Das You von Youtube wörtlich nehmen

Youtube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Buchverlage nutzen die Video-Plattform intensiv, um auf ihre Bücher aufmerksam zu machen – allerdings gibt es noch viel mehr Möglichkeiten fürs Marketing, meint buchreport-Webinar-Referent Michael Praetorius (Foto).

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Wenn man sich die erfolgreichste Youtube-Channel anschaut, dann stammen die selten von etablierten Firmen oder Medien, sondern eher von home-grown stars. Woran liegt das?
Youtube ist eine Plattform, die es jedem ermöglicht, Video zu publishen oder sogar live zu senden, diese Offenheit unterstützt die Graswurzelkultur, in der sich Marken oftmals schwer tun. Marken sind zudem meist an Ziele gebunden oder möchten besonders schnell eine große Reichweite oder gezwungenermaßen Viralität auslösen. Manche Youtuber erreichen dies auf eine natürliche Art. Der Großteil der Videos stammt allerdings nicht von etablierter Marken oder erfolgreichen Internet-Celebrities, sondern von vielen einzelnen Nutzern, die nur eine überschaubare Reichweite erzielen.

Buchverlage beschränken sich in der Regel damit, Buchclips hochzuladen, zB um diese dann wieder auf der eigenen Webseite einzubetten. Reicht das?

Für Buchverlage ist das Hochladen von Trailern eine von vielen Möglichkeiten. Wie würden Buchverlage agieren, wenn sie einen ganzen TV-Kanal bespielen würden? Würden sie womöglich Interviews und Talkshows mit Autoren senden? Würden sie live Lesungen übertragen? Würden sie Verfilmungen von Buchausschnitten senden? Die Bandbreite ist sehr groß. Zum Glück muss kein Verlag ein lineares 24-Stunden-7-Tage-Programm im Netz produzieren. Aber die Möglichkeiten würde die Plattform bieten. Zudem ist Youtube ein hochinteraktives Medium, bei dem Autoren vor, während und nach der Veröffentlichung auch mit Lesern und Nutzern in Kontakt kommen können. Betrachtet man den Markt der E-Books und des Selbstpublishings, könnte Youtube auch eine Infrastruktur für Bewegtbild-Content sein, der als Snippets in digitalen Buchausgaben möglich wäre.

Wo sehen Sie ein Best-Practice-Beispiel eines Verlags?

Es gibt wenige gute Beispiele aus der Verlagswelt. Den besten Überblick erhält man, wenn man sich die Methodik erfolgreicher Kanäle und Nutzer ansieht und deren Wirkungsweisen auf den Buchmarkt überträgt. 
Dass bei den erfolgreichen Angeboten auf Youtube meist nicht die Marke im Fokus ist. Ist das für Buchverlage, die ihre Markenbekanntheit verbessern wollen, eine Hürde?

Persönlichkeiten spielen in Sozialen Netzen eine große Rolle. Wir folgen lieber Personen als Marken, abonnieren oder liken lieber Personen als Unternehmen. Auch eine persönliche Ansprache ist viel interessanter als noch ein weiterer Werbekanal. Das „You“ von Youtube sollte man also sehr wörtlich nehmen. Autoren sind oft Persönlichkeiten, manchmal sind sie etwas schlauer, manchmal sehr präsent. Hier sollte sich niemand verbiegen, aber wer sich zum Beispiel lieber selbst im kleinen Kreis vor eine Kamera setzt als ins große TV-Studio, kommt genau so auf seine Kosten wie Autoren, die in regelmäßigen Livestreams eine große Bühne suchen. Wenig halte ich von anonymen Kanälen aus der Unternehmensperspektive. Das will keiner sehen.

Was halten Sie von Angeboten wie von Starkoch Jamie Oliver, der über 1 Mio Abonnenten hat?
Jamie Oliver ist genau so ein Beispiel. Die Person ist die Marke. Natürlich sollten sich Verlage an erfolgreichen Marken beteiligen und das in der ganzen analogen und digitalen Bandbreite.

Es gibt einige Youtube-Alternativen, wie schätzen Sie deren Stellenwert ein?

Seit das englische Königshaus seinen eigenen Youtube-Kanal eröffnet hat, war für mich klar, dass Youtube kein Videoportal mehr, sondern eine Standardplattform ist. Die BBC hat die Olympischen Spiele via Youtube gestreamt. Google hat die Plattform fest in eine Vielzahl von Geräten eingebaut. Sie können heute auf jedem modernen Fernseher, Smartphone, Tablet oder einer Spielekonsole Youtube schauen. Youtube ist in seiner Reichweite, technischen Verbreitung und Skalierbarkeit unerreicht. Es gibt sicherlich Nischenangebote wie Vimeo oder livestream.com, die noch andere Zielgruppen erreichen oder andere technische Möglichkeiten bieten. Wer Bewegtbild erschließen will, sollte aber erst mal mit Youtube beginnen und aus den faszinierenden Analysen der eigenen Videos lernen.

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