Literatur als Seismograph der Entwicklungen

Hanser hat in diesem Jahr die besten Aussichten auf den Deutschen Buchpreis. Der Münchner Verlag ist mit insgesamt drei Titeln auf der Longlist vertreten. Auch viele Kleinverlage haben es in die Vorauswahl geschafft.

Insgesamt 201 Titel haben die sieben Jurymitglieder in den vergangenen fünf Monaten gesichtet. Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Mirko Bonné: Nie mehr Nacht (Schöffling & Co., August 2013)
  • Ralph Dutli: Soutines letzte Fahrt (Wallstein, März 2013)
  • Thomas Glavinic: Das größere Wunder (Hanser, August 2013)
  • Norbert Gstrein: Eine Ahnung vom Anfang (Hanser, Mai 2013)
  • Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden (Hanser, Februar 2013)
  • Daniel Kehlmann: F (Rowohlt, vorverlegt auf den 30. August)
  • Judith Kuckart: Wünsche (DuMont, März 2013)
  • Olaf Kühl: Der wahre Sohn (Rowohlt.Berlin, vorverlegt auf den 30. August)
  • Dagmar Leupold: Unter der Hand (Jung und Jung, Juli 2013)
  • Jonas Lüscher: Frühling der Barbaren (C. H. Beck, Januar 2013)
  • Clemens Meyer: Im Stein (S. Fischer, August 2013)
  • Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2013)
  • Terézia Mora: Das Ungeheuer (Luchterhand, September 2013)
  • Marion Poschmann: Die Sonnenposition (Suhrkamp, August 2013)
  • Thomas Stangl: Regeln des Tanzes (Droschl, September 2013)
  • Jens Steiner: Carambole (Dörlemann, August 2013)
  • Uwe Timm: Vogelweide (Kiepenheuer & Witsch, August 2013)
  • Nellja Veremej: Berlin liegt im Osten (Jung und Jung, Februar 2013)
  • Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums (Diogenes, August 2013)
  • Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne über Como (Blumenbar, März 2013)

„Es war für uns Jurymitglieder sehr spannend, anhand der eingereichten Titel die neuesten Entwicklungen der deutschsprachigen Literaturszene zu verfolgen“, erklärt der Jurysprecher und freie Kritiker Helmut Böttiger. „Viele der interessantesten Romane erscheinen in kleineren Verlagen. Modische Themen oder scheinbar in der Luft liegende Plots treten eher in den Hintergrund, es geht mehr denn je um individuelle Schreibweisen. Das birgt viele Überraschungen. Die Literatur ist ein hochempfindlicher Seismograph für gesellschaftliche Entwicklungen, das wird an einigen herausragenden Titeln der diesjährigen Auswahl besonders deutlich.“

Im nächsten Schritt wählen die Juroren aus den Titeln der Longlist sechs Titel für die Shortlist aus, die am 11. September 2013 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung (7. Oktober 2013) erfahren die sechs Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2013 gehören neben Helmut Böttiger an: 

  • Katrin Lange (Literaturhaus München), 
  • Ursula März (Die Zeit), 
  • Jörg Plath (freier Kritiker), 
  • Andreas Platthaus (Frankfurter Allgemeine Zeitung), 
  • Klaus Seufer-Wasserthal (Rupertus Buchhandlung, Salzburg, Österreich) 
  • und Claudia Voigt (SPIEGEL).

Preisverleihung am 7. Oktober 2013

Der Deutsche Buchpreis wird von der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung vergeben, er ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert. Partner des Deutschen Buchpreises sind Paschen & Companie, die Stiftung der Frankfurter Sparkasse, die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Die Preisverleihung findet am 7. Oktober 2013 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. Interessierte können die Preisverleihung per Live-Stream unter www.deutscher-buchpreis.de mitverfolgen.  

Leseproben und Hintergrundinformationen zu den nominierten Romane erscheinen im „Lesebuch zur Longlist Deutscher Buchpreis 2013“, herausgegeben von der Börsenvereins-Wirtschaftstochter MVB. Außerdem soll in der kommenden Woche eine kostenlose App mit Lese- und Hörproben der nominierten Titel für Android– und iOS-Geräte erscheinen.

Die bisherigen Gewinner im Überblick
2005 
Sieger: „Es geht uns gut“ von Arno Geiger (Hanser)
außerdem auf der Shortlist:
  • „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann (Rowohlt)
  • „42“ von Thomas Lehr (Aufbau)
  • „Dunkle Gesellschaft“ von Gert Loschütz (Frankf. Verlagsanstalt)
  • „So sind wir“ von Gila Lustiger (Berlin Verlag)
  • „Und ich schüttelte einen Liebling“ von Friederike Mayröcker (Suhrkamp)
2006 
Sieger: „Die Habenichtse“ von Katharina Hacker (Suhrkamp)
außerdem auf der Shortlist:
  • „Woraus wir gemacht sind“ von Thomas Hettche (Kiepenheuer & Witsch)
  • „Neue Leben“ von Ingo Schulze (Berlin Verlag)
  • „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ von Saša Stanišić (Luchterhand)
  • „Der Weltensammler“ von Ilija Trojanow (Hanser)
  • „Angstblüte“ von Martin Walser (Rowohlt)
2007 
Sieger: „Die Mittagsfrau“ von Julia Franck (S. Fischer)
außerdem auf der Shortlist:
  • „Das bin doch ich“ von Thomas Glavinic (Hanser)
  • „Abendland“ von Michael Köhlmeier (Hanser)
  • „Böse Schafe“ von Katja Lange-Müller (Kiepenheuer & Witsch)
  • „Der Mond und das Mädchen“ von Martin Mosebach (Hanser)
  • „Wallner beginnt zu fliegen“ von Thomas von Steinaecker (Frankfurter Verlagsanstalt)
2008 
Sieger: „Der Turm“ von Uwe Tellkamp (Suhrkamp)
außerdem auf der Shortlist:

  • „Die Abschaffung der Arten“ von Dietmar Dath (Suhrkamp)
  • „Das dunkle Schiff“ von Sherko Fatah (Jung und Jung)
  • „Treffen sich zwei“ von Iris Hanika (Droschl)
  • „Nach Hause schwimmen“ von Rolf Lappert (Hanser)
  • „Adam und Evelyn“ von Ingo Schulze (Berlin Verlag)
2009
Sieger: „Du stirbst nicht“ von Kathrin Schmidt (Kiepenheuer & Witsch)
außerdem auf der Shortlist:

  • „Lichtjahre entfernt“ von Rainer Merkel (S. Fischer)
  • „Atemschaukel“ von Herta Müller (Hanser)
  • „Überm Rauschen“ von Norbert Scheuer (Kiepenheuer & Witsch)
  • „Die Frequenzen“ von Clemens J. Setz (Residenz)
  • „Grenzgang“ von Stephan Thome (Suhrkamp)
2010
Sieger: „Tauben fliegen auf“ von Melinda Nadj Abonji (Jung und Jung)
außerdem auf der Shortlist:

  • „Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag“ von Jan Faktor (Kiepenheuer & Witsch)
  • „September. Fata Morgana“ von Thomas Lehr (Hanser)
  • „Andernorts“ von Doron Rabinovici (Suhrkamp)
  • „Rabenliebe“ von Peter Wawerzinek (Galiani Berlin)
  • „Dinge, die wir heute sagten“ von Judith Zander (DTV)
2011 
Sieger: „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ von Eugen Ruge (Rowohlt)
außerdem auf der Shortlist:

  • „Gegen die Welt“ von Jan Brandt (Dumont)
  • „Wunsiedel“ von Michael Buselmeier (Das Wunderhorn)
  • „Das Mädchen“ von Angelika Klüssendorf (Kiepenheuer & Witsch)
  • „Blumenberg“ von Sibylle Lewitscharoff (Suhrkamp)
  • „Die Schmerzmacherin“ von Marlene Streeruwitz (S. Fischer)
2012
Sieger: „Landgericht“ von Ursula Krechel: (Jung und Jung)
außerdem auf der Shortlist:

  • Ernst Augustin: Robinsons blaues Haus (C.H.Beck)
  • Wolfgang Herrndorf: Sand (Rowohlt.Berlin)
  • Clemens J. Setz: Indigo (Suhrkamp)
  • Stephan Thome: Fliehkräfte (Suhrkamp)
  • Ulf Erdmann Ziegler: Nichts Weißes (Suhrkamp) 

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