Das PDF lebt

Screenshots der iPad-App von Reemers, die Funktionen wie Annotationen und Suche zeigen.

Mit seiner Firma Reemers Publishing Services unterstützt der Krefelder IT-Dienstleister Marc Reemers seit 25 Jahren Verlage und Unternehmen bei Print- und elektronischen Produktionen. Jetzt bietet er über seine neu gegründete Firma SilkCodeApps die E-Book-App-Plattform „LookUP!“ an, mit der er alles aus PDF-Daten herauszuholen und insbesondere Non-Fiction-Verlagen eine kostengünstige Variante des digitalen Publizierens bieten will. pubiz hat nachgefragt, wieso der Experte auf das PDF-Format setzt.

Alle Welt spricht über XML, medienneutrale Datenhaltung und adaptives Layout, das sich an verschiedene Bildschirmgrößen anpasst. Sie kommen jetzt mit einer App auf Basis des starren PDF-Formats auf den Markt. Wie kamen Sie denn auf diese Idee?
Marc Reemers: Ausgangspunkt unserer Überlegungen war, dass das Verlagsgeschäft nach wie vor wesentlich auf gedruckten Produkten basiert: Sie sorgen für über 80% der Umsätze im Buchbereich, E-Books kommen auf 3,5%. Und die Hälfte der Verlage hat noch gar keine E-Books im Angebot. PDF-Druckdateien hingegen sind in fast allen Verlagen vorhanden. Wir holen die Verlage also genau da ab, wo sie stehen: beim Print.
Aber wer jetzt ins Digitalgeschäft einsteigt, wird doch dazu neigen, seine IT komplett umzukrempeln und auf zukünftige Erfordernisse auszurichten.
Reemers: Klingt gut, aber in der Praxis stellt sich die Situation anders dar. Aus unserer Sicht steht nämlich die Diskussion über medienneutrale Datenhaltung in vielen Häusern gar nicht ernsthaft an. Um beispielsweise zu XML zu kommen, muss ich interne Strukturen und Prozesse ändern – und selbst wenn das geschehen ist, bin ich noch längst nicht bei einem neuen Produkt, sondern habe erst einmal nur ein anderes Datenformat. Da stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis Aufwand und Ertrag stehen. Aber es spricht noch ein weiterer Grund für unsere Lösung auf PDF-Basis: Gerade im Nonfiction-Bereich gibt es häufig einen komplex gestalteten Seitenaufbau und Elemente wie etwa Tabellen, die in flexiblen Layouts oftmals nicht mehr vernünftig darstellbar sind – es sei denn, man will seine Leser mit unleserlichen Tabellen irritieren. Von einer unschönen Typographie einmal ganz abgesehen. Daher setzen wir auf das „Fixed Layout“. Für den Epub-Standard wurde der Bedarf ja übrigens auch erkannt. So gibt es mittlerweile das Epub Fixed Layout. Dieses muss allerdings erst einmal produziert werden und bietet gegenüber einem volltextindizierten PDF kaum Vorteile.
Nur kann man beim Fixed Layout die Schriftgröße nicht ändern.
Reemers: Die Leser sind in den vergangenen Jahrhunderten recht gut mit nicht änderbaren Schriftgrößen zurechtgekommen.
Die hatten ja auch keine Smartphones.
Reemers: Auf Smartphones wird es mit der Darstellung schwieriger, aber selbst auf diesen Geräten lassen sich kleinere Abschnitte lesen. Unsere App ist eher für Tablets wie das iPad ausgelegt, geplant sind Varianten für die Android-Plattform.  Wie der Tablet-Boom zeigt, wächst hier der Bedarf am meisten. Dennoch werden wir in Kürze auch eine browserbasierte PC-Desktop-Version anbieten können, so dass der Verlagskunde auf jedem Endgerät mit seinen Publikationen arbeiten kann.
Das komplette Interview ist auf pubiz.de zu lesen.

pubiz.de ist ein Fachinformationsportal, das sich an verschiedene Arten von Verlagen richtet, darunter Presseverlage, Corporate-Publishing-Häuser und Buchverlage. Das Angebot wurde Ende September vom buchreport-Verlag Harenberg Kommunikation in einer Betafassung gestartet und bündelt Informationen zu den Themen Management, IT/Herstellung, Redaktion/Lektorat, Vertrieb und Marketing. Außerdem wird ein Verzeichnis für Dienstleister aufgebaut („pubiz.profile“).

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