Wir vergeben noch viel zu viele Potenziale

2013 war das Jahr der großen Erkenntnisse, meint René Kohl. 2014 könnte das Jahr der Umsetzung werden, hofft der Kohlibri-Chef, der dabei auf eine große Beteiligung der Buchhändler setzt.

Das hat mich am meisten gefreut
Zwei Dinge: 

Erstens haben wir bei Kohlibri im November innerhalb von einer Woche die mobile Webseite für unseren Shop eingerichtet – und sie wird prima angenommen. Aufgabe spät erkannt, aber dafür wenigstens gut gelöst.

Zweitens entwickelt sich die Kooperation mit unseren Partner-Verlagen Andere Bibliothek und Metrolit hervorragend. Wie man hochwertige Buchkunst prima digital in Szene setzt, ist hier gut zu sehen. Ich freue mich auf weitere gute Vorschläge, die wir den KollegInnen im Aufbau-Haus in Kürze machen werden.


Das hat mich am meisten geärgert
Ärgerlich,dass uns von den Verlagen nicht mehr hochwertiges und vor allem rechtefreies digitales Material zur Präsentation ihrer Titel zur Verfügung gestellt wird. Das Thema wird von den Verlagen beeindruckend suboptimal behandelt.

Richtig ärgerlich: Dass die Post drastisch gestiegene Preise bei deutlich erhöhtem Aufkommen mit krasser Leistungsverschlechterung beantwortet, kann nur durch den hohen Volumendruck des Wettbewerbs erklärt werden. Angesichts von schlecht bezahlen, schlecht ausgestatteten und leider auch schlecht ausgebildeten Subsubunternehmern bei DHL & Co. wären wir (und sicherlich viele unserer Kunden) für einen neuen Service „Fair Delivery“.
Das habe ich 2013 am liebsten gelesen

Ich habe mit großem Interesse Brad Stones Jeff Bezos-Biographie gelesen und mich dann die darin aufgeführte Leseliste von Bezos entlanggehangelt. Offensichtlich hat er viel aus Büchern gelernt – das könnte doch auch eine Empfehlung für uns Buchhändler sein.


Das steht auf meiner persönlichen Agenda 2014 (Top-3)

Erstens: Die Rendite bei Kohlibri erhöhen. Wir stellen fest, dass der notwendigerweise hohe Aufwand, den wir betreiben, um anspruchsvolle Bücher adäquat zu verkaufen, bei steigenden Kosten (Post, Personal…) nur bedingt durch Umsatzsteigerungen getragen werden kann. Wir werden mit Buchhandels-KollegInnen dafür werben, dass gute, ausstrahlende Arbeit anders rabattiert wird. Angesichts der in den Medien genannten Konditionen für große Online-Anbieter muss es da ja noch Spielräume geben.
Zweitens: Zwei von 5 Start-Up-Projekten, an denen ich in diesem Jahr in der einen oder anderen Form beteiligt war, möchte ich im nächsten Jahr fliegen sehen.
Drittens: Weiter daran arbeiten, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.
Das muss sich in der Branche 2014 ändern 
2013 war ja das Jahr der großen Erkenntnisse: Die Metadaten könnten besser sein, semantische Werkzeuge werden relevant, neue Standards werden benötigt, Plattform-Konzepte und Allianzen kommen groß in Mode.

2014 könnte ein Jahr der Umsetzung werden. Das Gute ist ja – für fast alle Themen gibt es da draußen schon seit Jahren Anbieter, die hochkarätige Dienstleistungen und Konzepte und viel konkretes Knowhow mitbringen. 

Mein Wunsch wären Projekte, in denen sich unser buchhändlerisches Fachwissen mit den vielen neuen Ideen und Optionen spezialisierter Partner verbinden. Vielleicht gelingt es, in diesem Sinne im nächsten Jahr einen Kongress auf die Beine zu stellen, bei dem sich Buchhändler und andere Fachleute (Semantiker, Logistiker, ITler, Start-Uper) auf Augenhöhe begegnen und austauschen.
Wir sind in der Lage, phantastische Waren und Services zu produzieren und zu handeln, aber wir vergeben noch viel zu viele Potenziale.

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