Wir haben Weltbild nicht ausgenommen

Warum hat die Kirche den Geldhahn zugedreht? – Peter Beer (Foto), Aufsichtsratschef bei Weltbild, hat sich in einer Pressemitteilung zu den Hintergründen der Insolvenz des Augsburger Medienkonzerns geäußert.
Beer verteidigte die Weigerung der Kirche, weitere Finanzspitzen aufzuziehen. Die Bemühungen, das Unternehmen wieder zum Erfolg zu führen, seien leider fehlgeschlagen. In den kommenden drei Jahre hätten laut Geschäftsführung 135 bis 160 Mio Euro aufgebracht werden müssen, um die Sanierung umzusetzen. Im Herbst sei dieser Betrag von der Geschäftsführung auf 65 Mio Euro beziffert und von den Kirchengesellschaftern akzeptiert worden. Zur Entschuldung käme anschließend ein weiterer dreistelliger Millionenbetrag hinzu. „Ein derart hoher finanzieller Aufwand kann zumal angesichts verbleibender erheblicher Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Entwicklung des Unternehmens von den Gesellschaftern nicht verantwortet werden“, so Beer.
Und weiter: „Die Gesellschafter stehen in dieser schwierigen Situation zu ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Man werde Mittel zur Abfederung sozialer Härten bereitstellen.

In der „Tagespost“ legt Beer in einem Interview nach. Es sei „völlig unangebracht“, den Gesellschaftern vorzuwerfen, sie hätten das Unternehmen nur finanziell ausgenommen, ohne sich um es zu kümmern. „Die Gesellschafter haben vielmehr etwaige Überschüsse ganz überwiegend in das Unternehmen reinvestiert. So gaben einige Diözesen beispielsweise Darlehen in zweistelliger Millionenhöhe, die bis jetzt nicht getilgt wurden und aufgrund der aktuellen Lage wahrscheinlich auch nicht mehr getilgt werden. Nicht ausgeschüttete Gewinne beziehungsweise Gewinnvorträge in Höhe von über 100 Millionen Euro wurden zudem in jetzt wohl ebenfalls verlorene Genussrechte umgewandelt und damit dauerhaft im Unternehmen belassen.“ 

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