Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte

Fischer-Programmgeschäftsführer Jörg Bong (li.) mit Munros Lektor Hans Jürgen Balmes (mit Mikro), Lektor für internationale Literatur, umringt von Medienvertretern.

Der mit umgerechnet rund 1 Mio Euro dotierte Literatur-Nobelpreis wird in diesem Jahr an Alice Munro verliehen. In der Begründung der Jury heißt es, die Autorin sei eine „Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte“. Munro erscheint im deutschen Sprachraum bei Fischer und dem Schweizer Verlag Dörlemann. Vor dem Jahr 2000 sind zahlreiche Titel bei Klett Cotta herausgekommen.

Munro wurde 1931 im kanadischen Ontario geboren, gehört zu den bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart und lebt auch heute in Ontario und in British Columbia. Kürzlich sagte die Autorin, ihr Band „Dear life“ (2012, erscheint unter dem Titel „Liebes Leben“) werde ihr letzter gewesen sein, sie werde mit dem Schreiben aufhören. 

Der Titel war eigentlich für Frühjahr geplant, soll aber jetzt so schnell wie möglich bei Fischer erscheinen. Die Übersetzung sei bereits redigiert, heißt es vom Verlag. 

Dazu Fischer-Programmgeschäftsführer Jörg Bong: „Wir sind überglücklich und stolz auf unsere Autorin. Was sie so besonders macht, ist paradox: Sie schreibt allzu kompliziert von den einfachsten Dingen im Leben: vom Menschen, von Beziehungen, von Glück und Unglück. Und das auf einer Weise, die vollkommen universell ist und zugleich konkrete Charaktere hervorbringt, die ein Exempel statuieren. Das alles zu können, erfordert eine große literarische Fähigkeit.“

Verlegerin Sabine Dörlemann: „Munro ist eine wunderbare Autorin, die Alltagsgeschichten schreibt, die von Brüdern, Schwestern, Freunden und Nachbarn handeln. Unter Kennern ist sie längst eine kanonisierte Autorin. So wird Jonathan Franzen nicht müde zu erzählen: Wenn jemand einen Literaturnobelpreis verdient hat, dann sie. Es gibt keinen Literaturkritiker, der sie nicht schätzt.“ Dörlemann hat die Autorin bereits wegen ihres Studiums kennengelernt und hat die ersten zwei Erzählbände nach Absprache mit Fischer von ihr ins Deutsche übersetzt, als sie feststellte, dass diese nicht in deutscher Sprache erhältlich waren.

Preise: 

  • Canada-Australia Literary Prize (1977)
  • Commonwealth Writers‘ Prize (1991)
  • Giller Prize for Fiction (1998 und 2004)
  • Man Booker International (2009)
  • Trillium Award (2013)

Lieferbare Titel (Print):

  • 2012: „Was ich dir schon immer sagen wollte“, Dörlemann, 23,90 Euro
  • 2011: „Zu viel Glück: Zehn Erzählungen“, S. Fischer, 19,95 Euro / Taschenbuch-Ausgabe 9,99 Euro
  • 2011: „Tanz der seligen Geister“, S. Fischer, 14 Euro, Taschenbuch-ausgabe 9,99 Euro
  • 2010: „Tanz der seligen Geister“, Dörlemann, 23,90 Euro
  • 2008: „Wozu wollen Sie das wissen“, Fischer Taschenbuch, 9,95 Euro
  • 2006: „Tricks“, Fischer Taschenbuch, 9,95 Euro
  • 2004: „Himmel und Hölle“, Fischer Taschenbuch, 9,95 Euro
  • 2002: „Der Traum meiner Mutter“, Fischer Taschenbuch, 8,95 Euro 

Sowohl Fischer als auch Dörlemann wollen die Titel so schnell wie möglich nachdrucken. „Zu viel Glück“ und „Tanz der seligen Geister“ sind noch nicht als E-Book lieferbar, alle übrigen Titel sind digital verfügbar.  

Vergriffene Titel (Print)

  • 1981: „Das Bettlermädchen: Geschichten von Flo und Rose“. Klett-Cotta. Originaltitel: Who Do You Think You Are?
  • 1983: „Kleine Aussichten: ein Roman von Mädchen und Frauen“. Klett-Cotta. Originaltitel: Lives of Girls and Women
  • 1986: „Die Jupitermonde: Erzählungen“. Klett-Cotta, 1986. Originaltitel: The Moons of Jupiter
  • 1989: „Der Mond über der Eisbahn: Liebesgeschichten“. Klett-Cotta. Originaltitel: The Progress of Love
  • 1991: „Glaubst du, es war Liebe?: Erzählungen“. Klett-Cotta. Originaltitel: Friend of my Youth
  • 1996: „Offene Geheimnisse: Erzählungen“. Klett-Cotta. Originaltitel: Open Secrets
  • 2000: „Die Liebe einer Frau: drei Erzählungen und ein kurzer Roman“. S. Fischer. Originaltitel: The Love of a Good Woman
  • 2008: „Der Bär kletterte über den Berg“. Wagenbach, 2008

In der Geschichte des Literaturnobelpreises wurden insgesamt 105 Auszeichnungen verliehen. Der Preis des vergangenen Jahres wurde dem chinesischen Autor Mo Yan zugedacht.

Als Favorit der Wettmacher war Haruki Murakami ins Rennen gegangen, der bis kurz vor Bekanntgabe des Siegers die Liste von Ladbrokes mit einer Wettquote von 3:1 anführte.

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