Arvato muss sich verändern

Im Interview mit dem „Manager Magazin“ (23.8.) spricht der neue Arvato-Vorstandschef Achim Berg (49) erstmals über den organisatorischen und personellen Umbau bei der Bertelsmann-Dienstleistungstochter. Berg wolle die Macht der Arvato-Manager beschneiden und sie zu einer stärkeren Zusammenarbeit zwingen.

„Arvato muss internationaler und innovativer werden, die Zusammenarbeit der Bereiche stärken und auch die Großkundenbetreuung verbessern“, so der Chef der Bertelsmann-Tochter, der seit April 2013 im Amt ist. 

Die Neuorganisation mache einen anderen Zuschnitt der Arvato-Führung erforderlich: „Den künftigen Vorstand werden wir etwas anders aufbauen“, sagte Berg, äußerte sich aber nicht konkret über seine Pläne. „Mit der neuen Organisation könnte der Vorstand unter Umständen sogar etwas größer werden.“

Die Erwartungen, die sich an den neuen Arvato-Chef knüpfen, seien hoch, er fühle sich aber nicht unter Druck gesetzt, heißt es weiter: „Es geht nicht darum, schnell sehr viel mehr Umsatz und Gewinn zu machen. Es gibt keinen Grund, irgendetwas zu überhasten.“ Der Firmenumbau werde „mehrere Jahre dauern, Vorstand und Aufsichtsrat von Bertelsmann wissen das und unterstützen diesen Kurs“.

Umstrukturierung hat eine lange Vorgeschichte

Arvato gilt im Konzern als Dauerbaustelle. Vor zwei Jahren wurde die bisherigen Sparten Arvato Print, Digital Services und Services aufgelöst und auf „strategische Markteinheiten“ verteilt. Alle Aktivitäten rund um das Produkt Buch (darunter Druck, Logistik) wurden in die Geschäftseinheit „Verlagsservices“ überführt, die von Stephan Schierke geleitet wird, der an Schmedtmann berichte. 2012 wurden die Tiefdruckaktivitäten und die internationalen Druckereien aus der Arvato-Sparte herausgelöst und in einer eigenen Geschäftseinheit zusammengefasst. 
Im vergangenen Jahr hat die Bertelsmann-Tochter mit ihren 63.818 Mitarbeitern nach eigenen Angaben 4,4 Mrd Euro umgesetzt.

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