Forssman (Foto: Suleika Dahl) ins Auge, der im Suhrkamp-Blog gegen digitale Bücher wütet  – und im Internet für Diskussionen sorgt.

Dass auch bei digitalen Büchern eine ansprechende Typografie nicht auf der Strecke bleiben muss, das hat buchreport in einem Webinar gezeigt. Referenten waren der Berater Michael Hofner und der Typografie-Experte Robert Strauch. Hier kann das Video zum Webinar gekauft werden.


Unter der harmlosen Überschrift „Warum es Arno Schmidts Texte nicht als E-Book gibt“ (ein Thema, das nur kurz abgehandelt wird) geht Forssman in seinem Text direkt in medias res: „Muß man eigentlich noch etwas gegen E-Books sagen? Müssen sie einem nicht womöglich leid tun, die albernen Dateien, die gern Bücher wären, es aber niemals sein dürfen? Ja, das muß man, und nein, das müssen sie nicht, sie sind ein Unfug, ein Beschiß und ein Niedergang.“
Forssmans zentrale Argumentation: Das E-Book nehme Fortschritte des gedruckten Buchs zurück:
  • Kein Weiterverkauf: E-Books könnten beispielsweise nicht weiterverkauft werden – an dieser Stelle folgt ein Seitenhieb gegen den Börsenverein, der „mit seinem eigenen Lesegerät (inzwischen eingestellt) und seinem ,Libreka‘-E-Book-Plattform-Flop Millionen verbrannt hat“ und eine entsprechende Entscheidung des Landgerichts Bielefeld fröhlich begrüße, dabei aber falsche Gründe und „abstoßende Marketing-Sprache“ verwende.
  • Gläserner Leser: Das Sammeln von Nutzerdaten (Leseverhalten, Kommentare) sei „gespenstisch“, ebenso die Perspektive, dass auf Basis dieser Daten die digitalen Inhalte attraktiver gemacht werden sollen. „Sie haben nach Ende der Lektüre von Band 1 nicht gleich Band 2 bestellt? Sie haben die Lektüre womöglich gar nicht beendet, sondern bei jener gewissen Länge nach dem ersten Drittel aufgehört? Dann muß der Text an den entsprechenden Stellen kürzer oder glatter gemacht werden und der Cliffhänger am Schluß steiler, damit Sie Verbraucher ihn besser verbrauchen können.“
  • Zensur: E-Book-Dateien könnten zensiert werden, bei einem erneuten Laden die Texte könnten diese „mit gerechterer Sprache oder noch neuerererer Rechtschreibung oder dort neuerdings gekürzt, wo vorher diese Länge nach dem ersten Drittel war“ ausgeliefert werden.
  • Fragwürdige Geschäftsmodelle: Es lohne sich nicht mehr, Bücher zu lektorieren und zu korrigieren, „weil mit ihnen nichts mehr verdient werden kann, landen sie doch sowieso bald auf illegalen, dafür aber leicht erreichbaren Download-Seiten.“ E-Book-Flatrate-Angebote brächten den Autoren kaum etwas.
  • Keine Ästhetik: Die Form des E-Book-Textes auf dem Reader sei „zufällig, frei wählbar und bestenfalls eine Zumutung“. 
Forssmans abschließende Bemerkung: „Ich möchte nie, nie wieder auf ein Podium geladen werden – als amüsantes Buch-Fossil, als Kontrastprogramm zu den Zukunftsvisionären in Form von Google-Oligarchen, Börsenvereins-Geldverbrennern und analphabetischen Digitalhipstern mit ADHS im Vollbild – und mir noch ein weiteres Mal anhören müssen, ,daß ja noch nie ein neues Medium ein altes Medium verdrängt habe‘. Bitte, bitte nie wieder diesen Unfug sagen, ja? Der Codex hat das Rollenbuch verdrängt, das gedruckte Buch hat das handgeschriebene verdrängt, das Radio die Hausmusik, das Fernsehen das Radio (jedenfalls als Leitmedium), das Internet das Fernsehen (jedenfalls als Nervmedium).“

Kommentare

20 Kommentare zu "Unfug, Beschiss und Niedergang"

  1. Klaus (Leser, kein Wischer) | 31. August 2015 um 12:09 | Antworten

    „…falls Sie die „Ilias“ als E-Book lesen wollen: Bitte, wir leben in einer freien Gesellschaft, jeder kann machen, was er will. Nur: Alles, was wir über uns wissen, verdanken wir der Überlieferung aus Büchern, und das seit bald zweitausend Jahren. Bisher aber gibt es keinen Beweis dafür, dass die elektronischen Geräte ähnlich lange überdauern werden. … Wenn wir im Keller Bücher finden, die wir einst als Kind gelesen haben, bewegt uns das. Wenn wir aber eines Tages die Diskette finden, die wir als Kind verwendet haben, kann unser Computer sie nicht mehr lesen, und die Diskette ist dieselbe wie die einer beliebig anderen Person.“ (Umberto Eco, Dezember 2010, FAZ interview)

  2. Eine schöne Polemik, und ich kann den Ärger von Friedrich Forssmann über arrogante Hipster verstehen, die immer wieder Steigerungsrate mit Marktanteil verwechseln. Allerdings kommt in seinem Text eine Facette der digitalen Buchwelt gar nicht vor: Die schwindende Bedeutung der Buchverlage als Gate Keeper. Ein Autor, der ein Buch veröffentlichen wollte, muss nämlich erst einmal einen Verlag finden, der ihm das ermöglicht. Dafür behält der Verlag dem Autor bis heute nicht nur 90 Prozent des Verkaufspreises vor, sondern das Ansinnen scheitert oft schon von vorn herein, weil die Lektorate so knapp besetzt sind, dass unaufgefordert eingegangene Manuskripte gar nicht beachtet werden. Anstatt unbekannte Autoren zu fördern (was bei den erwähnten 90 Prozent eigentlich drin sein sollte) kaufen die Verlage lieber Lizenzen von Autoren, die im Ausland schon erfolgreich waren. Das Lektorat, das die Spreu vom Weizen trennen soll, wird zur unüberwindlichen Hürde, denn selbst das größte Talent bleibt unentdeckt, wenn keiner hinsieht. Hier ändern Self-Publishing-Plattformen wie Amazon die Regeln: Es entscheidet nicht mehr der Verlag (Amazon), ob ein Buch veröffentlicht werden soll, sondern der Autor. Die Einstiegshürden sind quasi null. Und ob sich das Buch verkauft oder nicht, entscheidet auch nicht der Verlag, sondern die Community: Qualität setzt sich durch, mieses Zeug nicht. Ob das Buch dann auf Papier oder als Datei kommt, ist dann am Ende nur noch ein Detail. Amazon (und andere E-Book-Plattformen) arbeiten mit Dienstleistern zusammen, die Book on Demand anbieten und so bei Bedarf auch Papier liefern. Was (aus Sicht des Verlagsprofis) häufig fehlt, ist die professionelle Bearbeitung des Buches: Cover, Lektorat, Typografie. Da sehe ich ein noch zu lösendes Problem, denn der Autor selbst hat es nicht im Kreuz, vor dem ersten verkauften Buch für einen Grafiker oder einen Lektor Geld auszugeben. Der Autor geht zwar ins Risiko, indem er das Manuskript schreibt, ohne dafür einen Vorschuss zu bekommen, aber das ist „nur“ seine eigene Arbeitszeit. Ich könnte mir vorstellen, dass sich im Netz Produktionskollektive zusammenfinden, die aus einem Manuskript ein Buch machen und sich dann darauf verständigen, nach welchem Schlüssel die Einnahmen aufgeteilt werden – und der E-Book-Dienstleister (Amazon) könnte diesen Schlüssel bei der Abrechnung berücksichtigen. Den Aspekt Self-Publishing sollte man bei der Betrachtung des Phänomens E-Book nicht außer Acht lassen. Neulich las ich, dass die derzeitigen Top Ten in den deutschen Kindle-E-Books alle von Self Publishern stammen. Und dass dieser Markt noch komplett unterentwickelt ist, sieht man unter anderem daran, dass eine Autorin namens Poppy J. Anderson allein mit vier Titeln in den Top Ten vertreten ist.

    • Herr Kemper, lernen Sie selbst erst mal Deutsch. Sie verzapfen genau das gleiche Kauderwelsch, wie man es in den Büchern der großen und kleinen Verlage findet.
      Auch wenn alle Argumente von Hr. Forssman vollkommen richtig sind, sie lösen das Grundproblem nicht: Die Leser haben die Nase voll von dem, was heute auf den Markt geworfen wird und als Buch oder gar Literatur bezeichnet wird.
      Es bleibt nichts anderes mehr übrig, als ebooks herunterzuladen und selbst sprachlich nachzubearbeiten.

      Der Vorteil dieser sogenannten illgalen Downloads:kein Kopierschutz, keine Überwachung, kein Buchhändler und kein Amazon.
      Aber glauben Sie ja nicht, daß mit ebooks kein Geld zu verdienen ist, es sind eben nur andere, die jetzt das Geld für anderer Leute Leistung einstreichen.

  3. Amélie von Tharach | 5. Februar 2014 um 22:37 | Antworten

    Ich hab soeben ein Gespräch zweier „älterer“ Männer (so um die 40, offensichtlich aus der IT-Branche) belauscht (sinngemäß wiedergegeben). „Also meine Tochter ist vollkommen daneben. Bei den Kids ist das voll angesagt, mit einem Buch unterm Arm durch die Gegend zu laufen. Ich hab ihr ein iPad gekauft, und das ist megaout, sagt sie. Ich versteh die Jugend nicht mehr …“

    Vielleicht zeichnet sich hier ein Trend(chen) ab.

    Auch wenn man mich wie Löwen, die drei Wochen nur mit Salatblättern ernährt wurden, anfallen wird (Zitat aus dem Klassiker: Asterix und Obelix als Gladiatoren), so ganz daneben liegt Friedrich Forssman nicht, und das von ihm beschriebene, schöne Beispiel von Tante Börsenverein lässt lächeln.

    Wenn man den Text genau liest, dann drückt Forssman brutal den Finger in die Wunde der in einem geschützten Reservat, tröge vor sich hindümpelnden Branche, die wie das Kaninchen vor der Schlange auf Amazon schielt, und insgeheim neidisch denkt: „Sch… was machen die besser. Warum ist mir so etwas nicht eingefallen.“

    Amazon ist gerade mal 20 Jahre alt, der Online-Handel ist nicht viel älter, und eBook-Reader gibt es seit etwa 15 Jahren. Viele Verlage sind älter, und die Entscheider, die dahinter stehen, müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die in ihren geschützten Elfenbeintürmen die neue Zeit verpennt haben.

    Das eBook und self-publishing mit allen Auswüchsen ist nicht mehr wegzudiskutieren. eBook und Self-Publishing sägen die Beine der bequemen Sessel an und durch.

    Das Rad immer wieder neu erfinden bringt auch nichts. Ich behaupte sogar, dass im Reader-Krieg tolino und Co. gegen den Kindle bereits verloren hat. Und ich behaupte, dass das gedruckte und gebundene Buch eine große Zukunft hat, aber nicht als aufgekochter koofmich, ich bin ein aufgekochter Schwedenschinken.

    Vielleicht sollten manche Verlagsverantwortliche und die Expertenzunft, die mit „abstoßender Marketing-Sprache“ (Zitat: Friedrich Forssman) schwurbelige Worthülsen produziert, an das uralte Zitat „no risk no fun“ erinnert werden. Im Krieg und in Krisenzeiten wurden schon immer die besten Ideen und größten Erfindungen geboren. Das bedeutet: Amazon muss noch stärker werden. Es muss richtig weh tun, dann entsteht Neues, Geniales, und dann zeigt auch die Umsatz- und Ertragskurve beim gedruckten Buch wieder nach oben.

    Übrigens: Im Text von Herrn Forssman sind die Alleinstellungsmerkmale (USP) des gedruckten und gebundenen Buchs versteckt. Man muss den Schatz nur noch heben
    .

  4. Michael Gisiger | 5. Februar 2014 um 16:37 | Antworten

    „Forssmans zentrale Argumentation: Das E-Book nehme Fortschritte des gedruckten Buchs zurück: […] Keine Ästhetik: Die Form des E-Book-Textes auf dem Reader sei „zufällig, frei wählbar und bestenfalls eine Zumutung“.“
    Genau, eine Zumutung für alle Menschen, die in ihrer Sehleistung eingeschränkt sind und darum dank E-Readern endlich vernünftig lesen können – ohne mit irgendwelchen Hilfsmitteln die Pseudo-Ästhetik sog. Buchgestalter mühsam entziffern zu müssen.

    Aber gut, wer über „analphabetische Digitalhipster mit ADHS im Vollbild“ wettert und sich dabei so ein typografisches „Meisterwerk“ als Webseite leistet (http://goo.gl/dVbRXe), sollte soweiso besser zuhause bleiben …

  5. Beim Lesen eines Buches geht es nicht um die Ästhetik der Verpackung (Gestaltung, die Haptik, den Geruch usw), es geht darum, möglichst schnell in den Inhalt abzutauchen und alles drumherum zu vergessen. Als ich noch gedruckte Bücher las, habe ich oft welche auf dem Flohmarkt erworben, welche Flecken enthielten, über deren Ursprung ich gar nicht erst nachdenken wollte. Egal, wenn das Buch gut geschrieben war, bin ich halt abgetaucht. Ich habe das Gefühl, das sich oft Leute zum Thema Buch und Lesen äußern, die gar keine leidenschaftlichen Leser sind. Das Gutenbergzeitalter geht unwiderruflich zu Ende, das Rad der Zeit wird nicht mehr zurückgedreht.

  6. Mona Checisnki | 5. Februar 2014 um 15:23 | Antworten

    Ästhetik: stimmt, da ließe sich vielleicht aus technischer Seite noch einiges machen. Ästhetik, da könnte Herr Forssmann wohl eher die Haptik gemeint haben. Denn das ist, was vorrangig den Buchlesern so gefällt. Klassischer Satz für „Buchbevorziehleser“ : „Ich will ein Buch in der Hand haben, auch mal die Seiten umknicken können“.

    Lektorieren/korrigieren:
    a)Sehr wohl fällt bei einem ebook schlecht Geschriebenes negativ ins Auge und verleidet einem das Lesen. Die Überzahl der ebook-Schreiber bemüht sich sehr und vor allem auch erfolgreich. Habe schon viele tolle ebooks gelesen, auch als VielHolzBuchLeserin.
    b) Nicht zu vergessen, wie viele Holzbuchautoren mit ihren Büchern auch nichts verdient haben, weil eben keine wie ursprünglich gedachte Leserschaft, wissen große Buchhandlungen aus täglichem Erleben. Es gibt stapelweise Bücher, die verscherbelt werden zu Spottpreisen…alles einmal Autoren gewesen, die von Verlagen verlegt wurden, beworben und irgendwann in der Ramschkiste strandeten. (Habe selbst im Buchhandel gearbeitet)

    Gläserner Leser?
    angeführter Begründung ist nicht erwähnenswert. Übrigens, woraus rekrutieren sich denn die Bestsellerlisten?

    kein Weiterverkauf:
    Na und? Ebook-Leser wissen dies von Anfang an und können mit diese Einschränkung, die keine ist, sicher leben. Mal ganz davon abgesehen, dass ebooks ohnehin günstiger als Holzbücher sind.

  7. Jörg Braunsdorf | 5. Februar 2014 um 15:19 | Antworten

    Danke Herr Forssmann für den erfrischenden Text. Die Kulturpessimisten sind die simplen Verherrlicher digitaler Welten. Lesetip: Eco/Carriere, Die große Zukunft des Buches

  8. Aber das sind doch alles gewichtige Kritikpunkte! Daraus kann man aber auch den Schluß ziehen, dass die ebooks, so wie sie heute sind (DRM-verseucht und händlergebunden) nicht so bleiben sollten. Die Musikindustrie hat über 10 Jahre gebraucht, bis sie sich zum offenen MP3-Format hat zwingen lassen. Und manche kaufen sogar noch (wieder) LPs …

  9. In unser technik-verliebten Welt wird Herr Forssman auf taube Ohren stoßen. Heute haben wir Hörbücher, damit wir uns das Lesen sparen, das ohnehin nicht zu den Stärken vieler gehört. Wir protzen lieber in der Bahn mit dem Kindle HD Fire, lesen aber doch nur die Biografie von Dieter Bohlen. Gewöhnen Sie sich daran, dass wir uns in Zukunft das Wissen gleich einpflanzen lassen, vielleicht werden unsere Enkelkinder mit USB-Anschluss auf die Welt kommen, damit sie sich ihre E-Books gleich ans Hirn schließen können.

  10. Ich bin kein Ebook-Gegner, ich finde es nur interessant, welch große Anstrengungen unternommen werden mussten, um die Ebooks einigermaßen so hinzukriegen, dass sie dem gedruckten Buch ebenbürtig werden. Dann nehme ich doch gleich das papierene und muss Papier nicht elektronisch simulieren. Auch möchte ich an alle Hersteller in Verlagen erinnern, die entlassen und durch Informatiker ersetzt wurden.

  11. Recht hat er! Mit jedem seiner Argumente trifft er den Nagel auf den Kopf.
    Es ist doch pervers, daß Amazon und „Du weißt schon wer“ mithört, was und wie jemand auf dem Kindle liest.

    • In Deutschland darf das Finanzamt ohne Segnung der Justitia einfach so auf jedes Konto schauen. Das ist viel schlimmer als wenn Amazon auf den Reader schaut, aber das hat niemanden aufgeregt. Schöne Glosse:

      http://ef-magazin.de/2013/12/3

      Aber Amazon lässt sich abschalten: Mobile Verbindung ausschalten, Amazon wird blind, Bücher über USB laden, Akku hält viel länger. Versuchen Sie das mal mit dem Fiskus!

  12. Helmut von Berg | 5. Februar 2014 um 12:27 | Antworten

    Das einzig ernst zu nehmende an den Ausführungen betrifft die Ästhetik. Dieses Problem wird seit geraumer Zeit beim Forum Verlagsherstellung der Buchmesse wie auch – in diesem Jahr wiederholt – beim Publishers‘ Forum in Berlin (u.a. mit Bertram Schmidt-Friderichs und Michael Hofner) behandelt.
    Das Problem als unüberwindbar darzustellen belibt das Privileg von Friedrich Forssmann.
    Will er sich damit einen Platz in einem Museum reservieren?
    Unter einer ›gut geschriebenen Polemik‹ stelle ich mir etwas anders vor.

    • Andreas Selling | 6. Februar 2014 um 12:06 | Antworten

      „Das einzig ernst zu nehmende an den Ausführungen betrifft die Ästhetik“? – Na, Herr von Berg, da gehen Sie ja sehr nonchalant über einige durchaus ernst zu nehmende Kritikpunkte von Herrn Forssmann hinweg. Datenschutz, Zensur und nachträgliche Veränderung / Bereinigung digitaler Inhalte usw. usf.- das kann man doch nicht als Blödsinn abtun. So digital-naiv und unschuldig kann doch heute – nach NSA & Co – niemand mehr sein!

  13. Lucas Lüdemann | 5. Februar 2014 um 12:23 | Antworten

    Wozu das Interview? Es ist doch schon alles gesagt. Herr Forssmann spricht doch vielen gleichgesinnten Un- und Halbwissenden aus der Seele. War das nicht Sinn und Zweck des Beitrags? Eben diesen Kräften in der Buchbranche auf die Schulter zu klopfen und zuzuprosten?
    Das merkwürdig anmutende dabei ist nur, dass das im falschen Medium veröffentlicht wurde, als Blogartikel (!). Dann doch bitte als schön gelayoutetes Stück Papier. Dann bleibt das im richtigen Kreis.

  14. Die E-Books haben viel mehr Angst vor Herrn Forssmann, als er vor ihnen!

  15. Finde die Argumente gegen das E-Book totaler Blödsinn und zum Teil selbst verschuldet.

    Das geht los, wer zwingt jemanden zum Kopierschutz?
    Niemand, das geht schon damit los, dass ich ein E-Book nur auf 5 Geräten lesen kann und auf Sumatra nicht lesbar ist, was der praktischste PDF- und Epub-Reader ist unter Windows, von Linux ganz zu schweigen.
    Das Layout bleibt doch erhalten, siehe GU Verlag, die bekommen es auf die Reihe – und Suhrkamp nicht?
    Wer sein Geld auf Reisen verdient, der will keine Bücher tragen und meine wichtigsten Bücher wiegen 3 Kilo.
    Minimalismus ist mit einen Bücherregal nicht machbar, dazu bin ich froh über die Suche, wenn in 1400 Seiten ein bestimmtes Wort suche.

    Das Raubkopieren hat zwei Gründe, der erste ist der fallende Lohn.

    Ob jemand kopiert oder kein Buch kauft, dürfte für einen Verlag egal sein, da solche Käufer sowieso ausfallen.
    Schliesslich ist es ein Unterschied, ob ich für 15 Euro die Stunde arbeite oder entlassen werde und dann wieder eingestellt werde für 7 Euro nochwas, das Sozialhilfe brauche um überhaupt meine Miete zu zahlen.
    Später bei einer Rente von 345 Euro braucht man auch nicht über Buchkäufe zu reden.
    Aber da höre ich nichts von Verlagen oder denn Börsenverein des Buchhandels, die das anprangern.
    Das Ausbreiten des Minilohnsektors zerstört euren Kundenstamm.
    Dazu braucht es oft ein zweiten Job oder die Arbeitszeiten sind so lang, das man erschöpft nach Hause kommt.
    Und dieser verkleinerte Markt, der muss mit Gebrauchtbüchern von 1 cent, den Fernsehen und das Internet geteilt werden.
    Wie soll da ein tragfähiges Geschäftsmodell daraus werden?
    Bei mir in der Familie ist es sogar so, das ein Buch höchstens 4 Euro neu kosten darf, ansonsten kann ich mir was anhören von Geldschwendung.

    Dann war das Thema das Bücher präsentativ sind, nun bei steigenden Wohnungspreisen, ein arges Problem, deswegen löse ich meine Büchersammlung auf und stelle auf Digitale Bücher um.
    Aber da war ja das andere Totschlagargument, des Wiederverkaufens, aber das lohnt sich für mich fast nicht mehr.
    Grad durch Medimobs gibt es für ein aktuelles Buch oft nicht mehr als Centbeträge, da kann ich es auch wegwerfen, da immer mehr Menschen kein Bock zum Lesen mehr haben in meiner Umgebung.
    E-Book-Flatrate, könnte ich gebrauchen, ist allerdings wie früher bei denn Clubausgaben, für Autoren nicht gut, da kann ich der Kritik auch folgen.
    Dazu ohne Kopierschutz nicht umsetzbar.

    Wenn der Kopierschutz weg wäre, dann gebe es auch das Problem des Gläsernen Kunden nicht mehr.
    Allerdings das schlimmste an der Sache, wieso kann nicht mit Google eine Plattform aufgebaut werden?
    Sie wissen wie das geht und der Börsenverein hat denn Lesestoff.
    Der Rest ist eine Frage der Verträge.
    Einfach sich hinstellen, das es dumm ist Digital zu lesen, das zeigt etwas über Niveau des Herausgebers.
    Das gleiche sagt man früher über Autos und das nur Pferde angemessen sind und was haben wir heute?
    Wenn ein E-Books erfolgreich werden sollen, dann müssen die Bedingungen günstiger werden.
    Zum Beispiel gefällt mir von Eckhard Tolle „Eine neue Erde“.
    Das Ebook ist grad mal 4 Euro billiger als die Druckversion, aber der Kopierschutz hält mich von kaufen ab, dann lässt mich Adobe das Buch nicht lesen auch wenn ich es gekauft habe, wie oft passiert, dann kann ich es auch nicht nutzen.
    Immer mehr lese ich Sozialen Netzwerken von denn Problem.
    Nur dann sagen die Leser das es Betrug sei und meiden E-Books wie der der Teufel das Weihwasser.
    Nicht meckern, sondern die Bedingungen ändern, dann wird was draus.

    Übrigens der Kopierschutz war auch der Grund warum ich nur noch eine Musik CD im kaufe und PC-Spiele komplett verzichte.
    Die Branche hat sich so selbst geschädigt und ich hoffe das die Buchbranche daraus lernt.

  16. Nicola Bardola | 5. Februar 2014 um 10:47 | Antworten

    No drama. Die digitale Karawane zieht weiter.

  17. Johannes Haupt | 5. Februar 2014 um 10:06 | Antworten

    Er sorgt nicht für Diskussionen, er sorgt für nahezu einhelliges Kopfschütteln – ein gewichtiger Unterschied.

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