Wir brauchen die klügsten Köpfe

Die Digitalisierung verschärft den Wettbewerb um kompetente Mitarbeiter. Beim buchreport Zukunftstag beschreibt Kirsten Steffen, seit 2005 Partnerin in der Unternehmensberatung Bommersheim Consulting, den sich abzeichnenden „Paradigmenwechsel“ bei der Mitarbeitergewinnung.

Weitere Informationen zum buchreport Zukunftstag am Donnerstag, 26. September 2013, erhalten Sie hier.

Ist das Management der Buchverlage für die disruptiven Herausforderungen gewappnet?

„Disruptiv“ bedeutet immer auch, dass wir es mit neuen, so bisher nicht dagewesenen Herausforderungen zu tun haben. Darum brauchen wir Menschen, die aus dem eigenen Vermögen und dem Wissen aus den bisherigen Geschäftsfeldern kluge und kreative Zukunftsstrategien entwickeln und umsetzen können. Das vorhandene mit externem Wissen und Know-how auszubauen und zu ergänzen, ist eines der Hauptanliegen – so sehen wir es – der Verlage. Die Veränderungsprozesse in den Fachinformationen und den Zeitungs- und Magazinverlagen sind oft weitaus rascher und konsequenter umgesetzt worden. Da gibt es in den Buchverlagen zur Zeit noch ein stärkeres Festhalten an den bekannten Parametern und auch an der bestehenden Unternehmenskultur.

Im Zuge der Digitalisierung verwischen die Grenzen zwischen Buch-, Zeitungs- und Magazinverlagen und anderen Medien. Wie schätzen Sie die Buchverlage im Rennen um die Manager-Talente von morgen ein?  

Das Innovationspotential der Buchverlage wird in der öffentlichen Wahrnehmung nach wie vor eher als gering eingeschätzt. Im Vergleich zu den führenden Technologie- und Online-Unternehmen, die mit Content basierten Geschäftsmodellen in Verbindung gebracht werden, haben Buch- wie Zeitungs- und Magazinverlage keinen leichten Stand. Deshalb müssen wir darauf achten, welche Signale in den Markt gesendet werden: Bieten die Unternehmen innovative, zukunftsorientierte Aufgabenbereiche und Aufstiegschancen? Bieten sie Gestaltungsspielraum, Verantwortung und Führungspositionen? Der Zeitungs- und Magazinbereich erlebt einen wesentlich stärkeren Umbau in den letzten Jahren. Dagegen wirken die Buchverlage ja fast stabil. Gleichzeitig ist die Attraktivität der Zeitungs- und Magazinverlage besonders für junge Management-Talente, die sich im digitalen Umfeld bewegen, ungebremst.

Welchen „Paradigmenwechsel“ sehen Sie bei der Mitarbeitergewinnung?

Nicht die Unternehmen wählen, sondern die Bewerber suchen sich mehr und mehr ihre Arbeitgeber aus. Sie entscheiden, in welches Haus sie gehen und welche Aufgabe sie übernehmen wollen. Die Unternehmen müssen viel deutlicher und offensiver als bisher ihre Attraktivität, ihre Leistungs- und Zukunftsfähigkeit den Fach- und Führungskräften im Markt kommunizieren. Und das gilt auf allen Ebenen, angefangen bei den jungen High Potentials, über die Fachkräfte der mittleren Ebenen bis hin zur Unternehmensleitung. Es ist notwendig, deutlich offensiver in Mitarbeitergewinnung und in Mitarbeiterbindung zu investieren. Wir brauchen die klügsten Köpfe! Menschen wollen gefordert, aber auch gefördert werden. Und sie erwarten eine angemessene Entlohnung! Hier stehen die Buchverlage wie auch die anderen Medienunternehmen im Wettbewerb um diese klugen Köpfe mit zahlreichen anderen Content- und technologiegetriebenen Unternehmen.

Klemens Werner, Ex-Chef der Handelsblatt Fachverlage, erklärte in einem Interview, dass die Krise der Branche „viel mehr mit den Managern als mit den sich verändernden Märkten“ zu tun habe. „Hier ist eine Professionalisierung erforderlich.“

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang auf ein Ergebnis der Studie der Hochschule Hannover (hmtmh, IJK, Medienmanagerinnen und Medienmanager, 2013) Bezug nehmen: „Fast ein Drittel der Medienmanager hält die Unternehmenskultur der eigenen Organisation für wenig innovationsfördernd.“ Hier wird die Dynamik des Professionalisierungsprozesses erheblich behindert. Und das führt auch dazu, dass die Unternehmen innovationsgetriebene Menschen nicht an sich binden können oder sich deren Potential dort nicht entfalten kann. Tatsächlich aber geht es ja nicht nur um die Unternehmenskultur, sondern um die Frage, wer treibt den Veränderungsprozess. Hier sind immer wieder genannte Parameter, nach denen der Erfolg von Medienmanagern bemessen wird, ein hohes Umbau- und Veränderungstempo und die Entscheidungs- und Gestaltungsfreude, wenn es darum geht, den Verlag besser, schneller, effizienter und digitaler zu machen.

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