Von Apple und Amazon abgehängt

Die Telekom will nicht nur ihren Online-Kiosk Pageplace schließen, auch die meisten anderen Download-Portale des Unternehmens werden abgestoßen. Betroffen ist mit Musicload auch ein Musik- und Hörbuch-Portal. 
Wie das „Handelsblatt“ berichtet, stoppt die Deutsche Telekom ihre Download-Dienste Music-, Software-, und Gamesload. Allein Videoload soll bestehen bleiben, da der Videodienst zweistellige Wachstumsraten aufweise. Betroffen sind 50 Mitarbeiter.
Noch laufen Gespräche mit möglichen Partnern, die den Musik- und Spieledienst übernehmen könnten. Doch der Markt ist umkämpft: Marktführer Apple beherrscht mit iTunes den Musikmarkt, gefolgt von Amazon. Musicload liege zwar auf Platz 3, doch der Abstand zu den mächtigen US-Konzernen sei groß, so das „Handelsblatt“. Zudem setzt sich Musik-Streaming (beispielsweise über Spotify) als Alternative zunehmend durch.
Die Schließung trifft auch die Buchbranche, schließlich bietet die Telekom ihren rund 4 Mio registrierten Nutzern nach eigenen Angaben knapp 40.000 Hörbücher im MP3-Format an. Doch auch im Hörbuch-Bereich bringt die Konkurrenz von Amazon-Tochter Audible und Apple iTunes die Telekom in Bedrängnis.

Digitaler Musikmarkt hat in Deutschland um 12% zugelegt

Aus Sicht von Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie, hat die Telekom mit Musicload einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Piraterie geleistet: „Die Deutsche Telekom hat mit Musicload im Bereich des digitalen Musikvertriebs wichtige Pionierarbeit geleistet und mit dazu beigetragen, dass sich der legale Download in Deutschland – trotz der bekannten Marktverzerrungen durch das illegale Angebot – fest etablieren konnte. War zum Start von musicload kaum eine Handvoll Dienste in Deutschland verfügbar, ist das digitale Angebot heute mit fast 70 Diensten erwachsen geworden. Gerade in den letzten drei Jahren erleben wir dabei eine starke Dynamik, die sich sehr positiv auf den Markt auswirkt – und natürlich auch Veränderungen und Konsolidierungsprozesse auf der Angebotsseite mit sich bringt.“

Insgesamt hat der digitale Musikmarkt in Deutschland im vergangenen Jahr nach Schätzungen des Bundesverbands Musikindustrie um etwa 12% zugelegt. Auch der Gesamtmarkt verbuchte – nach 15 rückläufigen Jahren – 2013 erstmals wieder ein kleines Umsatzwachstum. So stieg der Umsatz aus dem Verkauf physischer Tonträger und Downloads sowie den Einnahmen aus dem Musikstreaming nach ersten Einschätzungen um rund 1% auf etwa 1,45 Mrd Euro.

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