Weiter geht’s aber wie?

Es soll weitergehen mit dem Medienkonzern. Doch nach Entwarnung klingt es nicht, was Peter Beer heute den Medien im Anschluss an das Treffen der Weltbild-Gesellschafter erklärt hat. Denn weder „Wie“ noch „Wohin“ wurden spezifiziert.
Der Aufsichtsratsvorsitzende von Weltbild sagte, die Gesellschafter hätten sich „intensiv und differenziert“ mit der aktuellen Problemlage um die Verlagsgruppe Weltbild beschäftigt. Neben der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat hätten externe Sachverständige – gemeint sind vermutlich die Unternehmensberater von KPMG, die laut Betriebsrat im Haus unterwegs sind – über die Lage berichtet.
Die Gesellschafter, heißt es in einer Pressemitteilung von Beer, „bemühen sich um eine Lösung für den Fortbestand des Unternehmens“. Entsprechende Schritte und ein Zeitplan seien besprochen worden, der Aufsichtsrat solle diese umsetzen. Details nannte Beer nicht.
Mit Blick auf die Mitarbeiter von Weltbild ergänzte Beer, man sei sich der Verantwortung bewusst, die man zusammen mit dem Unternehmen gegenüber den Mitarbeitern habe.
Carel Halff, Vorsitzender der Weltbild-Geschäftsführung, wertete die Signale der Gesellschafter positiv: „Das Unternehmen begrüßt diese Entscheidung und dankt den Gesellschaftern auch im Namen der Mitarbeiter.“
Hintergrund des Gesellschafter-Treffens in Fulda sind Uneinigkeiten der Gesellschafter: Während Beer und der Münchner Kardinal Reinhard Marx an der im vergangenen Jahr beschlossenen Stiftungs-Lösung festhalten, ist der Kölner Kardinal Joachim Meisner für einen Verkauf der Mediengruppe. 
Kürzlich wurde bekannt, dass die Banken von Weltbild die Gesellschafter darauf drängen, für Klarheit zu sorgen.

Die Betriebsräte haben skeptisch auf die neuen Signale reagiert. „Das ist nicht das klare Bekenntnis der Bischöfe zu den MitarbeiterInnen ihres Unternehmens, das die KollegInnen in Augsburg erwartet haben – und das sie verdient hätten“, heißt es im Verdi-Weltbild-Blog. Der Betriebsrat müsse umgehend und umfassend über die neuen Planungen informiert werden.

Die Mitarbeitervertreter haben die Kollegen aufgerufen, Ideen zu sammeln, wie sich Weltbild mit Blick in die Zukunft positionieren soll – der von Halff vorgegebene Kurs, Weltbild in einen Onlinehändler mit Filial- und Katalog-Satelliten zu verwandeln, stößt bei Mitarbeitern laut Verdi teilweise auf Skepsis.

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