Imageschaden durch Preispolitik von Verlagen

Zehn Jahre nach der „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlicher Information“ (hier nachzulesen) der Max-Planck-Gesellschaft will der Börsenverein den Dialog von Verlagen und Wissenschaftsorganisationen beim Thema Open Access verbessern. Die Verleger üben sich dabei auch in Selbstkritik.
„Wir haben zu lange gebraucht, zu erkennen, dass Open Access von vielen Kunden gewünscht wird und es unsere Aufgabe ist, dafür qualitätsvolle und nachhaltige Angebote zu machen“, erklärt Matthias Ulmer, Vorsitzender des Verleger-Ausschusses im Börsenverein, in einer Pressemitteilung. Heute werde Open Access von der Mehrheit der Wissenschaftsverlage nicht mehr abgelehnt, sondern angeboten (als Beispiele werden u.a. De Gruyter, Thieme, Wiley VCH, Springer genannt), sie verstünden sich zunehmend als Servicepartner denn als Gatekeeper im Publikationsprozess. Es gebe inzwischen viele Modelle, bei denen Wissenschaft und Verlage konstruktiv zusammenarbeiten könnten und sollten.
In einem „Meinungs“-Papier des Börsenvereins heißt es weiter, dass bei allen Streitereien z.B. über die Preispolitik der Verlage (die teilweise zu einem Imageschaden für alle geführt habe) und Kosteneinsparungen durch OA für die öffentliche Hand (OA sei de facto kein Kostensparmodell) verpasst worden sei, gemeinsam nach einer „qualitätssichernden Open-Access-Strategie“ zu suchen, die von großen Teilen der wissenschaftlichen Community gewünscht werde.  
Vor diesem Hintergrund will der Börsenverein einen „Neubeginn“ in der Zusammenarbeit mit den Wissenschaftsorganisationen anregen. Gemeinsam sollten offene Fragen geklärt werden. Der Verband listet folgende Herausforderungen auf:
  • Wie sehen sinnvolle Hybridmodelle ohne „double dipping“ (gemeint ist das zweimalige Zahlen von Inhalten) aus?
  • Wie können Qualitätssicherung und Referenzierbarkeit im wissenschaftlichen Publizieren organisiert und sichergestellt werden?
  • Wie lassen sich Open-Access-Modelle für die Geisteswissenschaft erschließen?
  • Welche Finanzierungsmodelle sind künftig für die Wissenschaft und ihre Publikationen sinnvoll?

Foto: Shop der Open-Access-Plattform open-access.net

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