Amazon darf das

Amazon darf auch in Zukunft rüde mit Logistik-Unternehmen umspringen: Das Bundeskartellamt wird nicht gegen drastische Vertragsstrafen vorgehen, die der Internethändler seinen Lieferanten aufbrummt. Die Behörde hat eine Beschwerde gegen diese Praxis abgewiesen, teilt der Kölner Verein zur Förderung des Wettbewerbs im Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe auf Anfrage von buchreport mit.
Hintergrund der Beschwerde, die der Verein im Frühjahr eingereicht hatte (buchreport berichtete), ist die rigide „Rampenpolitik“ des Internethändlers: 
  • Schon bei geringen Verspätungen verlangt Amazon 500 Euro Vertragsstrafe, hält vorgegebene Zeitfenster seinerseits aber oft nicht ein.
  • In den Amazon-Zentren werden Lastwagen wieder weggeschickt, wenn die Ladung geringfügig höher gepackt ist als vom Internethändler vorgegeben.
  • Amazon verweigert auch die Annahme von Sendungen, die nicht exakt in der vorgegebenen Reihenfolge gepackt sind.
  • Wenn der Online-Riese die Annahme verweigert, verlangt er Vertragsstrafen von 150 bis 500 Euro.
Der Kölner Wettbewerbsverein, der kleine und mittlere Logistikunternehmen vertritt, hält diese Strafen für „in Höhe und Drastik ungewöhnlich“, erklärt Geschäftsführer Andreas Müller. Mit der Beschwerde beim Kartellamt sollte geklärt werden, ob Amazon seine marktbeherrschende Stellung ausnutze. Dafür habe das Kartellamt aber keine Anzeichen gesehen, bedauert der Rechtsanwalt. Eine andere Möglichkeit, juristisch gegen die harte „Rampenpolitik“ vorzugehen, sieht der Verein nicht.

Kommentare

1 Kommentar zu "Amazon darf das"

  1. Amazon wird hier vorgeworfen, die Zeitfenster nicht einzuhalten, aber selbst ganz böse zu sein. Hm, mal nachdenken: Was könnten Gründe sein, aus denen Amazon Zeitfenster nicht einhalten kann? Vielleicht Lastwagenladungen, die in der falschen Reihenfolge verpackt sind? Oder Lastwägen, die zu spät ankommen? Mein Tipp für den Verein wäre: Nicht gegen die Strafen vorgehen, sondern dafür sorgen, dass die Anlieferer ordentlich arbeiten. In der richtigen Reihenfolge zu beladen hört sich nicht nach einem Hexenwerk an. Übrigens: Das Theme mit der Ladehöhe kenne ich – das ist ein reines Sicherheitsthema, das sollte man einem Empfänger nicht unbedingt vorhalten.

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