Wie gelingt der Übergang zur Buchhandlung 2.0, Herr Schiering?

Der Buchhandel war früh im Netz, die Voraussetzungen für den E-Book-Verkauf sind geschaffen – und doch nehmen viele (Stamm-) Kunden die Buchhandlung nicht als Anbieter im Web 2.0 wahr. Was die Händler dagegen tun können, erläutert Berater Ralf Schiering (Foto) im buchreport-Praxistipp:

Wir sind im Jahr 2013 – ist es das Zeitalter für Buchhandlung 2.0? Vor 10 Jahren tauchte der Begriff Web 2.0 das erste Mal weithin beachtet auf. Web 2.0 stand und steht für eine Verlagerung von Kommunikation und Handel ins Internet.

Kaum ein Bereich des weltweiten Handels ist von diesen Entwicklungen so stark betroffen wie der regionale Einzelhandel.

Schon frühzeitig waren Buchhandlungen mit Online-Shoplösungen aufgestellt – auch für E-Books sind die Voraussetzungen geschaffen, dass der regionale Händler seine Kunden mit digitalen Inhalten versorgen kann.

Und dennoch: Viele (Stamm-) Kunden nehmen die Buchhandlung nicht als Anbieter im Web 2.0 wahr.

Was tun?

  • Angebot bereithalten: Wenn eine Buchhandlung noch keinen Online-Shop betreibt, dann ist jetzt die Gelegenheit dieses Serviceangebot noch vor dem Jahresendgeschäft bereitzustellen. Bücher gehören zu beliebtesten Artikeln die online bestellt werden und eine Bestell-und Recherchemöglichkeit erleichtert es Kunden auch im regionalem Umfeld Online einzukaufen.
  • Angebot präsentieren: Ein Online-Shop ist ein weitere Filiale der Buchhandlung. Viele Spielregeln sind online anders. Immer gilt für eine (neue) Filiale: Sie ist zu pflegen und ich muss dafür Werbung machen. Ohne darüber zu informieren wird diese neue Filiale nur mäßig besucht werden. Das gilt auch für Online-Shops, die schon länger betrieben werden: Auch sie gilt es immer wieder neu ins Gespräch zu bringen. Möglicherweise waren die regionalen Kunden vor zwei Jahren noch nicht am Online-Kauf von Büchern interessiert. Jetzt sind sie es.
  • Den Online-Shop persönlich vorstellen: Kunden können sich nicht vorstellen, dass eine Buchhandlung einen leistungsfähigen Online-Shop betreibt. Das müssen Kunden von den vertrauten Mitarbeitern im Laden erfahren und bekommen dabei die Services der Buchhandlung vermittelt. Vielen Kunden ist nicht klar, dass sie online bestellen können und dann ganz bequem in der Buchhandlung alles abholen können.
  • Den Online-Shop aktuell halten: Nicht ist langweiliger als immer das gleiche Schaufenster. Um hier auch online interessant für Kunden zu sein, ist das regelmäßige Aktualisieren (Termine, Buchtipps, Linktipps) des Online-Shops ein klares Muss. Das will organisiert sein und wöchentliche Zeit für die Pflege des Online-Shops ist immer einzuplanen.
  • Auf allen Kanälen kommunizieren: Mehr als 25% der Deutschen sind regelmäßig in sozialen Netzwerken aktiv, weit mehr regelmäßig online im Internet unterwegs. Dabei ist der Anteil der für Buchhandlungen relevanten Kundengruppen überproportional hoch. Hier qualifizierte Informationen durch Newsletter oder auf einer „Fanseite“ auf Facebook zu liefern, führt direkt in die digitalen Welten vieler Kunden und deren Informationsgewohnheiten.

Alle beispielhaft genannten Möglichkeiten stellen neue, zusätzliche Services für Kunden dar und besonders auch andere Kommunikationsmöglichkeiten für Buchhandlungen. Viele Beispiele zeigen: Es funktioniert und regionale Kunden sind oft überrascht und erfreut, was ihre Buchhandlung alles zu bieten hat.

Mehr zum Thema in folgenden Seminaren:

Ralf Schiering 
hat nach Studium der Evangelischen Theologie eine Ausbildung zum Buchhändler absolviert. Er ist seit über 20 Jahren in verschiedenen Handelsstufen des Buchhandels tätig. Seit 2004 unterstützt er als selbstständiger Fachberater Buchhandel und Verlage in Online-Themen(Konzeption und Umsetzung), regionalem (Online-) Marketing und allem rund um das digitale Lesen. Seminare, Webinare und Workshops zu diesen Themen führt er regelmäßig durch.

Weitere buchreport-Praxistipps

  • Manfred Queißer zum Thema „Fit für den E-Book-Markt“
  • Kirsten Steffen zu Personalführung und -entwicklung
  • Ralf Schiering zum Rechnungskundengeschäft
  • Gudula Buzmann zu Kindern als Buchhandelskunden
  • Jörg Winter zu Verkauf in der Buchhandlung
  • Anne Künstler zu Social Media Marketing im Sortiment
  • Gudrun Vierbücher über die Profilierung durch Marktdaten
  • Tamara Trautner zur Steuerung von Autorenteams
  • Ursula Rosengart zu Fortbildungen in der Buchhandlung
  • Marco Olavarria zur Preisgestaltung von E-Books
  • Dieter Durchdewald zu den häufigsten Fehlern von Verlagsgründern

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