Zunehmende Konzentration

Im vergangenen Jahr haben in Frankreich Buchverlage mit einem Umsatz von mehr als 1 Mio Euro in der Summe deutlich weniger umgesetzt als noch 2011. Nach einer Auswertung der Fachzeitschrift „Livres Hebdo“ sank der Gesamtumsatz um gut 4% von 6,8 auf 6,5 Mrd Euro. 2010 hatte sich der Umsatz dieser mittleren bis großen Verlage in Frankreich noch bei 7 Mrd Euro addiert. 
Von Umsatzeinbußen waren im vergangenen Jahr Verlagshäuser aller Größen und Genres betroffen. Nur 40% der erfassten Verlage konnten 2012 stabile oder gar steigende Umsätze verzeichnen. 
Aktuelle Befunde aus dem „Livres Hebdo“-Ranking der größten Verlage:
  • 216 Verlage erzielten im vergangenen Jahr einen Jahresumsatz von jeweils über 1 Mio Euro (Vorjahr: 218).
  • Die 216 Verlage gehören zu 137 Verlagsgruppen, woran eine gewisse Konzentration ablesbar ist: 2011 waren es noch 150 Gruppen, 2009 sogar 166. 
  • Ein weiteres Konzentrations-Indiz: Die zehn größten Gruppen stehen für einen immer höheren Umsatzanteil. Waren sie 2011 noch für 74,3% der Umsätze aller Verlage über 1 Mio Euro gut, so stieg ihr Anteil 2012 auf 77,1%.
  • Branchenprimus bei den Franzosen bleibt mit deutlichem Vorsprung die weltweit tätige Lagardère-Tochter Hachette Livre, deren Umsatz von knapp 2,04 auf knapp 2,08 Mrd Euro entgegen dem Trend leicht zulegen konnte.
Allianz von Gallimard und Flammarion sichert sich Platz 3
Auf Rang 3 positioniert sich eine neue Größe: Durch die Integration von Flammarion, dem 2011 sechstgrößten Verlag des Landes, kommt die Muttergesellschaft von Gallimard (bislang Rang 8) jetzt auf 421 Mio Euro und taucht erstmals unter ihrem eigenen Namen Madrigall als Verlagsgruppe im Ranking auf. 
Bereits seit einem Jahr ist die Übernahme besiegelt. Jetzt hat Madrigall-Geschäftsführer Antoine Gallimard die neuen Unternehmensstrukturen vorgestellt. Wichtigste Personalie: Verlagsleiterin wird Flammarion-Geschäftsführerin Teresa Cremisi. Insgesamt werden die Posten in der Geschäftsführung unter den Führungsriegen beider Verlage zu recht gleichen Teilen verteilt. Als dringendes Ziel rief Gallimard u.a. die Harmonisierung des Vertriebs aus.
Künftig mischt auch ein externer Investor mit: Der Pariser Luxusgüterkonzern LVMH bringt 30 Mio Euro ein und übernimmt so 9,5% der Anteile.

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