Aufmarsch der Gefährten

Ein überwältigender Erfolg für Readfy: Obwohl das Online-Portal noch immer offline ist, haben die per Crowdfunding-Plattform gesuchten Investoren bereits tief in die Tasche gegriffen, um das werbefinanzierte E-Book-Abo zu unterstützen. Innerhalb von 23 Stunden hat das Unternehmen bereits über 100.000 Euro eingesammelt. 
Über das Crowdfunding-Portal Companisto (Kunstwort aus „company“ – Unternehmen und „companions“ – Gefährten) haben sich mehr als 300 Klein-Investoren bereit erklärt, in das (auch bei buchreport.de vorgestellte) Düsseldorfer Start-up zu investieren und ab Beträgen von 5 Euro Anteilseigner werden. Die Finanzierung läuft noch 29 Tage. Im Beteiligungsvertrag ist als maximale Beteiligungssumme 500.000 Euro genannt.
Das Geld will Readfy laut „Wallstreet Journal vor allem in den Ausbau des sozialen Erlebnisses investieren. Bis Ende der Woche arbeitet das Unternehmen aber zunächst noch am Ausbau der Serverkapazitäten. Am 7. Februar soll www.readfy.com wieder online gehen.

Kommentare

3 Kommentare zu "Aufmarsch der Gefährten"

  1. Es stellt sich nur die Frage, ob sich das am Ende für Verlage und Autoren rechnen wird. Bei Spotify bekommt der Rechteinhaber 0,6 bis 0,84 Cent (!) pro Stream. Selbst wenn man diesen Erlös auf den normalen E-Book-Preis hochrechnet, kommt man auf nicht mehr als 3 bis 10 Cent pro E-Book. Davon kassiert der Verlag in der Regel noch 50 %. Kurz gesagt: Selbst bei einem Megabestseller, der 100.000 mal gelesen wurde, kämen nur € 3.000 Euro am Ende raus. Im Vergleich: Verkauft der Autor sein Werk für 2,99 Euro bei Amazon, hat er schon damit € 200.000,– verdient.

    Bei einer Werbeeinblendung ist das kaum anders. Im günstigsten Fall kassiert das Portal 30-50 Euro pro Tausend Impressions. Davon bleiben bestenfalls 50% beim Verlag, also 15 Euro. D.h.: Bei 100.000 Lesern kassiert der Verlag auch hier nur € 1.500 Euro. So eine Rechnung funktioniert nur bei Magazinen wie Spiegel.de, die an die 30 Mio. Impressions und mehr pro Monat haben.

    So oder so, die einzigen, die davon profitieren, sind die Leser – aber nicht die Autoren und Verlage.

    • Amélie von Tharach | 6. Februar 2014 um 16:30 | Antworten

      Da kann ich nur zustimmen, aber eines verstehe ich nicht. Zitat: „Verkauft der Autor sein Werk für 2,99 Euro bei Amazon, hat er schon damit € 200.000,– verdient.“
      Wer verdient die 200.000 (zweihunderttausend) Euro? Bezieht sich das auf die 100.000 mal gelesen = 100.000 mal gekauft (was ja für ein eBook wirklich ein Megaseller wäre)

      • Natürlich nur, wenn der Autor 100.000 mal sein Werk zum Preis von 2,99 Euro verkauft. Das war nur ein Beispiel, um die Gewinnspanne zwischen amazon und readfy aufzuzeigen. 🙂

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