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Heinrich-Mann-Preis 2014 der Akademie der Künste an Robert Schindel

Der Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste geht in diesem Jahr an den Essayisten, Romanautor, Lyriker und Regisseur Robert Schindel. Diese Wahl trafen die Juroren Norbert Miller, Hans-Dieter Schütt und Robert Menasse, der Preisträger des letzten Jahres. Der mit 8.000 € dotierte Preis für Essayistik wird am 27. März, dem Geburtstag Heinrich Manns, im Akademie-Gebäude am Pariser Platz verliehen.
Aus der Begründung der Jury: „Als Robert Schindel einmal gefragt wurde, in welcher Tradition er sich und sein Werk sehe, antwortete er verwundert, zugleich verwundernd und dabei das Geheimnis der Wucht seines Werkes preisgebend: ‚Ja gibt es denn verschiedene Traditionen? Ich kenne nur eine: die Geschichte unserer Gewordenheit!’  (…) Oft wurde Robert Schindels Sprachgewalt gerühmt. Es ist sein immer wieder glückender Anspruch, unsere Zeitgenossenschaft in ihrer Gewordenheit zu verdichten, die aus Robert Schindel einen so großen, auf seine Weise einzigartigen Dichter macht. Mit seinem formal reichen, vielgestaltigen Werk – Gedichte, Romane, Stücke, Libretti und Essays – knüpft Robert Schindel dort an, wo Heinrich Mann aufhören musste: bei der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, und entwickelt daraus ein großes Orchester von Stimmen und Stimmungen, Idiosynkrasien und Traumata, Glücksmomenten und Sehnsüchten, Vergessenem und Schwelenden, und dabei gelingt ihm, was nur große Literatur vermag: dass wir Zeitgenossen uns begreifen und Spätere uns verstehen.“ 
Robert Schindel wurde am 4. April 1944 in Bad Hall bei Linz als Kind österreichischer Kommunisten jüdischer Herkunft unter dem illegalen Namen Robert Soel geboren. Seine Eltern waren, getarnt als elsässische Fremdarbeiter, im September 1943 nach Österreich eingeschleust worden, um dort eine kommunistische Widerstandsgruppe aufzubauen. Nach ihrer Enttarnung wurden sie im August 1944 nach Auschwitz deportiert. Schindels Vater wurde im März 1945 in Dachau ermordet, seine Mutter überlebte Auschwitz und Ravensbrück und kehrte im Juli 1945 nach Wien zurück, wo sie ihren Sohn wiederfand.
Nach dem Abbruch der Schule und einer Buchhändlerlehre holte Robert Schindel die Matura nach und begann 1967 das Studium der Philosophie. Seit 1987 arbeitet er als freier Schriftsteller, seit 2009 lehrt er am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien.
Veröffentlichungen u.a.: „Ohneland. Gedichte vom Holz der Paradeiserbäume 1979-1984“ (1986), „Ein Feuerchen im Hintennach. Gedichte 1986-1991“ (1992), „Gebürtig“. Roman (1992), „Die Nacht der Harlekine“. Erzählungen (1994), „Gott schütz uns vor den guten Menschen. Jüdisches Gedächtnis – Auskunftsbüro der Angst“ (1995), „Nervös der Meridian“. Gedichte (2003), „Wundwurzel“. Gedichte (2005), „Mein mausklickendes Saeculum“. Gedichte (2008), „Man ist viel zu früh jung“. Essays und Reden (2011), „Der Kalte“. Roman (2013), alle im Suhrkamp Verlag.
Die Preisträger der letzten Jahre waren Robert Menasse (2013), Uwe Kolbe (2012) und Marie-Luise Scherer (2011). 
Die diesjährige Preisverleihung findet am Donnerstag, den 27. März, um 20 Uhr in der Akademie der Künste, Pariser Platz, statt.

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