Erfahrung in beiden Welten

„Selfpublishing hat die Nische verlassen“, erklärt Joerg Pfuhl. Der ehemalige Random House-CEO, der jetzt an der Erdinger Hochschule für angewandtes Management BWL lehrt, ist einer der Autoren der von der Libri-Tochter Books on Demand (BoD) vorgelegten Studie „Selfpublishing 2013“. Im Gespräch mit buchreport schließt Pfuhl aus der Befragung von 1144 BoD-Autoren: „Es gibt immer mehr Autoren mit erstaunlich viel Erfahrung in beiden Welten.“
Besonders deutlich werde das bei jenen gut 17% der Befragten, die das Schreiben als „Hauptbeschäftigung und Einkommensquelle“ bezeichneten: Sie haben nach Auskunft der Studie im Durchschnitt je 5,3 Bücher im Selbstverlag, aber auch 3,6 Bücher auf traditionellem Wege veröffentlicht.
Aber auch bei den Masse der Befragten, die ihr Schreiben als „Freizeitbeschäftigung“ klassifizieren, werde die Grenze zu Verlagsautoren fließend, erklärt Pfuhl: „Sie haben dieselben Bedürfnisse.“ Als Indiz dafür wertet Pfuhl, dass mittlerweile drei Viertel der BoD-Kunden zusätzliche Dienstleistungen wie Lektorat, Korrektorat und Covergestaltung in Anspruch nehmen.
Mit Blick auf die USA, wo mittlerweile fast jedes zweite Buch im Selbstverlag erscheine, sagt Pfuhl auch dem deutschen Markt weiteres steiles Wachstum voraus. Für traditionelle Verlage sei das aber „kein Grund, dramatisch das Ruder herumzureißen“, meint der ehemalige Random House-Chef. Im Geschäft mit der Dienstleistung Selfpublishing seien nicht unbedingt dieselben Kompetenzen gefragt wie im hergebrachten Verlagsgeschäft. „Es gibt ja auch Neugründungen traditioneller Verlage, die erfolgreich sind“, meint Pfuhl. „In Zukunft wird es wohl ein gesundes Nebeneinander beider Wege geben.“

Die Ergebnisse zusammengefasst (hier ausführlich):

  • 60% aller Selfpublishing-Autoren schreiben demnach mehr als 5 Stunden pro Woche, 33% sogar mehr als 10 Stunden.
  • 59% der Befragten fühlen sich als vollwertige Autoren.
  • 33% gaben an, sich bewusst gegen einen traditionellen Verlag entschieden zu haben. 
  • Für 74% der Befragten ist Schreiben vor allem „Freizeitbeschäftigung“, für 17% „Hauptbeschäftigung und Einkommensquelle“, für 9% sind selbstverlegte Bücher „Nebenprodukt ihrer Arbeit und werden beruflich genutzt“.
  • 73% gaben an, als Selfpublishing-Autoren mit dem „Prozess des Verlegens“ zufrieden zu sein, aber nur 21% zeigten sich etwa „zufrieden mit ihren eigenen Vermarktungsaktivitäten“.

Die Antworten stammen aus Online-Erhebung mit halbstandardisiertem Fragebogen, mit der im Juli und August 1144 BoD-Autoren aus Deutschland im Alter von 12 bis 88 Jahren befragt wurden.

Mehr zum Thema im buchreport-Dossier „Selfpublishing“.

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