Das Beste aus beiden Welten

Gegensätzlicher könnten die Modelle von Selfpublishern und klassischen Verlegern eigentlich nicht sein, schließt doch Selfpublishing schon per Definition einen Verlag aus. Der italienische Großverlag RCS Libri wagte trotzdem den Versuch, beide Ansätze miteinander zu vereinen.
„Co-Publishing“ nennt RCS-Digitalchef Marcello Vena den jetzt abgeschlossenen Versuch und beschreibt die Ergebnisse im „Bookseller“-Blog „Futurebook“ wie folgt:
  • Die Idee: Im Juli 2013 rief der Verlag den Wettbewerb „You Crime“ ins Leben. Die Autoren erhielten die Chance auf eine Publikation und könnten dabei vom Renomée der RCS-Verlagsmarke Rizolli profitieren.
  • Der Selfpublishing-Ansatz: Die Autoren wurden aufgerufen, eine Kurzgeschichte zu schreiben und für sich und ihre Idee über die Online- und Social-Media-Kanäle zu werben. Die E-Books haben sie wie im klassischen Selfpublishing-Modell über die E-Book-Shops verkauft. 
  • Das Verlagsmodell: Alle eingereichten Inhalte wurden vom Verlag gesichtet und kuratiert. Über PR- und Marketingmaßnahmen wurde sichergestellt, dass der Wettbewerb (nicht das einzelne Werk) bekannt wird.
  • Die Verschmelzung: Die vom Verlag ausgewählten besten zwölf Selfpublisher traten dann in einem Wettbewerb gegeneinander an. Der Ansatz ähnelt der Musik-Castingshow X-Factor: Die Selfpublisher und ihre Kurzgeschichten wurden von vier bekannten italienischen Autoren präsentiert, die jeweils eine eigene Geschichte beisteuerten und ihren Schützlingen mit Rat und Tat beiseite standen.
  • Das Resultat: Die zwölf Kurzgeschichten der Selfpublisher und die vier Kurzgeschichten der bekannten Autoren wurden dann vom Verlag in vier E-Books veröffentlicht – enthalten waren je drei Geschichten der Nachwuchsautoren und eine Geschichte eines bekannten Autors. 
  • Das Fazit: Im September wurde der Wettbewerb abgeschlossen. Alle vier E-Books gehörten zu den 50 meistverkauften E-Books des Verlags. Gewinner Gabriele Santoni stand wochenlang auf Platz 4 der Kindle-Bestsellerliste.
Natürlich sei ein solcher Wettbewerb nicht der einzige Weg, um Selfpublishing und traditionelles Publishing zu vereinen, so Vena. Doch das Beispiel „You Crime“ zeige, dass „Co-Publishing“ als dritte Alternative funktionieren könne.

Wie andere Anbieter versuchen, die Modelle miteinander zu verknüpfen, lesen Sie im buchreport-Dossier zu Selfpublishing.

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