Aufmerksamkeit jenseits der Verkaufströme

Mit Blick auf den Deutschen und den Schweizer Buchpreis fordert die Interessengemeinschaft österreichischer Autoren einen eigenen Buchpreis für Österreich. Doch die Sponsorensuche dürfte keine leichte Aufgabe werden.
Ein Österreichischer Buchpreis sei „angesichts der immer ruckartigeren, monopolhafteren Durchschleusung von Neuerscheinungen durch den Buchhandel und die Medienrezeption dringend geboten“, erklären IG-Geschäftsführer Gerhard Ruiss und der Autor und Herausgeber der Literaturzeitschrift Kolik, Gustav Ernst, in einem Brief, aus dem der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) auf buecher.at zitiert.
Eine solche Auszeichnung ermögliche eine andere Präsentation der Verlagsarbeit und Aufnahme der in Österreich erscheinenden Bücher als das üblicherweise der Fall sei. Er macht auf die interessante Buchproduktion jenseits der großen Verkaufsströme aufmerksam. Deshalb sollten sich die interessenspolitischen Einrichtungen der Branche für einen eigenen Buchpreis stark machen. 
Sollte ein solcher Preis tatsächlich eingerichtet werden, müssten sich auch die Österreicher auf Sponsorensuche begeben. Kein leichtes Unterfangen, zeigt ein weiterer Blick über die Landesgrenzen:

  • Der bayerische Buchpreis „Corine“ wurde 2012 und 2013 nicht vergeben, weil es an der Finanzierung scheiterte (buchreport.de berichtete).
  • Nach dem turnusgemäßen Ausscheiden der Sparkassen-Stiftung Frankfurt wird zurzeit auch für den Deutschen Buchpreis ein neuer Sponsor gesucht. Der Börsenverein berichtet aber von aussichtsreichen Gesprächen mit einem Sponsor. Auf jeden Fall soll der Bestand des Preises nicht gefährdet sein: Notfalls will der Verband die rund 250.000 Euro für Preisgelder und Jurorenspesen selbst tragen. 

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