Digital im freien Fall

Der Abwärtstrend bei Barnes & Noble hält an: Auch im Weihnachtsgeschäft verzeichnete der größte US-Filialist starke Umsatz-Einbußen, und zwar besonders in der E-Book-Sparte. In der Branche wird derzeit erneut über eine Zerschlagung des Unternehmens diskutiert.  
Nach Angaben des Buchfilialisten sanken die Umsätze in den neun Wochen bis 28. Dezember 2013 in den (rund 670) Filialen sowie dem Onlineshop bn.com um 6,6% auf 1,1 Mrd Dollar; auf vergleichbarer Fläche (also Schließungen von Filialen herausgerechnet) schrumpften die Erlöse um 5,5%.
Die größten Sorgen bereitet den B&N-Strategen die Entwicklung der Nook-Sparte. Aus dem Verkauf von Lesegeräten (E-Reader und Tablets) sowie Inhalten wurden Umsätze in Höhe von 125 Mio Dollar erzielt, 60,5% weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz mit digitalen Inhalten sank dabei um 27%, der Umsatz mit Hardware und Zubehör um 67%. Laut B&N liegt der eigene Anteil am E-Book-Markt aktuell bei 20%.
Die Bilanz zum Weihnachtsgeschäft wirkt besonders kritisch angesichts der schwachen Basis im Vorjahr: In den finalen neun Wochen des Jahres 2012 waren die Verkäufe der Nook-Lesegeräte und -Medien bereits mit –13% rückläufig gewesen: das „Retail“-Geschäft in den Filialen sowie mit dem Onlineshop war seinerzeit um 11% geschrumpft (hier mehr).
Das hohe Nook-Minus wird von den B&N-Strategen damit erklärt, dass zu Weihnachten 2012 zwei neue Nook-Tablets vorgestellt worden seien, im vergangenen Weihnachtsgeschäft aber nicht. Hinzu komme, dass auf dem Markt ein heftiger Preiskampf bei E-Books tobe, der auch B&N unter Druck setze.
Barnes & Noble hatte sich im vergangenen Jahr teilweise vom Tablet-Geschäft verabschiedet, zumindest aus der Entwicklung eigener Geräte. Künftig will der Filialist Tablets von anderen Herstellern einkaufen und in der Nook-Sparte vertreiben. Seit Einführung der Nook-Hardware 2009 habe man rund 10 Mio Geräte verkauft, bilanzierte B&N anlässlich der Präsentation der Weihnachts-Zahlen.
„Wir sind über die Bilanz zum Weihnachtsgeschäft erfreut“, lautet die (überraschende) Einschätzung des neuen B&N-CEO Michael P. Huseby, der allerdings den Fokus dieser Aussage auf das Kerngeschäft legt (zu dem Nook nicht gehört).
Wie geht es jetzt weiter mit B&N? Die Wirtschaftspresse spekuliert darüber, dass Husebys Mission darin besteht, B&N zu zerschlagen. Er habe bei seinen früheren Jobs viel Erfahrungen mit Spinoffs gesammelt, insbesondere beim US-Medienkonzern Cablevision.

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