Nach Shakespeare kam nur Greg

Die Bauchnabelfixierung der Branche ärgert ihn, ebenso wie Allgemeinplätze zum Print-Geschäft, zu DRM und Innovationen. Zu kurz gekommen ist bei Steffen Meier (Online-Chef im Ulmer-Verlag, AKEP-Sprecher) in diesem Jahr die „geistige Lektüre“ – allerdings mit Grund.
Das hat mich am meisten gefreut
Einzelne Punkte kann ich schwer benennen. Vielleicht in Summe die Kontakte zu vielen Branchen-Kollegen (aber auch darüber hinaus) und der offene, auch kontroverse Austausch, aber eben immer „open minded“ – es gibt für mich (und für viele andere Kollegen) noch so unwahrscheinlich viel zu lernen, auszuprobieren, so viele spannende Projekte da draussen. In diesem Zusammenhang muss ich mich auch bei all meinen AKEP-Kollegen bedanken, die diesen Austausch mit so viel Energie und Einsatz vorantreiben. Das ist schon beachtlich, was hier im Ehrenamt, auf freiwilliger Basis, passiert.
Das hat mich am meisten geärgert
Trotz einer mir attestierten Seniorität habe ich es immer noch nicht zu echter Abgeklärtheit geschafft. Insofern habe ich mich auch in diesem Jahr mit Vehemenz über Vieles geärgert in dieser bauchnabelfixierten Branche. Zum Glück verfüge ich zusätzlich über ein in dieser Hinsicht phänomenal schlechtes Gedächtnis. Sollte ich aber 2014 wieder Stichworte wie „Mein Kerngeschäft ist Print und wird es bleiben“, „Wir brauchen Digital natives“ oder „DRM ist auch im Sinne des Kunden“, „Innovationsmanagement ist unser täglich Brot“ zu hören bekommen, wird mein Blut sicher wieder in Wallung geraten.
Das habe ich 2013 am liebsten gelesen
Von Jahr zu Jahr stelle ich an mir fest, dass ich immer mehr lese: Blogbeiträge, Fachbücher, E-Mails, Feeds, Whitepapers, Fachinformationen, Studien, Social-Media-Posts. Da auch mein Tag nur 24 Stunden hat, verringert sich die Zeit für das, was früher „geistige Lektüre“ genannt wurde. Außerdem bin ich der (sicher irrigen Meinung), dass nach Shakespeare in der Belletristik nicht wirklich Relevantes erschienen ist. Außer „Gregs Tagebücher“, die klaue ich immer meinem Sohn.
Das steht auf meiner persönlichen Agenda 2014 (Top-3)
Dem mitunter körperlichen Raubbau durch Bewegung, gesunde Ernährung und viel Schlaf etwas entgegensetzen. Und mich in einigen Dingen zurücknehmen und in anderen neu zu orientieren.
Das muss sich in der Branche 2014 ändern 
Nichts. Im Sinne von „Nichts, was nicht in den Jahren zuvor schon hätte geändert werden müssen“. Ein Zulassen der Liberalität von Ideen, Meinungen wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung und weniger des Alte-Männer-Mantras „Das kennen wir alles schon“, das doch nur aus der Angst vor Veränderung entsteht. Mehr Taten, weniger Lippenbekenntnisse für die Branchenpresse.

Foto: Pia Kleine Wieskamp

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