Blick ins Zukunftslabor

Exklusiver Kreis in exklusivem Ambiente: Rund 50 Entscheider aus der Buchbranche haben dort, wo normalerweise die Redaktionskonferenzen des SPIEGEL stattfinden, über die Zukunft der Medienbranchen diskutiert. Eindrücke vom buchreport Zukunftstag.

Am Konferenztisch im SPIEGEL-Haus.

Katharina Borchert, Geschäftsführerin bei SPIEGEL ONLINE, zeigte, welche Herausforderungen der immer schnellere Wandel der Medienwelt für das News-Portal ergibt. Aktuell die größte Herausforderung: die mobile Mediennutzung.

Gunter Dueck, Mathematiker, Bestsellerautor und schon zu Zeiten seiner Tätigkeit als Technik-Chef bei IBM notorischer Querdenker, las der Verlagsbranche die Leviten. 

 

Duecks Botschaft:  Die Branche muss schneller und mutiger auf neue Entwicklungen reagieren. Sonst drohe sie weggefegt zu werden.

Was Verlage von Start-ups lernen können, erklärte Andreas Wiedmann, früherer Chef von Carto Travel und heute CFO bei Metaio, einer Firma, die auf Augmented Reality spezialisiert ist.

 

Sinkende Erlöse, wachsende Kosten, steigender Personalbedarf, auf diese Formel brachte Kirsten Steffen (Bommersheim Consulting) die Situation. Die Branche stehe inzwischen im Wettbewerb mit technologie- und onlinegetriebenen Firmen und müsse daher am Image arbeiten.

Disruption oder Evolution – welche Innovationsstrategie brauchen Verlage, dieser Frage ging Christian Lindemann, COO und Geschäftsführer von Wolters Kluwer Deutschland, nach.

Wie Innovationskultur in einem Publikumsverlag aussieht, das veranschaulichte Peter Kraus vom Cleff (li.), Geschäftsführer im Rowohlt Verlag, in einem Vortrag sowie am runden Tisch.

Verlage in der Genre-Literatur sind beim E-Book-Marketing oft weit vorne. Katrin Jenner, Marketing- und Vertriebschefin beim Cora Verlag, gab Einblicke zur digitalen Marketing-Strategie.

Moderator Ehrhardt F. Heinold (li.) im Gespräch mit Christoph Hellerung, Geschäftsführer bei der Harenberg Kommunikation.

Unternehmensberater Ulrich Spiller (re., Heinold, Spiller & Partner).

Markus Wilhelm (Hofner und Wilhelm Publisher Consultants) mit Thomas Wilking und Daniel Lenz (Chefredaktion buchreport, v.l.).

Metaio-Zahlenchef Andreas Wiedmann mit Peter Kraus vom Cleff (Rowohlt) und Christian Döttinger (Georg von Holtzbrinck, v.l.).

Fotos: Christian Bruch, Ute Gloger, Daniel Lenz

Kommentare

3 Kommentare zu "Blick ins Zukunftslabor"

  1. Trotz aller Hinwendug in die Zukunft und einem krampfhaften Laborieren nach vorne, wäre es doch auch mal gut, die gegenwärtigen Probleme, wie Weltbild Verlag und das große Spektrum vom Nachwuchs in der Buchbranche einmal bewusster anzugehen.

    Beim Weltbild Verlag stehen über 6000 Arbeitsplätze zur Debatte und die Frage zum Nachwuchs überhaupt muss einmal besser definiert werden. Macht es noch Sinn Buchhändler/innen auszubilden, oder ersetzt man diese langsam durch Medienverkäufer/innen. Da sollte man schon einmal Fakten schaffen können.
    Also vielleicht die Zukunft in der Buchbranche nicht so weit nach vorne planen, sondern erst einmal in der Gegenwart die wichtigsten Fragen angehen und dann vielleicht noch nähere Eckpunkte aufstellen. Hier sollte man jetzt konsequent sein und nicht zu hohe Vorgaben und Ziele anpeilen.
    Auch sind einmal mehr der Börsenverein und die Landesverbände gefragt, wenn es um größere Entscheidungen geht.
    Der Buchhandel darf sich gegenüber den anderen Medien nicht einfach wegrationalisieren. Und deshalb wäre es vielleicht von Vorteil, die Zielgeraden nach vorne etwas kürzer zu setzen. Ein Überblick sollte also schon noch gegeben sein.
    Die Preisbindung für Bücher muss auf jeden Fall erhalten bleiben. Auch dies ist eine Frage für die nahe Zukunft.
    Und wenn nicht gleich alle Fragen behandelt werden können, dann eben auch einen Mut zur Lücke.

  2. Das Wort ,Innovation` kann hier sicher mit einem Wandel innerhalb der Buchbranche bezeichnet werden. Und der genannte Begriff ,Innovationskultur` ein Aufnehmen dieser Umbrüche.
    Ich denke, dass dies auch alles mit einer Verschiebung der Bevölkerung in unserer Gesellschaft zusammenhängt. Und da gibt es doch verschiedene Kulturen und auch die Interessen sind ganz anders gewichtet.
    Und da müssen dann andere Strategien her. Da wird es schwerig das Buch als ein Kulturgut zu halten.
    Was bedeutet das Schlagwort ,Zukunftslabor`?
    Dies klingt doch eigentlich nach einem Suchen und Laborieren für die Zukunft.
    Wichtig erscheint mir auch da eine Umgebung des Vertrauens und auch der gegenseitigen Hilfe. Prognosen bringen nicht viel. Auch sollte man nicht zu weit nach vorne sehen.
    Die Umwälzung des Buchhandels hat begonnen. Doch es müssten dafür auch gangbare Rahmenbedingungen geschaffen werden.
    Und wo soll der Anreiz für den Nachwuchs der Buchbranche sein?
    Dies ist auch ein sehr wichtiger Knackpunkt und dieser muss auf die Tagesordnung gesetzt werden.
    Man kann nicht noch mehr Beispiele wie bei Hugendubel erzeugen, wo Kassiererinnen (Buchhändlerinnen) einfach gekündigt werden soll.
    In dieser Weise geht es nun nicht.
    Es zählen jetzt die Fakten der Gegenwart und diese sehen bei Hugendubel und Weltbild nicht gut aus.
    Und da muss jetzt etwas unternommen werden.

  3. Bei diesem ,buchreport Zukunftstag` drängt sich mir unweigerlich die Frage auf: Wollen da überhaupt die Buchhändler noch Bücher in der haptischen Form verkaufen, oder nur noch I-Pads, E-Books usw.?
    Da kommen hochkarätige Fachleute zusammen und denken also über die Zukunft der Buchbranche nach.
    Dagegen sieht es doch bei der Weltbild Verlagsgruppe auf einmal ganz dunkel aus?
    Na ja, es wäre besser mehr in der Gegenwart und naher Zukunft zu bleiben, als sozusagen mit der Stange im Nebel zehn Jahre nach vorne zu gehen.
    Auch sollte man sich einmal um den Berufsnachwuchs im Buchhandel kümmern.
    Was machen diese jungen Buchhändler/innen nach ihrer Ausbildung? Bekommen diese dann noch eine Stelle oder wie wird dies alles?
    Auch der Börsenverein sollte sich da einmal Gedanken machen und Taten sehen lassen.
    Es geht da auch um die Zukunft der Branche und so etwas gehört zu einem ,Zukunftstag` dazu.
    Also die jungen Buchhändler/innen nicht vergessen.

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