Verlage müssen enger zusammenrücken

Thomas Wilking im Gespräch mit Hartmut Jedicke und Christian Schumacher-Gebler (v. li.). © Astrid Schmidhuber für buchreport
Der schwedische Medienkonzern Bonnier hat in Deutschland eine stattliche Publikumsverlagsgruppe aufgebaut und zuletzt mit der Übernahme des Berlin Verlags und der Klett-Kinderbuchtochter Esslinger Bereitschaft signalisiert, sein Portfolio weiter abzurunden. Ob das reichen wird? Diese Frage wird in der Münchner Bonnier-Zentrale offen gestellt. Die mittlerweile erreichten 200 Mio Euro Umsatz sind womöglich immer noch zu leichtgewichtig in einem Markt, in dem sich Größen wie Amazon, Apple und Co. immer breiter machen.
Für den weiteren Ausbau von Bonnier Media Deutschland ist jetzt mit Christian Schumacher-Gebler (38) ein junger Verlagsmanager als neuer Chef angetreten, der die Möglichkeiten des wachsenden Digitalgeschäfts etwas offensiver akzentuiert als Vorgänger Hartmut Jedicke, aber ebenso die damit verbundenen Risiken und möglichen Fehlentwicklungen für den gesamten Buchmarkt benennt.
Jedicke (60), seit 1995 bei Bonnier und seit 2007 CEO von Bonnier Media Deutschland, bleibt in der Münchner Bonnier-Zentrale an Bord, um sich auf seine internationalen Aufgaben zu konzentrieren: Er führt seit Frühjahr 2013 die neu geschaffene Holding Bonnier Books International, die die Buchaktivitäten der Bonnier-Gruppe außerhalb Skandinaviens mit den Hauptmärkten Deutschland und Großbritannien zusammenfasst, sowie die 2012 gegründete Einheit Bonnier Books New Markets, die aktuell den Eintritt in den polnischen Markt forciert.
Im Interview mit Thomas Wilking erläutern die Holding-Manager ihre Strategie für den Medienkonzern. Und stellen auch selbst die Frage, ob Bonnier die richtige Größe hat, um mit den internationalen Disruptoren mitzuhalten. „Wir sind nach wie vor offen für jede Art von sinnvollem Wachstum. Wenn es strategisch sinnvoll ist, wollen wir versuchen, uns zu vergrößern“, erklärt Schumacher-Gebler. In naher Zukunft „könnten strategische Allianzen für uns wichtiger werden. Wir sind jedenfalls offen für weitergehende Formen der Zusammenarbeit.“

Allerdings dürfte man strategische Allianzen nicht mit „einem Huckepack-Vertrieb verwechseln“, betont Jedicke, da diese Form der Kooperation nicht weit genug gehe: „Aber sonst kann man sich viele Anknüpfungsmöglichkeiten vorstellen. Verlage sind sicherlich gut beraten, ein bisschen näher zusammenzurücken.“

Das große Interview lesen Sie im buchreport-magazin 1/2014 (hier zu bestellen). Darin äußern sich die Manager auch zu den Perspektiven für den deutschen Buchmarkt, zu neuen Geschäftsmodellen und zum Kampf gegen den Preisverfall von Büchern. 

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