Blockupy Gabentisch

Seit Monaten versucht Verdi, einen Tarifvertrag für die Amazon-Mitarbeiter durchzusetzen – doch trotz zahlreicher Streiks zeigt sich der Online-Versandhändler bislang unbeeindruckt. Jetzt will die Gewerkschaft den Druck auf Amazon in der entscheidenden Phase des Jahres erhöhen.
Was sich schon Anfang Oktober abzeichnete, wird jetzt konkret: Nach einem Bericht des „Focus“ plant Verdi massive Streiks in der Vorweihnachtszeit in Bad Hersfeld und Leipzig. Wie groß der Hebel der Gewerkschaft in der Schlussphase des Jahres sein könnte, wird daran ersichtlich, dass die deutschen Versandhändler im Weihnachtsgeschäft zwischen 20 und 30% der gesamten Erlöse des Jahres erwirtschaften – und entsprechend anfällig für logistische Probleme sind.
Verdi-Mann Heiner Reimann erklärt dem Nachrichtenmagazin, dass sich seit den Streiks im April kaum etwas getan habe. Man sei zu einem Haustarifvertrag bereit gewesen, doch Amazon wolle überhaupt keinen Vertrag abschließen. Entsprechend kampfbereit seien Mitarbeiter, die teilweise „durchgehend bis Heiligabend streiken“ wollten. 
Ganz folgenlos waren die Streiks allerdings nicht, denn Amazon zahlt in diesem Jahr an allen Standorten ein freiwilliges Weihnachtsgeld von 400 bis 600  Euro (brutto). Laut Verdi allerdings nicht für alle Beschäftigten, sondern nur die Versandmitarbeiter und Abteilungsleiter. 
Amazon selbst erklärte dem „Focus“ mit Blick auf die drohenden Streiks im Weihnachtsgeschäft, man habe sich auf die Auseinandersetzung eingestellt, „in unserem Logistiknetzwerk in Deutschland, ja ganz Europa“ sei man „gut darauf vorbereitet“, die Kunden zufriedenzustellen.
A propos „Europa“: Im Oktober wurde bekannt, dass Amazon allein in Polen drei Logistikzentren (mit insgesamt 15.000 Mitarbeitern) plant, in Tschechien stehen weitere 10.000 neue Arbeitsplätze auf der Amazon-Agenda. Amazon erklärte, die drei neuen Logistik-Standorte in Polen sollten zunächst hauptsächlich nach Deutschland ausliefern.
Amazon beschäftigt nach Angaben von Verdi in Deutschland derzeit rund 15.000 Arbeitnehmer, davon seien rund 6000 befristete Jobs.

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